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Angst vor konservativem Nachfolger Sorge am Supreme Court: Liberale Richterin Ginsburg erneut im Krankenhaus

Ruth Bader Ginsburg ist erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Viele Liberale feiern sie als Ikone.
Ruth Bader Ginsburg ist erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Viele Liberale feiern sie als Ikone.
© Patrick Semansky / DPA
Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist wegen des Verdachts auf eine Infektion erneut im Krankenhaus. Ihr Gesundheitszustand wird aufmerksam verfolgt. Ein Rückzug könnte für Donald Trump eine weitere Richterstelle im Supreme Court bedeuten.

Die US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bei der 87-Jährigen habe der Verdacht auf eine Infektion bestanden, teilte das oberste US-Gericht in Washington am Dienstag mit. Sie habe unter Fieber und Schüttelfrost gelitten. Der Supreme Court machte keine Angaben dazu, um welche Art von Infektion es sich handeln könnte. Die Richterin gehört dem linksliberalen Flügel am obersten Gericht an.

Nach ihrer Einlieferung ins Johns-Hopkins-Krankenhaus in Baltimore sei bei Ginsburg zudem in einem endoskopischen Eingriff ein Stent in einem Gallengang gereinigt worden, hieß es weiter in der Mitteilung. Ein Stent ist ein Implantat, mit dem Gefäße oder Organe offengehalten werden.

Die Richterin erhole sich nun und werde noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben, erklärte der Supreme Court. Dort werde sie mit Antibiotika behandelt. Ginsburg hatte bereits im Mai wegen einer Gallenblasen-Entzündung mehrere Tage im Johns-Hopkins-Krankenhaus verbracht.

Trump könnte konservativen Nachfolger wählen 

Die Gesundheitsprobleme Ginsburgs schüren unter ihren Anhängern immer wieder Sorgen hinsichtlich der künftigen personellen Zusammensetzung des obersten Gerichts. In dem neunköpfigen Richterkollegium haben die konservativen Kräfte bereits ein Übergewicht, das bei Berufung eines konservativen Nachfolgers für Ginsburg weiter ausgebaut würde. 

US-Präsident Donald Trump hat seit Amtsantritt zwei konservative Richter an den Supreme Court berufen. Die Richter am obersten US-Gericht werden auf Lebenszeit ernannt. Ginsburg hat wiederholt betont, dass sie sich nur dann aus dem Supreme Court zurückziehen würde, wenn sie sich nicht mehr imstande sähe, ihr Arbeitspensum zu bewältigen.

Die 87-Jährige hat bereits mehrere Krebserkrankungen überlebt. Im vergangenen Jahr wurde sie wegen eines Tumors in der Bauchspeicheldrüse behandelt. Ginsburg war 1993 vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zur Richterin am Supreme Court ernannt worden. Sie ist unter anderem wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte im linksliberalen Spektrum der USA äußerst beliebt. 

ivi AFP

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