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Irak: Saddam Hussein hat ausgepackt

Saddam Hussein hat nach Angaben eines Mitglieds des irakischen Verwaltungsrats eingeräumt, vor seinem Sturz Milliarden Dollar ins Ausland geschafft zu haben.

Saddam Hussein hat nach Angaben eines Mitglieds des irakischen Verwaltungsrats eingeräumt, vor seinem Sturz Milliarden Dollar ins Ausland geschafft zu haben. Der Exmachthaber habe im Verhör die Namen von Personen genannt, die über den Verbleib des Geldes Bescheid wüssten, zitierte die in London erscheinende Zeitung "Asharq al Awsat" am Montag Ratsmitglied Ijad Allawi. Der Zeitung "Al Hayat" sagte Allawi, Spezialisten in der Schweiz, Deutschland, Japan und anderen Ländern seien beauftragt, nach den schätzungsweise 40 Milliarden Dollar zu suchen.

Die irakische Polizei gab unterdessen die Festnahme von vier Ausländern in Kirkuk bekannt. Zwei Ägypter, ein Afghane und ein Iraner mit falschen Pässen seien am Sonntagabend im Zusammenhang mit Anschlägen verhaftet worden, sagte Polizeichef Saad el Ubaidi. Wie er weiter erklärte, wurde in der Nacht zu Montag ein Polizist vor dem Sitz einer Organisation erschossen, die mit der US-Zivilverwaltung zusammenarbeitet. Bei einem Angriff südlich von Bagdad wurden am Sonntag die beiden irakischen Wachmänner eines britischen Ingenieurs getötet, wie ein Koalitionssprecher mitteilte.

Gefechte im Nordirak

Bei einer Razzia in Nordirak gerieten US-Soldaten in ein Feuergefecht und töteten drei Iraker, zwei US-Soldaten wurden verletzt. Die mutmaßlichen Rebellen hätten das Feuer eröffnet, als Soldaten ihr Haus umstellten, sagte ein Militärsprecher am Montag in Mossul. In dem Haus seien Waffen und irakisches Geld im Wert von 30.000 Dollar gefunden worden. Die Bewohner wurden verdächtigt, der Gruppe Ansar-el-Islam anzugehören, der Verbindungen zu El Kaida nachgesagt werden.

Die US-Truppen haben nach eigenen Angaben fünf Clans identifiziert, die für die Angriffe im sunnitischen Dreieck verantwortlich sein sollen. Ein Militärsprecher sagte, von den rund 250 Mitgliedern der Clans seien einige bereits in Haft, tot oder nicht mehr im Land.

Thailand will seine Truppen verstärken

Nach dem gewaltsamen Tod von zwei thailändischen Soldaten in Irak kündigte die Regierung in Bangkok eine Verstärkung ihrer Truppen an. Zum Schutz der überwiegend mit humanitären Aufgaben betrauten Einheiten sollen 30 weitere Kampfsoldaten nach Irak entsandt werden. Die beiden Soldaten waren am Samstag bei einer blutigen Anschlagsserie in Kerbela ums Leben gekommen, bei der insgesamt 19 Menschen getötet wurden, darunter auch fünf bulgarische Soldaten. Der bulgarische Verteidigungsminister Nikolai Swinarow traf am Montag in Kerbela ein, um ihre Särge nach Bulgarien zu geleiten.

Auch Japan zu Schuldenerlass bereit

Nach mehreren europäischen Staaten erklärte sich am Montag auch Japan zu einem umfangreichen Schuldenerlass für Irak bereit. Das Außenministerium in Tokio erklärte nach einem Besuch des US-Sondergesandten James Baker, ein Großteil der irakischen Verbindlichkeiten könne in Absprache mit anderen Gläubigerstaaten erlassen werden. Irak schuldet Japan rund 7,76 Milliarden Dollar. Auch China, das Baker anschließend aufsuchte, erwägt nach den Worten von Ministerpräsident Wen Jiabao einen Schuldenerlass für Irak.

13 Jahre nach dem Angriff Saddam Husseins auf Kuwait will Irak die Beziehungen zu dem Nachbarland mit einem Abkommen verbessern. Außenminister Hoschjar Sebari sagte bei einem Besuch in Kuwait in einem Zeitungsinterview, Irak werde die von den UN festgelegten Reparationszahlungen für den Angriff leisten. Auch das Schicksal von 605 wahrscheinlich nach Irak verschleppten Kuwaitern solle untersucht werden.