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Krisengipfel in Paris: Tschad kündigt "totalen Krieg" gegen Boko Haram an

Frankreich und fünf afrikanische Länder wollen mit einem gemeinsamen Aktionsplan gegen die Terrororganisation Boko Haram in Nigeria vorgehen. Der Präsident des Tschad kündigte drastische Maßnahmen an.

Die Nachbarländer Nigerias wollen nach den Worten des Präsidenten des Tschad, Idriss Deby, gegen die Extremistengruppe Boko Haram einen "totalen Krieg" führen. In dieser Frage habe bei einer Konferenz in Paris unter den Ländern der Region Einigkeit geherrscht, sagte Deby am Samstag. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan erklärte, Boko Haram sei die Al-Kaida Westafrikas. Ohne ein gemeinsames Vorgehen könnten die Terroristen nicht geschlagen werden.

In dem seit fünf Jahren andauernden Kampf Boko Harams für einen islamistischen Staat im Norden Nigerias wurden mehr als 3000 Menschen getötet. An dem Treffen in Paris nahmen auch Vertreter Kameruns, Nigers und Benins sowie des Westens teil.

200 Schulmädchen entführt

Im vergangenen Monat entführten die Islamisten in Nigeria rund 200 Schulmädchen. Die Empörung im In- und Ausland über die Entführungen hat dazu geführt, dass Nigerias Präsident Jonathan Hilfsangebote der USA, Großbritanniens und Frankreichs angenommen hat. Seine Regierung war wegen ihrer als zu langsam empfundenen Reaktion auf die Entführungen massiv kritisiert worden.

Die Regierung in Paris, die bereits 6000 Soldaten in Mali im Kampf gegen Islamisten im Einsatz hat, befürchtet eine Ausweitung der Boko-Haram-Aktivitäten auf Länder der Sahel-Zone. Der Gastgeber des Treffens, Frankreichs Präsident Francois Hollande, bezeichnete Boko Haram als Bedrohung für ganz West- und Zentralafrika. Großbritannien bot Nigeria die Hilfe von Militärberatern an. Außenminister William Hague sagte, die nigerianischen Sicherheitskräfte seien für einen solchen Einsatz nicht gut aufgestellt.

Mutmaßliche Kämpfer der Gruppe griffen am Freitag eine chinesische Produktionsstätte im Norden von Nigerias Nachbarland Kamerun an. Dabei seien offenbar zehn Menschen verschleppt worden, teilte der Regionalgouverneur mit.

feh/DPA / DPA