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Seit 2015 Mitglied von al Kaida USA setzen Hamsa bin Laden auf Terrorliste

Offenbar tritt der Sohn von Osama bin Laden in die Fußstapfen seines Vaters: Schon 2015 rief er zu Anschlägen auf westliche Hauptstädte auf. Nun haben die USA Hamsa bin Laden auf ihre Terrorliste gesetzt - und Sanktionen gegen ihn verhängt.

Die US-Regierung hat einen Sohn des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden auf ihre Terrorliste gesetzt. Hamsa bin Laden sei in terroristische Aktivitäten involviert, teilte das Außenministerium in Washington mit. Hamsa bin Laden wurde 2015 in einer Audiobotschaft zum offiziellen Mitglied al Kaidas ernannt. Darin rief er zu Angriffen auf die Hauptstädte westlicher Länder und ihrer Verbündeter auf, darunter Washington, Paris und Tel Aviv. In einer Aufzeichnung aus dem vergangenen Jahr drohte er mit Angriffen auf Amerikaner in den Vereinigten Staaten und im Ausland.

Indem das Außenministerium ihn auf die Terrorliste gesetzt hat, werden Sanktionen gegen den jungen Bin Laden verhängt. Amerikanische Bürger und Firmen dürfen fortan keine Geschäfte mit ihm machen. Nach Angaben des Außenministeriums wurde Hamsa bin Laden 1989 in Dschidda (Saudi-Arabien) geboren. Andere Quellen geben sein Geburtsjahr mit 1991 an. Osama Bin Laden war am 2. Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad von einer US-Spezialeinheit getötet worden.

"Er hat Lügen über uns verbreitet"

Unterdessen hat der Chef des Terrornetzwerks al Kaida, Aiman al-Sawahiri, sich in einer Audiobotschaft offenbar über Verleumdungen des Chefs der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, beschwert. "Er hat Lügen über uns verbreitet, behauptet, dass wir die Tyrannei nicht anprangern", zitierte das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen Site aus al-Sawahiris Audiobotschaft.

Außerdem sei es falsch, dass er Anschläge auf Schiiten abgelehnt habe, sagte al-Sawahiri laut Site. Vielmehr habe er seine Kämpfer im Irak angewiesen, statt mit Anschlägen auf Märkte oder Moscheen Zivilisten zu töten, gegen die vornehmlich schiitischen Sicherheitskräfte im Irak sowie gegen schiitische Milizen zu kämpfen. Außerdem habe al-Bagdadi fälschlicherweise behauptet, al Kaida habe Ägyptens früheren islamistischen Staatschef Mohammed Mursi unterstützt, der 2013 gestürzt wurde.

"Wir sind nicht unfehlbar, sondern Menschen"

Zugleich zeigte sich al-Sawahiri laut Site offen für eine Debatte über Strategien im Dschihad. "Wir sind nicht unfehlbar, sondern Menschen", sagte er demnach. "Wir müssen auf Rat hören." Seine Anhänger rief der Al-Kaida-Chef auf, gegen die USA und deren Verbündete zu kämpfen. Dies sei "Priorität" im Kampf von al Kaida, sagte al-Sawahiri laut Site. Al-Sawahiri hatte die Führung von Al-Kaida übernommen, nachdem sein Vorgänger Osama bin Laden 2011 von einem US-Kommando in Pakistan getötet worden war. Auch al-Sawahiri wird in einer Grenzregion in Pakistan vermutet.

Al Kaida und der IS werden zwar beide als terroristische Dschihadistengruppen eingestuft, ihre Strategien unterscheiden sich jedoch. Al Kaida, die sich für die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich zeichnet, hat an Bedeutung verloren. Dem IS gelang es im Sommer 2014 hingegen, große Gebiete in Syrien und im Irak einzunehmen. Mittlerweile wurde der IS aus einigen Gebieten wieder vertrieben und steht angesichts einer internationalen Militäroffensive gegen ihn massiv unter Druck.

amt DPA AFP

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