VG-Wort Pixel

Krise in Ukraine Russland bestreitet Waffenlieferungen an Separatisten


In der Nacht sollen drei russische Raketenwerfer in das von Separatisten kontrollierte Gebiet geschafft worden sein. Kiew rechnet mit einer russischen Invasion und bittet die Nato um Militärhilfe.

Vor dem Krisengipfel zur Ukraine-Krise in Berlin hat Russland nach Angaben Kiews erneut einen Militärkonvoi in die Ostukraine geschickt. Drei Raketenwerfer seien in das von den Separatisten kontrollierte Gebiet eingedrungen, teilte das ukrainische Militär am Sonntag mit. Zudem habe es binnen 24 Stunden zehn Verletzungen des ukrainischen Luftraums durch russische Drohnen gegeben. Die russische Führung bestritt eine direkte Beteiligung am Konflikt. "Wir haben mehrfach gesagt, dass wir keine Technik dorthin liefern", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge.

In Lugansk eroberte die Armee nach eigenen Angaben ein von den Separatisten besetztes Polizeirevier. In der von den Regierungstruppen unter Beschuss genommenen Industriestadt Donezk wurden den örtlichen Behörden zufolge binnen 24 Stunden mindestens zehn Menschen getötet. In der Region Lugansk schossen die Separatisten nach Armeeangaben am Sonntagmorgen ein ukrainisches Kampfflugzeug ab. Der Pilot konnte sich demnach mit dem Schleudersitz retten und wurde von ukrainischen Soldaten in Sicherheit gebracht.

Der tagelange Streit um den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine wurde unterdessen beigelegt. Die Ukraine erkenne die "Rechtmäßigkeit" des Hilfskonvois an, teilte die Regierung in Kiew am Samstag mit. Laut Internationalem Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verständigten sich beide Seiten auf eine Inspektion der etwa 280 Lastwagen. Kiew müsse nur noch grünes Licht für den Grenzübertritt geben, erklärte das IKRK.

Kiew bittet Nato um Militärhilfe

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius wollen am Abend in Berlin mit ihren Kollegen aus der Ukraine und Russland, Pawlo Klimkin und Sergej Lawrow, über einen Ausweg aus dem Konflikt beraten. Ziel der Gespräche sei es, die Verhandlungen über eine Waffenruhe voranzutreiben, sagte Steinmeier vor dem Treffen. "Wir brauchen jetzt dringend neue politische Impulse, betonte der Außenminister. Sonst drohe eine "verschärfte Eskalationsspirale".

Im Fokus dürften dabei auch die mutmaßliche Militärunterstützung Russlands für die Separatisten stehen. "Es ist wichtig, den Fluss von Waffen und Söldnern aus Russland zu stoppen", erklärte der ukrainische Außenminister Klimkin mit Blick auf das Vierertreffen in Berlin. Er bat EU und Nato um Militärhilfe im Konflikt mit den Separatisten. Die Gefahr einer russischen Invasion sei allgegenwärtig, sagte er im Deutschlandfunk.

ivi/AFP/Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker