Nach der Freilassung Osthoff zieht sich mit Tochter zurück

Die im Irak freigelassene Susanne Osthoff wird das Land bald verlassen, um sich mit ihrer Tochter zurückzuziehen. Auf freiem Fuß ist mittlerweile der ebenfalls entführte Fahrer Osthoffs.

Die von ihren Entführern im Irak freigelassene deutsche Archäologin Susanne Osthoff ist nach Informationen des stern noch nicht auf dem Weg nach Deutschland.

Nach Einschätzung des Auswärtiges Amtes (AA) wolle sie den Irak in "allernächster Zukunft" verlassen, aber zunächst einige Tage geschützt vor der Öffentlichkeit mit ihrer Tochter verbringen, sagte AA-Sprecher Martin Jäger. Die 43-Jährige befinde sich nach wie vor in "sicherer Obhut" in der deutschen Botschaft in Bagdad. Laut Regierungskreisen wolle sich Osthoff in der Öffentlichkeit nicht zu den Umständen ihrer Entführung äußern.

Die Familie Osthoffs hat laut der Mutter Ingrid Hala noch keinen Kontakt zu der 43-Jährigen gehabt. "Wir haben noch nicht mit Susanne telefoniert", sagte Susanne Osthoffs Bruder Robert im oberbayerischen Rott am Inn der Nachrichtenagentur DPA. Für den Vormittag erwartete die Familie jedoch weitere Nachrichten der Behörden. "Wir wissen noch nicht, ob und wann Susanne ausgeflogen wird", so Robert Osthoff.

Ingrid Hala und Robert Osthoff reagierten mit großer Erleichterung und überglücklich auf die Freilassung. Hala sagte, sie hoffe auf ein baldiges Treffen mit ihrer Tochter, die sie seit fünf Jahren nicht mehr gesehen habe. Nach Steinmeiers Angaben ist Osthoff in körperlich guter Verfassung.

Mittlerweile ist auch ebenfalls entführte Fahrer von Susanne Osthoffs nicht mehr in der Gewalt der Entführer, wie die DPA erfahren hat. Sein Verbleib ist zurzeit aber noch unklar. "Der Aufenthaltsort ist uns noch nicht bekannt", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

Osthoff und ihr Fahrer waren am 25. November auf einer Überlandfahrt im Nordirak von Unbekannten verschleppt worden. Auf einem Standbild aus einem der ARD zugespielten Videoband waren Osthoff und ihr Fahrer sowie drei vermummte Männer zu sehen, die unter anderem mit einer Panzerfaust bewaffnet waren. Sie drohten, ihre Geisel zu töten.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wurde Osthoff in Bagdad festgehalten. Wie das Blatt schreibt, hätten Vermittler und Behörden dies seit längerem gewusst. Die Freilassung Osthoffs habe am frühen Sonntagnachmittag stattgefunden.

Osthoff hatte seit Jahren in der Krisenregion Hilfsleistungen organisiert. Bis vor einigen Jahren war Osthoff mit einem Iraker verheiratet. Aus dieser Ehe hat sie eine zwölfjährige Tochter, die in Deutschland lebt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihr Vorgänger Gerhard Schröder, Bundespräsident Horst Köhler, die wichtigsten islamischen Vereine Deutschlands sowie die großen Kirchen hatten sich mit der Familie Osthoffs solidarisiert und sich in Appellen für die Archäologin eingesetzt, die zum Teil auch in arabischen Medien veröffentlicht wurden.

Mit Matetrial von DPA/cr

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