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Tarik Asis: Saddam-Vertrauter zum Tode verurteilt

Die Hinrichtung des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein liegt knapp vier Jahre zurück. Jetzt ist auch sein treuer Minister Tarik Asis zum Tode verurteilt worden. Der Vatikan legte Protest gegen die Hinrichtung des Christen ein.

Der frühere irakische Außenminister Tarik Asis ist am Dienstag von einem Gericht in Bagdad zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Das Sondertribunal für die Verbrechen des Regimes von Ex-Diktator Saddam Hussein warf Asis vor, er sei an der Verfolgung von Mitgliedern religiöser Schiiten-Parteien beteiligt gewesen. Saddam war im Dezember 2006 hingerichtet worden. Zugleich wurden am Dienstag nach Angaben aus Justizkreisen Saddams ehemaliger Privatsekretär Abdulhamid Hammud und der ehemalige Geheimdienstchef Saadun Schakir zum Tode verurteilt. Gegen die Urteile ist Berufung möglich.

Dem Vatikan passt das Urteil gar nicht. Er forderte den Irak auf, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken. Sein Leben müsse verschont werden, um "die Versöhnung und die Wiederherstellung von Frieden und Gerechtigkeit im Irak" zu unterstützen. Asis war der einzige Christ im Umfeld von Saddam.

In dem nun beendeten Prozess ging es um die zahlreichen Todesurteile, die nach 1980 gegen viele Mitglieder der Dawa-Partei verhängt worden waren. Der Dawa-Partei gehört auch der amtierende Ministerpräsident Nuri al-Maliki an. Asis hatte im April 1980 auf dem Gelände der Mustansarija- Universität in Bagdad einen Attentatsversuch überlebt. Für die Handgranatenattacke machte er die Dawa-Partei verantwortlich.

Dem 74 Jahre alten Tarik Asis geht es gesundheitlich nicht gut. Er war im vergangenen Januar in einem US-Militärkrankenhaus behandelt worden. Er sitzt nach letzten Informationen in einem Gefängnis im Bagdader Schiiten-Vorort Kadhemija. Asis war in zwei anderen Prozessen, in denen es um seine Rolle bei der Hinrichtung von irakischen Händlern und bei der Vertreibung der Kurden ging, bereits zu insgesamt 22 Jahren Haft verurteilt worden. In einem weiteren Verfahren wegen der brutalen Niederschlagung eines Schiiten- Aufstandes hatte ihn das Gericht dagegen freigesprochen.

Asis gehörte dem engsten Kreis des Diktators an

Asis hatte sich 2003 kurz nach dem Sturz des Saddam-Regimes den US-Truppen gestellt. Der Politiker, der gut Englisch spricht, galt während seiner Zeit im Außenamt als "freundliches Gesicht des Irak". Damit war er eine Art Gegenpol zu Saddam Hussein, der in seinen Reden zu außenpolitischen Fragen fast immer aggressiv und unversöhnlich geklungen hatte. Eine Zeitlang gehörte Asis dem engsten Kreis des Diktators an. Er soll jedoch in den letzten Jahren vor dem Sturz des Regimes keine tragende Rolle mehr gespielt haben.

Der Provinzrat der Provinz Salaheddin, aus der Saddam Hussein stammt, beschloss am Dienstag die Entlassung des Provinzgouverneurs Chalid Hassan Mahdi. Zur Begründung hieß es, er habe Verbindungen zu Saddams Baath-Partei gehabt. In Bagdad wurde ein Soldat an einer Straßensperre erschossen, meldete die Agentur Aswat al-Irak. Ein hochrangiger Beamter des Planungsministeriums überlebte einen Attentatsversuch im Stadtzentrum von Bagdad. In Mossul starb ein Zivilist durch einen Sprengstoffanschlag.

DPA / DPA