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Krise in der Ukraine: In 25 Zitaten an den Rand eines Krieges

Die Krise in der Ukraine ist auch ein Krieg der Worte. Immer schärfer wurden die Aussagen, bis sich Russland, EU und die USA gefährlich nah gegenüberstehen. Eine Chronik in Zitaten.

Der Ton war von Anfang an nicht auf Versöhnung gestimmt. Nach Jahren unter der Knute vom moskautreuen Viktor Janukowitsch hatte der westlich gesinnte Teil der Ukraine die Nase voll. Als die damalige Kiewer Regierung im November 2013 dem Ruf Wladimir Putins folgte, und das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU fallen ließ, tobte das Volk. "Entweder das Abkommen - oder Janukowitsch ist kein Präsident mehr!", schrieb die inhaftierte Oppositionelle Julia Timoschenko kämpferisch aus der Haft.

Janukowitsch trat tatsächlich später zurück, die Maidan-Bewegung hatte gesiegt. Doch die Proteste waren auch der Beginn der schlimmsten politischen Krise, die Europa seit Jahrzehnten erlebt.

Wie sich der innerukrainische Protest zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen den Großmächten USA, EU und Russland auswachsen konnte, zeigen die immer schärfer werdenden Aussagen von allen Seiten - eine Chronik in Zitaten.

17. Dezember 2013

"Mit dem Ziel der Unterstützung des Staatshaushalts der Ukraine hat die Regierung der Russischen Föderation den Beschluss gefasst, einen Teil der eigenen Reserven aus dem Fonds für Nationalen Wohlstand in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar in Wertpapieren der ukrainischen Regierung anzulegen."

Russlands Präsident Wladimir Putin über einen 15-Milliarden-Dollar-Kredit für die fast bankrotte Ukraine.

7. Februar 2014

"Scheiß auf die EU".

US-Außenamtsvertreterin Victoria Nuland über eine mögliche Vermittlerrolle der EU in der Ukraine.

24. Februar 2014

"Es gibt niemanden, mit dem wir dort sprechen können."

Dimitri Medwedew über das angebliche Machtvakuum in Kiew.

27. Februar 2014

"Der Kalte Krieg ist zu Ende. Die Länder müssen freiwillig entscheiden dürfen."

Angela Merkel über die Entscheidung der Ukraine, vorerst kein Assoziierungsabkommen zu schließen.

28. Februar 2014

"Jegliche Versuche der Annexion oder des Eindringens werden sehr ernsthafte Folgen nach sich ziehen."

Der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow über die Lage auf der Krim.

28. Februar 2014

"Heute gibt es eine echte Gefahr für das Leben und die Sicherheit russischer Staatsbürger in der Ukraine. Es gibt eine Bedrohung der Schwarzmeerflotte und unserer Soldaten in Sewastopol. Da sollte Russland nicht beiseite stehen."

Die Chefin des russischen Föderationsrates, Valentina Matwijenko, ebenfalls über die Lage auf der Krim.

1. März 2014

"Russlands fortgesetzte Verletzung internationalen Rechts wird das Land stärker politisch und wirtschaftlich isolieren."

US-Präsident Barack Obama über die Entwicklung auf der Krim.

1. März 2014

"Europa befindet sich ganz ohne Zweifel in der schärfsten Krise seit dem Mauerfall."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

2. März 2014

"Wladimir Putin verstößt mit der unakzeptablen russischen Intervention auf der Krim gegen das Völkerrecht."

Bundeskanzlerin Angela Merkel.

3. März 2014

"Russland erwägt keinen Anschluss der Krim. Russland behält sich aber das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen."

Russlands Präsident Wladimir Putin.

6. März 2014

:"Russland ist gefährlich. Es ist im 21. Jahrhundert nicht akzeptabel, russische Stiefel und russische Panzer auf unserem Gebiet stehen zu haben. Und wo hört das auf?"

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk.

6. März 2014

"Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt. Aber wir haben hier sehr deutlich gemacht, dass wir zu einer solchen dritten Stufe gegebenenfalls auch bereit sind. Wir wünschen uns das nicht.

Angela Merkel über Sanktionen gegen Russland.

8. März 2014

"Wir sind zu partnerschaftlichen Gesprächen bereit – allerdings akzeptieren wir keine Versuche, uns als einen Beteiligten des Konflikts in der Ukraine hinzustellen."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow Lawrow zur Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt.

18. März 2014

"Wir wollen keine Spaltung der Ukraine, wir brauchen das nicht." Die Krim sei allerdings immer ein Teil Russlands gewesen

Wladimir Putin.

31. März 2014

"Das kennen wir alles aus der Geschichte. Mit solchen Methoden hat schon der Hitler das Sudetenland übernommen - und vieles andere mehr."

Finanzminister Wolfgang Schäuble vergleicht Russlands Vorgehen auf der Krim mit der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch Adolf Hitler.

13. April 2014

"Es wurde Blut vergossen in dem Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt."

Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow.

17.April 2014

"Das ist noch ein schweres Verbrechen der heutigen Machthaber in Kiew."

Wladimir Putin zum militärischen Vorgehen der ukrainischen Regierung in der Ostukraine.

20. April 2014

"Präsident Putin hat den Traum, die Sowjetunion wieder zu errichten. Ich denke, es wäre die größte Katastrophe dieses Jahrhundert, wenn die Sowjetunion unter der Federführung von Präsident Putin wieder errichtet würde."

Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk.

20. April 2014

"Das Abkommen (von Genf, d. Red.) wird nicht nur nicht respektiert , es werden sogar Maßnahmen getroffen - in erster Linie von denjenigen, die die Macht in Kiew übernommen haben -, die die in Genf erzielten Vereinbarungen in grober Weise verletzen." Der russische Außenminister Sergej Lawrow Lawrow

Der russische Außenminister Sergej Lawrow.

22. April 2014

"Jeder Angriff auf russische Bürger ist ein Angriff auf die Russische Föderation."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow.

23. April 2014

"Russland behauptet, an einer Stabilisierung der Lage interessiert zu sein. In Wahrheit vergrößert Russland mit Provokationen und Drohungen die Instabilität in der Ukraine. Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Wenn Russland so weiter macht, wird das nicht nur ein schwerer Fehler sein, sondern auch ein teurer Fehler."

US-Außenminister John Kerry.

23. April 2014

"Ist die Welt politisch vorbereitet auf einen Akt der Aggression oder einen Zerfall des ukrainischen Staates?"

Polens Ministerpräsidenten Donald Tusk.

24. April 2014

"Wenn diese Kriegsmaschine heute nicht gestoppt wird, dann wird dies zu einer großen Zahl Toter und Verletzter führen."

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu über die Lage in der Ost-Ukraine.

25. April 2014

"Die Übergangsregierung in Kiew führt Krieg gegen ihr eigenes Volk."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow.

25. April 2014

"Russland will den dritten Weltkrieg anzetteln." Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk.

Niels Kruse