KARATSCHI Sieben Tote bei Selbstmordangriff auf US-Konsulat


Bei der Explosion gab es mindestens sechs Tote. Noch in mehr als 100 Metern Entfernung wurden verstreute Leichenteile gefunden. Botschaftsangehörige wurden wahrscheinlich nicht verletzt.

Ein vermutlich muslimisch-extremistischer Selbstmordattentäter hat am Freitag sein mit Sprengstoff beladenes Auto in einen Wachposten vor dem US-Konsulat in Karatschi gerammt; bei der Explosion der Bombe wurden mindestens sieben Menschen getötet. Unter den Todesopfern waren nach Angaben der pakistanischen Polizei vier Polizisten; 45 Menschen wurden von zum Teil eine Kilometer weit fliegenden Trümmerteilen verletzt. Es war der zweite Selbstmordanschlag gegen eine ausländische Einrichtung in der südpakistanischen Hafenstadt innerhalb von sechs Wochen.

Leichenteile

Die gewaltige Explosion riss ein großes Loch in die Umgrenzungsmauer des US-Geländes. Gut ein Dutzend Autos ging in Flammen auf, darunter zwei Polizeifahrzeuge. Einige der Opfer wurden auseinander gerissen, was die Zählung der Toten erschwerte. Das Innenministerium sprach von sieben Toten und 45 Verletzten; Journalisten berichteten, sie hätten zwei Leichen am Tatort und sechs weitere in Krankenhäusern gesehen.

»Sie sind nicht menschlich«

Das schwer bewachte Konsulat in einem normalerweise ruhigen Stadtviertel wurde nach Angaben eines US-Sprechers abgeriegelt. »Viele Fenster des Gebäudes sind zu Bruch gegangen; das Gebäude selbst ist auch beschädigt worden«, sagte der US-Botschaftssprecher Mark Wentworth in Islamabad. Ein Repräsentant der Provinz Sindh, Javed Ashraf Hussein, verurteilte den Terroranschlag. Er beklagte, dass es dem Attentäter trotz höchster Sicherheitsstufe in dem Gebiet gelungen sei, zuzuschlagen. Der Bürgermeister von Karatschi, Naimat Ullah, sagte: »Die Terroristen haben keine Religion. Sie sind nicht muslimisch. Sie sind nicht menschlich. Sie sind nur Terroristen.«

Bereits zweiter Anschlag in Karatschi

Das Konsulat befindet sich zwischen einem großen Hotel und dem staatlichen Gasthaus an einer Hauptstraße, die täglich von mehreren tausend Fahrzeugen befahren wird. Selbstmordanschläge hat es in Pakistan erst gegeben, nachdem sich das Land nach dem 11. September offen in die Allianz gegen den internationalen Terrorismus eingereiht hat. Gegen ausländische Einrichtungen wurden seit März vermutlich vom El-Kaida-Netzwerk drei Anschläge verübt: Am 17. März riss ein Selbstmordattentäter in einer Kirche im Diplomatenviertel Islamabads vier Menschen mit in den Tod. Im vergangenen Monat wurden in Karatschi elf französische Ingenieure bei einem Selbstmordangriff vor ihrem Hotel getötet.


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