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Syrien-Konflikt Davutoglu übergibt in Syrien "ernste" Botschaft


Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist am Dienstag in Damaskus mit seinem syrischen Amtskollegen Walid al-Muallim zusammengetroffen. Er überbrachte ihm eine «ernste» Botschaft von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, wie Ankara zuvor angekündigt hatte.

Die Türkei hatte zuletzt scharfe Kritik an der blutigen Unterdrückung der syrischen Protestbewegung durch das Regime von Präsident Baschar al-Assad geäußert.

Syrische Truppen rückten am Dienstag mit Panzern in die Ortschaften Sarmin und Binnisch in der nordwestlichen Provinz Idlib ein. Vier Zivilisten wurden getötet, berichteten Aktivisten. In der nordöstlichen Großstadt Deir al-Zor hielten die Militäroperationen an. Dort soll ein Zivilist umgekommen sein.

Die Unruhen in Syrien, bei denen nach Angaben der Opposition bisher fast 2000 Regimegegner ums Leben kamen, betrachtet Ankara zunehmend als innere türkische Angelegenheit. "Unsere Geduld ist bald am Ende", hatte Erdogan am Montag erklärt. Beide Länder haben eine mehr als 800 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Seit Beginn der Proteste sind einige tausend Syrer in die Türkei geflohen.

Assad sieht sich international zunehmend isoliert. In dieser Woche beorderten Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain ihre Botschafter in Damaskus zu Konsultationen in die Heimat. Der saudische König Abdullah kritisierte Syrien in einer Fernsehansprache mit ungewöhnlich scharfen Worten.

Die US-Regierung begrüßte die Kritik arabischer Regierungen am brutalen Vorgehen des syrischen Regimes gegen das eigene Volk. "Wir fühlen uns sehr durch die klaren Erklärungen der Arabischen Liga und des Golf-Kooperationsrats ermutigt", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, am Montag. Nach seinen Worten wachse der internationale Druck auf das Assad-Regime. Die Reaktionen der Arabischen Liga und des Kooperationsrates seien eine wichtige Botschaft.

Die Golfstaaten hatten das arabische Bruderland Syrien auch dringend zu Reformen aufgerufen. Das Blutvergießen müsse enden und die Bestrebungen der Menschen müssten anerkannt werden, verlangte der Golf-Kooperationsrat am Samstag in Riad. In der Organisation sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, Kuwait und Oman zusammengeschlossen.

DPA DPA

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