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Kampf gegen Islamischer Staat: Kurden drängen Terrormiliz in Kobane weiter zurück

Im heftig umkämpften Kobane können sich die Kurden immer besser gegen die IS-Kämpfer behaupten. Doch wie lang? Kurdische Aktivisten berichten, dass die Islamisten Verstärkung in das Grenzgebiet holen.

In der umkämpften Stadt Kobane steigt dichter Rauch auf: Erneut gab es heftige Gefechte zwischen Kurden und IS-Kämpfern

In der umkämpften Stadt Kobane steigt dichter Rauch auf: Erneut gab es heftige Gefechte zwischen Kurden und IS-Kämpfern

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verliert in der umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane immer weiter an Boden. Gemeinsam mit der internationalen Allianz hätten die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) ihre Angriffe gegen den IS koordiniert, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Demnach habe die Allianz anhand von YPG-Informationen zwei gezielte Luftschläge gegen IS-Stellungen im Osten von Kobane geflogen. YPG-Einheiten hätten sich zugleich schwere Gefechte im Norden nahe dem Grenzübergang zur Türkei sowie im Süden der umzingelten Stadt geliefert. Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) wird seit über einem Monat von IS-Kämpfern belagert. Die Enklave wird von einer unabhängigen kurdischen Regierung verwaltet, YPG-Einheiten verteidigen die Stadt. Zuletzt waren IS-Dschihadisten bis in die Ostbezirke der Stadt vorgedrungen.

IS schickt Verstärkung nach Kobane

Aktivisten zufolge hat der IS Verstärkung in das Grenzgebiet geschickt. Ismet Hassan vom Verteidigungsrat in Kobane sagte, dass IS-Einheiten aus den Städten Rakka, Dair as-Saur, Dscharabulus und Manbidsch den Extremisten zu Hilfe kämen. Er wies dabei Meldungen zurück, wonach die kurdischen Volksschutzeinheiten Nachschub erhalten hätten.

Der kurdische Aktivist Idriss Nassen berichtete, dass bei den jüngsten Gefechten in der Nacht zum Samstag mehrere IS-Kämpfer getötet worden seien. Laut der Beobachtungsstelle flog die Allianz auch Angriffe auf IS-Stellungen im Dorf Ain Issa in der Provinz Rakka. Die Provinz ist eine Hochburg der Dschihadisten, die seit Monaten weite Gebiete im Norden Syriens kontrollieren.

USA: Keine Hinweise auf IS-Kampfjets

Berichte von oppositionsnahen, syrischen Menschenrechtsbeobachtern, dass sich die Dschihadisten in der nördlichen Provinz Aleppo nun auch für Einsätze mit Kampfflugzeugen rüsteten, haben die USA zurückgewiesen. "Uns ist nicht bekannt, dass IS irgendwelche Kampfjets aus dem Irak erobert hat", sagte die Sprecherin im US-Außenamt, Marie Harf. Entsprechende Berichte könne sie zurzeit nicht bestätigen.

Zuvor hatte es geheißen, dass ehemalige irakische Armeeoffiziere derzeit IS-Kämpfer ausbildeten. Drei Kampfflugzeuge - vermutlich ältere MiG 21 und 23 aus russischer Fertigung - sollen sich auf einem Militärflugfeld in der Provinz Aleppo befinden. Einwohner der Region wollen mindestens ein solches Flugzeug im Tiefflug gesehen haben.

UN fordert mehr Unterstützung für Irak

Der UN-Sicherheitsrat rief die internationale Gemeinschaft unterdessen zu mehr Unterstützung für den Irak im Kampf gegen den IS auf. In der einstimmig beschlossenen Erklärung verurteilten die 15 Ratsmitglieder den "Teufelskreis aus Selbstmord-, Auto- und anderen Anschlägen" durch die IS-Kämpfer in Bagdad und den umliegenden Gebieten. Die Staatengemeinschaft müsse ihre Hilfen für die Regierung und die Streitkräfte im Kampf gegen die IS-Rebellen und verbündete Gruppen erhöhen, forderte der Rat.

Die USA werden im Irak bei ihren Luftangriffen auf die Dschihadisten von mehreren westlichen Ländern unterstützt. In Syrien beteiligen sich auch etliche arabische Staaten an den Einsätzen gegen die IS-Milizen. Andere Staaten wie Deutschland unterstützen den Kampf gegen die Dschihadisten mit Waffenlieferungen an die kurdischen Milizen oder die irakischen Streitkräfte. Die Türkei als wichtiger Nachbarstaat der beiden Bürgerkriegsländer hält sich trotz internationaler Appelle zur Intervention bisher zurück.

kis/DPA/AFP / DPA