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Oxfam-Report Syrien-Hilfen: Die meisten Staaten zahlen viel weniger als sie sollten


Passend zur Geberkonferenz in London veröffentlichte Oxfam einen kritischen Report zu den Hilfsleistungen wirtschaftlich starker Staaten für Syrien. Das Ergebnis: Ob Finanzhilfen oder Flüchtlingsaufnahme - fast alle Länder könnten mehr tun. 

Deutschland und andere Länder stocken ihre Hilfen für Notleidende und Flüchtlinge im Bürgerkrieg in Syrien massiv auf. Allein Berlin wird in den nächsten drei Jahren 2,3 Milliarden Euro an internationale Hilfsorganisationen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge zahlen.

Deutschland gehört neben den USA, Großbritannien, Japan und der EU als Organisation zu den fünf größten Gebern, die mehr als 60 Prozent der UNHCR-Hilfsprogramme finanzieren.

Wer wie viel geholfen hat

Dass in der jüngeren Vergangenheit nicht immer alle im vollen Rahmen ihrer Möglichkeiten geholfen hätten, mahnte Oxfam indes zur Geberkonferenz an. Die Hilfsorganisation veröffentlichte einen Report, in dem sie unter Berücksichtigung der jeweiligen Wirtschaftskraft einen "fairen Anteil" für jedes Land errechnet hat.

Diesen verglich Oxfam mit dem tatsächlichen finanziellen Beitrag der jeweiligen Staaten zu den Hilfsfonds für Syrien im Jahr 2015. So wollte die Organisation sichtbar machen, wer unter seinen Möglichkeiten blieb, aber auch wer über dem Soll geholfen hat. Während etwa Dänemark mit 97,4 Millionen Dollar seinen "fairen Anteil" von 30,6 Millionen Dollar mehr als verdreifachte, zahlte Polen mit 18,1 Millionen Dollar nur 17 Prozent des ermittelten Betrages in die Hilfstöpfe ein. Deutschland zahlte 679,2 Millionen Dollar ein, das waren 152 Prozent des fairen Anteils von 446,3 Dollar.

Die untenstehende Grafik zeigt alle Ergebnisse des Reports: 

Oxfam-Report: Syrien-Hilfen: Die meisten Staaten zahlen viel weniger als sie sollten

Über die finanziellen Hilfen hinaus hat Oxfam ermittelt, wie hoch der faire Anteil jedes Landes bei der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen wäre. Auch hier bleiben die meisten der aufgeführten Länder unter den von Oxfam errechneten Möglichkeiten. Grundlage der Berechnungen war ebenfalls die Wirtschaftskraft der jeweiligen Länder.

Details entnehmen Sie der unterstehenden Grafik:

Oxfam-Report: Syrien-Hilfen: Die meisten Staaten zahlen viel weniger als sie sollten

Den kompletten Report inklusive methodischer Erläuterungen gibt es hier.

rös, mit dpa

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