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Rüstungsdeal mit Moskau: Frankreich hält an Kriegsschiff-Lieferung fest

Trotz der Ukraine-Krise will Frankreichs Präsident Hollande zwei Hubschrauberträger an Russland liefern. Putin fordert, der Vertrag müsse erfüllt werden - sonst wolle Russland sein Geld zurück.

Der Hubschrauberträger "Vladivostok" im Dock im französischen Saint-Nazaire. Das Kriegsschiff ist eines von zwei Schiffen der "Mistral"-Klasse, welche an Russland verkauft werden sollen.

Der Hubschrauberträger "Vladivostok" im Dock im französischen Saint-Nazaire. Das Kriegsschiff ist eines von zwei Schiffen der "Mistral"-Klasse, welche an Russland verkauft werden sollen.

Ungeachtet der Kritik westlicher Partner will Frankreich ein Kriegsschiff an Russland liefern. Der erste der beiden Hubschrauberträger vom Typ Mistral sei nahezu fertig gebaut und werde wie geplant im Oktober ausgeliefert, sagte Präsident Francois Hollande am Montagabend. Ob das zweite Schiff nach seiner Fertigstellung ebenfalls übergeben werde, hänge indes vom Verhalten Russlands ab. Zuvor hatte es in US-Regierungskreisen geheißen, Präsident Barack Obama sei angesichts des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise gegen das Geschäft. Der britische Premierminister David Cameron hatte gefordert, kein EU-Land sollte nach dem Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs mehr Rüstungsgüter an Russland verkaufen. Ausdrücklich hatte er das französische Vorhaben kritisiert.

Hollande hält an dem Geschäft fest

Französische Diplomaten hatten im Mai erklärt, Hollande halte ungeachtet des Ukraine-Konflikts an dem Geschäft fest. Die beiden Schiffe im Wert von 1,2 Milliarden Euro sollten wie vereinbart geliefert werden. Ein Stopp des Projekts würde Frankreich mehr schaden als Russland, hatten die Diplomaten gesagt. Würden die Schiffe nicht geliefert, drohten Frankreich finanzielle Strafen. Mit dem Kauf der Schiffe erhält Russland Zugang zu militärischer Hochtechnologie. Das Geschäft war 2011 vereinbart worden. Es sieht die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern und die Option auf zwei weitere vor.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Anfang Juni gefordert, Frankreich müsse den Vertrag erfüllen. Dann seien auch weitere Aufträge denkbar. Andernfalls wolle sein Land das Geld zurück.

amt/Reuters/Reuters

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