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Terror in Frankreich Iranische Zeitung wegen Sympathie mit "Charlie Hebdo" geschlossen


Belgien verschärft wegen der Terrorgefahr seine Sicherheitsmaßnahmen: Bis zu 300 Soldaten sind in Brüssel und Antwerpen im Einsatz, um die Polizei zu verstärken. Der Tag in der stern-Chronik.

Wurde der vereitelte Anschlag islamistischer Extremisten im belgischen Verviers von Athen aus gesteuert? In der griechischen Hauptstadt sollen vier Verdächtige festgenommen worden sein, darunter der Kopf der Dschihadistenzelle.

Die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik.

+++ 19.56 Uhr: Iranische Zeitung wegen Sympathie mit "Charlie Hebdo" geschlossen +++

Eine neu gegründete Tageszeitung im Iran wird verboten, weil sie auf ihrer Titelseite Sympathie mit dem islamkritischen Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat anklingen lassen. Die Zeitung "Mardome-Emruz" ("Leute von Heute") hatte am Dienstag ein Bild des amerikanischen Schauspielers George Clooney bei der Golden Globe Preisverleihung gedruckt und ihn mit den Worten "Auch ich bin Charlie" zitiert.

Die Schließung der reformorientierten Zeitung bestätigt Herausgeber Ahmed Sattari, wie die Nachrichtenagentur IRNA meldet. Iran hatte den Terroranschlag auf "Charlie Hebdo" verurteilt, aber auch die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten. Der Iran wird von islamischen Geistlichen beherrscht.

+++ 18.55 Uhr: Offenbar auch Festnahmen in Athen +++

Nach dem belgischem Anti-Terror-Einsatz werden nach Angaben aus Polizeikreisen auch in Griechenland mindestens vier Verdächtige festgenommen. Die griechische Anti-Terror-Polizei prüfe derzeit, ob zu den in Athen Festgenommenen der mutmaßliche Anführer der Islamistenzelle, der 27-jährige Abdelhamid Abaaoud, zähle, heißt es. Der belgische Fernsehsender VTM hatte zuvor berichtet, der Belgier marokkanischer Herkunft habe über Telefonate aus Griechenland mit den anderen Mitgliedern der Gruppe kommuniziert.

+++ 18.07 Uhr: Extremisten mit IS-Kontakten in Marokko festgenommen +++

Einen Tag nach einer Reihe von Razzien gegen Islamisten in Europa meldet auch Marokko einen Ermittlungserfolg. Wie das Innenministerium des nordafrikanischen Lands mitteilt, haben die Sicherheitsbehörden eine Extremisten-Zelle mit Kontakten zum IS zerschlagen. Die acht Mitglieder seien in mehreren Städten aktiv gewesen und hätten Kämpfer zum IS in den Irak und nach Syrien geschickt. Den Marokkanern sei dort der Umgang mit Waffen und die Herstellung von Sprengsätzen beigebracht worden. Sie sollten nach ihrer Rückkehr in ihrer Heimat Anschläge verüben.

+++ 10 Uhr: De Maizière verstärkt Polizei-Präsenz an großen Bahnhöfen +++

Während die Bundesregierung die Hinweise ausländischer Nachrichtendienste prüft, lässt Bundesinnenminister Thomas de Maizière laut "Spiegel"-Informationen an großen deutschen Bahnhöfen die Polizei-Präsenz verstärken. Verdeckt und ohne schwere Bewaffnung, wie es heißt.

+++ 14.57 Uhr: Tote bei Protesten gegen Mohammed-Karikatur +++

Bei Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe sterben in der Stadt Zinder im Niger fünf Menschen bei gewalttätigen Ausschreitungen. In der Hauptstadt Niamey geht die Polizei mit Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vor, die mit Steinen werfen. Vor der größten Moschee gehen mindestens zwei Polizeiautos in Flammen auf, nachdem ein von Muslimen angekündigter Demonstrationszug verboten wird. In mehreren Städten werden katholische Kirchen angezündet.

+++ 14.55 Uhr: Französisches Zentrum in Gaza beschmiert +++

Unbekannte beschmieren das französische Kulturzentrum in Gaza. Vermutlich als Reaktion auf die Veröffentlichung der Mohammed-Karikatur durch das Satiremagazin "Charlie Hebdo" sprühen sie auf die Mauer: "Ihr werdet zur Hölle fahren, französische Journalisten".

+++ 14.43 Uhr: Festnahme zweier Franzosen im Jemen +++

Im Jemen werden nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Franzosen mit Verbindungen zum jemenitischen Ableger von Al-Kaida festgenommen. Die beiden Männer würden verhört, sagt ein ranghoher Vertreter der Sicherheitskräfte. Die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) hatte sich zu dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" bekannt.

Die beiden Attentäter von Paris hatten laut Ermittlungen Verbindungen zu Aqap. Mindestens einer von ihnen soll im Jemen eine Ausbildung an Waffen erhalten haben. Nach den Anschlägen in Paris hatte Aqap mit weiteren Attentaten in Frankreich gedroht.

+++ 14.38 Uhr: Polizei nimmt drei Männer in Brüssel fest +++

Die Polizei in Belgien nimmt drei weitere Terrorverdächtige in Gewahrsam. Sie hätten Polizisten bedroht, teilen die Behörden mit. Zwei Männer seien am späten Freitagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst worden. Ein weiterer Mann sei in der belgischen Hauptstadt festgenommen worden, als er versuchte, auf einen Polizeioffizier zu schießen.

+++ 14.20 Uhr: 3000 Verdächtige mit IS-Verbindungen in der Türkei +++

In der Türkei leben laut einem Geheimdienstbericht rund 3000 Verdächtige mit mutmaßlichen Verbindungen zum Islamischen Staat. In dem türkischen Geheimdienstreport werde eine verstärkte Überwachung der Verdächtigen gefordert, berichtet die Tageszeitung "Hürriyet".

Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich in der vergangenen Woche befürchte der Geheimdienst mögliche Anschläge auf die Botschaften westlicher Staaten durch IS-Anhänger, heißt es in dem Zeitungsbericht. Die Sicherheitsvorkehrungen an den diplomatischen Vertretungen seien drastisch erhöht worden. Der Geheimdienst warne zugleich vor möglichen Bombenanschlägen durch sogenannte Schläferzellen "jederzeit und an jedem Ort" der Türkei.

+++ 13.30 Uhr: Muslime setzen Kirchen in Brand +++

Bei wütenden Protesten gegen Mohammed-Karikaturen in der Satirezeitung "Charlie Hebdo" setzen Demonstranten im Niger drei Kirchen in Brand. Das berichtet ein AFP-Korrespondent vor Ort. Rund hundert Polizisten bewachen die Kathedrale in der nigrischen Hauptstadt Niamey zum Schutz vor steinewerfenden Jugendlichen. Zu Protesten kommt es in verschiedenen Stadtteilen der Hauptstadt. Zuvor war die Polizei mit Tränengas gegen rund tausend Demonstranten vorgegangen. Die Demonstranten waren teilweise mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnet.

+++ 12.45 Uhr: Juso-Vorsitzende fordert Verzicht auf Vorratsdatenspeicherung +++

Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann fordert die SPD auf, im Streit um die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung nicht gegenüber der Union einzuknicken. In einem Beitrag für das "Handelsblatt" schreibt sie mit Blick auf Bundesjustizminister Heiko Maas, der dieses Instrument im Anti-Terror-Kampf ebenfalls ablehnt: "Zum Glück gibt es Heiko Maas. Wie schon in den letzten Monaten widersteht er den sicherheitspolitischen Reflexen und hält die Bürgerrechtsfahne hoch."

Die terroristischen Anschläge von Paris hätten alle tief verunsichert, schreibt die Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation weiter. "Es ist aber dennoch falsch, diese Verunsicherung nun für eine weitere Debatte über die Einführung der Vorratsdatenspeicherung zu instrumentalisieren." Frankreich habe die Vorratsdatenspeicherung, sie habe aber weder zur Verhinderung noch zur Aufklärung der terroristischen Anschläge von Paris beigetragen. "Umso falscher ist es, gerade jetzt durch behauptete Sicherheitslücken zur weiteren Verunsicherung beizutragen."

+++ 12.34 Uhr: Fahndung nach Kopf von belgischer Zelle +++

Belgische Ermittler kennen Medienberichten zufolge den mutmaßlichen Kopf der ausgehobenen Islamistenzelle. Wie die Zeitung "La Dernière Heure" berichtet, wird mit Hilfe der US-Bundespolizei FBI nach dem 27-jährigen Abdelhamid Abaaoud gefahndet, der demnach als "Auftraggeber und Chef" der Islamistenzelle gilt. Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, soll sich in Syrien dem Islamischen Staat angeschlossen haben.

Wie der Fernsehsender VTM berichtet, kamen die Ermittler der Islamistenzelle zwischen Weihnachten und Neujahr über abgehörte Telefonate auf die Spur. Abaaoud kommunizierte demnach über den inhaftierten Bruder eines der beiden am Donnerstag Getöteten mit der Islamistenzelle. Laut VTM wurden die Telefonate von Griechenland aus geführt. Wie "La Dernière Heure" berichtet, könnte sich Abaaoud auch in der Türkei aufhalten. Die belgische Generalstaatsanwaltschaft äußert sich nicht zu den Berichten.

+++ 11.37 Uhr: Neue Ausschreitungen im Niger +++

Im Niger gibt es nach den gewaltsamen Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der jüngsten "Charlie Hebdo"-Ausgabe am Freitag erneut Zusammenstöße. Die Polizei geht mit Tränengas gegen Demonstranten in der Hauptstadt Niamey vor. Zu dem von den Behörden untersagten Protest nahe der Großen Moschee der Stadt versammeln sich mindestens tausend Jugendliche. Einige von ihnen bewerfen die Einsatzkräfte mit Steinen, andere zünden Autoreifen an. Demonstranten auf Motorrädern skandieren "Allah Akbar" (Gott ist groß).

+++ 11.20 Uhr: Attentäter Said Kouachi in Reims beigesetzt +++

Der von der Polizei erschossene "Charlie Hebdo"-Attentäter Said Kouachi ist im nordostfranzösischen Reims beigesetzt worden. Er habe sich den Vorschriften beugen müssen, sagt Bürgermeister Arnaud Robinet. Robinet hatte zunächst angekündigt, er wolle eine Beisetzung Said Kouachis und seines Bruders und Mit-Attentäters Chérif in seiner Stadt mit allen Mitteln verhindern. Der Bürgermeister fürchtet, das Grab könne sich zu einer Art Pilgerstätte für Islamisten entwickeln.

Das Begräbnis fand Freitagnacht unter Polizeischutz und im Beisein von Angehörigen Kouachis statt, wie aus informierten Kreisen verlautete. Said Kouachi wurde in einem anonymen Grab bestattet, der Name des Friedhofs wurde nicht genannt. Saids Bruder Chérif Kouachi soll nach dem Wunsch seiner Witwe in Gennevilliers im Großraum Paris beigesetzt werden. Die Witwe hatte sich auch für eine dortige Beisetzung von Said Kouachi eingesetzt, was der Bürgermeister des Ortes jedoch ablehnte. Chérif Kouachi hatte zuletzt in Gennevilliers gelebt. Der Bürgermeister erklärt, er habe deshalb "keine Wahl", als ihn dort bestatten zu lassen.

+++ 11.06 Uhr: Kunden reißen sich um wenige "Charlie Hebdo"-Magazine +++

In den Presseläden am Hauptbahnhof in Hannover werden den Verkäufern die wenigen gelieferten Exemplare aus den Händen gerissen. "Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" ist in unserer Filiale leider bereits ausverkauft", steht auf einem Schild. "Charlie Hebdo ist ausverkauft!!!", ist auch an der Schaufensterscheibe eines Ladens im Hauptbahnhof in Essen zu lesen, der ganze drei Exemplare erhalten hatte.

+++ 10.49 Uhr: Politiker will Islamismus-Aussteigerprogramme im Gefängnis +++

Im Kampf gegen islamistische Radikalisierung plädiert der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka für Aussteigerprogramme auch in Gefängnissen. "Wenn wir Islamisten schon mal für längere Zeit in Haft haben, dann müssen wir die Zeit auch gut nutzen, um den Wettlauf mit der salafistischen und islamistischen Szene zu gewinnen", sagt Lischka der "Rheinischen Post". Er wirbt dafür, in den Justizvollzugsanstalten Islamisten-Aussteigerprogramme aufzulegen, wie es sie auch für rechtsextremistische Gefangene gebe.

Der SPD-Politiker spricht sich zudem für eine bessere Integration von Imamen in die Häftlingsbetreuung aus. "Es kommt darauf an, sich mit der verhängnisvollen Fehlinterpretation des religiösen Weltbildes auseinander zu setzen und den Scharfmachern den Boden zu entziehen, deshalb sollten muslimische Geistliche in den Haftanstalten eine stärkere Rolle spielen", erklärt Lischka.

+++ 10.38 Uhr: Belgien beginnt mit Soldaten-Stationierung +++

Belgien beginnt nach dem Anti-Terror-Einsatz mit mehreren Toten mit der Stationierung hunderter Soldaten zum Schutz gefährdeter Orte. Bis zu 300 Soldaten würden schrittweise in der Hauptstadt Brüssel und in Antwerpen stationiert, heißt es in einer Erklärung des Büros von Regierungschef Charles Michel. Vor allem in Antwerpen gibt es eine große jüdische Bevölkerung.

"Die mobilisierten Truppen sind bewaffnet, und ihre Hauptaufgabe ist es, bestimmte Standorte zu überwachen", heißt es in der Erklärung weiter. Mit der Maßnahme solle die Polizei unterstützt werden. Möglicherweise sollen auch Truppen im ostbelgischen Verviers stationiert werden.

+++ 9.59 Uhr: Hinweise zu Berlin und Dresden nicht verifiziert +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen den Hinweisen auf mögliche Anschlagziele islamistischer Terroristen in Deutschland mit Hochdruck nach. Die von ausländischen Nachrichtendiensten an deutsche Behörden weitergeleiteten Meldungen, in denen die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden als mögliche Ziele genannt werden, sind noch nicht verifiziert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Die Informationen würden auf Glaubwürdigkeit und Gehalt geprüft. Die Kreise bestätigen im Grundsatz die Hinweise von Partnerdiensten, über die zuerst das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet hatte.

+++ 9.37 Uhr: "Charlie Hebdo" auch in Stuttgart Mangelware +++

Die neue Ausgabe von "Charlie Hebdo" ist auch in den Kiosken in Stuttgart Mangelware. Hunderte potenzielle Käufer gingen leer aus. "Wir hätten 500 Exemplare bestellen können, die alle verkauft worden wären", sagt eine Zeitschriftenhändlerin im Stuttgarter Hauptbahnhof. Im Minutentakt kämen die Anfragen von Kunden. Die Verkäufer beklagen Probleme bei der Belieferung.

+++ 9.12 Uhr: Run auf "Charlie Hebdo" in Frankreich geht weiter +++

Die Nachfrage nach der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe reißt nicht ab. In Frankreich sind am frühen Samstag wieder Exemplare des ersten Hefts nach den Terroranschlägen von Paris zu haben. Seit dem Erscheinungstag am Mittwoch war das Satiremagazin jeweils in kürzester Zeit vergriffen.

+++ 8.45 Uhr: Viele "Charlie Hebdo"-Interessierte gehen leer aus +++

Statt mit der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe gehen viele Hamburger am Samstagmorgen mit leeren Händen nach Hause. Die Kioske wurden nur mit einer extrem limitierten Stückzahl beliefert, andere wurden komplett ausgelassen und müssen so wartende Kunden vertrösten. Vielerorts bildeten sich Schlangen - so auch am Hamburger Hauptbahnhof, wo mehr als 60 Menschen in der Kälte ausharrten. Am Ende wurden nur sieben von ihnen mit einer Ausgabe belohnt. Damit bestätigt sich die Befürchtung vieler Einzelhändler, dass die Lieferung dem Ansturm nicht gerecht werden könnte.

+++ 8.20 Uhr: Wagenknecht vergleicht US-Drohnenangriffe mit Anschlägen von Paris +++

Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht vergleicht die Drohnenangriffe der USA in Afghanistan, Pakistan oder im Jemen mit den Terroranschlägen von Paris. "Wenn eine vom Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische Familie auslöscht, ist das ein genauso verabscheuenswürdiges Verbrechen wie die Terroranschläge von Paris, und es sollte uns mit der gleichen Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen", sagt Wagenknecht. Man dürfe da nicht mit zweierlei Maß messen.

"Der US-Drohnenkrieg etwa, der auch von Deutschland aus geführt wird, hat schon tausende Unschuldige ermordet und erzeugt in den betroffenen Ländern Gefühle von Ohnmacht, Wut und Hass. Damit bereitet man den Boden für den Terror, den man offiziell bekämpfen will", argumentiert Wagenknecht. Das gelte auch für den Afghanistan-Krieg, der über viele Jahre mit deutscher Beteiligung geführt wurde. "Auch die Bundeswehr ist für den Tod unschuldiger Menschen in Afghanistan verantwortlich."

+++ 7.44 Uhr: Chérif Kouachi soll bei Paris beerdigt werden +++

Der "Charlie Hebdo"-Attentäter Chérif Kouachi soll einem Medienbericht zufolge in Gennevilliers im Großraum Paris beigesetzt werden. Er habe "keine Wahl", sagt der Bürgermeister der Stadt, Patrice Leclerc der Zeitung "Le Parisien/Aujourd'hui en France". "Wie alle Bürgermeister ziehe ich es vor, keinen Terroristen in meiner Gemeinde zu beerdigen, aber ich richte mich nach dem Gesetz", betont er. Dieses sieht vor, dass ein Verstorbener in der Gemeinde beigesetzt werden kann, in der er lebte. Kouachi hatte zuletzt in Gennevilliers gelebt.

Das Rathaus von Gennevilliers war den Angaben zufolge am Freitag von einem Pariser Bestattungsinstitut kontaktiert worden. Demnach beantragte die Ehefrau Kouachis die Beisetzung ihres Mannes Chérif und ihres Schwagers Said Kouachi in Gennevilliers. Leclerc stellte klar, dass Said Kouachi nicht in Gennevilliers beigesetzt werde. Dieser habe in der nordostfranzösischen Stadt Reims gelebt, weshalb es "überhaupt keinen Grund" gebe, ihn in Gennevilliers zu beerdigen. Der Bürgermeister von Reims hatte am Freitag erklärt, er werde eine mögliche Beisetzung der Kouachi-Brüder in seiner Stadt mit allen Mitteln verhindern.

jen/mka/DPA/AFP DPA

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