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Sex-Vorwürfe gegen Trump "Wall Street Journal" enttarnt britischen Ex-Agenten

Donald Trump
Bei seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl hat Donald Trump die Anschuldigungen aus einem umstrittenen Geheimdokument entschieden zurückgewiesen
© Evan Vucci/AP
Ein von einem US-Medium veröffentlichter Geheimbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Donald Trump: In dem Dokument ist von "perversen" Sexualakten in Moskau die Rede. Nun hat eine britische Zeitung offenbar den Urheber ausfindig gemacht.

Die belastenden, aber unbestätigten Informationen über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump stammen einem Zeitungsbericht zufolge von einem früheren britischen Geheimagenten. Das 35-seitige Dokument sei von Christopher Steele verfasst worden, der inzwischen die Londoner Firma Orbis Business Intelligence leitet, berichtete das "Wall Street Journal". In dem umstrittenen Dokument werden zum Teil detaillierte Vorwürfe über sexuelle Eskapaden Donald Trumps in einem Moskauer Hotel gemacht.

US-Medien hatten zuvor unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet, Russland verfüge über belastende Informationen über das Privatleben und die Finanzen des Immobilienmilliardärs. Demnach könne Trump durch das heikle Material erpressbar sein. Der Republikaner selbst wies die Berichte ebenso entschieden zurück wie die russische Regierung und bezeichnete sie als "Lügengeschichten".

Ex-Agent habe "Angst um seine Sicherheit"

In den US-Medienberichten war bereits davon die Rede gewesen, dass der 35-seitige Bericht über Trump von einem früheren Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 zusammengestellt worden sei. Dass Steele früher wirklich beim MI6 tätig war, gelte bei US-Geheimdienstmitarbeitern als gesichert.

Das "Wall Street Journal" zitiert einen Nachbarn Steeles, der angab, der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter sei für einige Tage weggefahren. Steele habe wiederholte Interview-Anfragen über einen Mittelsmann mit der Begründung abgelehnt, das Thema sei derzeit "zu heiß". Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Telegraph", die sich auf einen Bekannten Steeles beruft, sei dieser untergetaucht, weil er "Angst um seine Sicherheit" habe und die Rache Moskaus fürchte.

Orbis auf Sammeln von Geheiminformationen spezialisiert 

Die Firma Orbis wurde 2009 von "früheren britischen Geheimdienst-Spezialisten gegründet", wie es auf ihrer Internetseite heißt. Für eine Stellungnahme zu den Berichten war sie zunächst nicht zu erreichen. Auf der Webseite heißt es, dass die Firma auf das Sammeln geheimer Informationen spezialisiert sei. Das Unternehmen nutze sich auf ein "globales Netzwerk" um "komplexe, grenzübergreifende Untersuchungen" anzustellen.

Am Mittwochabend hatte auch der US-Geheimdienstdirektor James Clapper mitgeteilt, dass die veröffentlichten Informationen nicht vom US-Geheimdienst stammten. Die Geheimdienste hätten zudem noch kein Urteil darüber getroffen, ob die Informationen aus dem Dokument "glaubwürdig" seien. US-Medienberichten zufolge hatte Trump am vergangenen Freitag von den US-Geheimdienstchefs eine zweiseitige Zusammenfassung des 35-seitigen Orbis-Berichts erhalten, in dem unter anderem von einem Sexvideo mit russischen Prostituierten von Trump die Rede ist.

amt AFP

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