VG-Wort Pixel

Ehrung im Weißen Haus Familie von verstorbenem Kapitol-Polizisten verweigert Republikanerführern Handschlag

Charles Sicknick (l.), Vater des toten Kapitol-Polizisten Brian Sicknick, ignoriert die ausgestreckte Hand von Mitch McConnell
Mitch McConnell (r.) streckt Charles Sicknick (l.), Vater des verstorbenen Kapitol-Polizisten Brian Sicknick, die Hand aus – doch der ignoriert den Republikanerführer
© Anna Moneymaker / Getty Images / AFP
Knapp zwei Jahre nach dem Sturm auf das Kapitol hat der US-Kongress Polizisten, die damals im Einsatz waren, geehrt. Die Familie eines verstorbenen Beamten zeigte dabei deutlich ihre Verachtung für die republikanische Partei von Donald Trump.

Bei einer Zeremonie zur Erinnerung an die Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 haben Angehörige des verstorbenen Polizisten Brian Sicknick hochrangigen Republikanern den Händedruck verweigert. Mit der Goldmedaille des Kongresses – der höchsten Auszeichnung des US-Parlaments – ehrten die Spitzen von Demokraten und Republikanern am Dienstag in Washington Polizisten, die das Parlament gegen den Angriff eines gewalttätigen Mobs verteidigt hatten. Sicknick erhielt die Auszeichnung posthum.

"Sie haben keine Ahnung, was Integrität ist"

In einem Video des Senders CBS ist zu sehen, wie Sicknicks Mutter, Vater und Bruder auf der Bühne an Mitch McConnell, dem republikanischen Fraktionschef im Senat, und Kevin McCarthy, dem obersten Republikaner im Repräsentantenhaus, vorbeigehen. Deren ausgestreckte Hände ignorieren sie. Ken Sicknick, der Bruder, begründete dies mit der Haltung der Republikaner zum Kapitol-Angriff. "Sie haben keine Ahnung, was Integrität ist, sie können nicht dafür einstehen, was richtig oder falsch ist", sagte er CBS. Für die Republikaner stehe die Partei an erster Stelle.

Gladys Sicknick, die Mutter des Toten, kritisierte den Umgang der Parteiführer mit Ex-Präsident Donald Trump: "Sie sind einfach doppelzüngig", sagte sie dem US-Sender CNN. "Ich habe es einfach satt, dass sie da stehen und sagen, wie wunderbar die Kapitol-Polizei ist, und dann drehen sie sich um und gehen runter nach Mar-a-Lago und küssen seinen Ring und kommen zurück und stehen hier und sitzen mit – es tut einfach weh."

Trump hatte Kapitol-Stürmer aufgestachelt

Anhänger des bereits abgewählten Trump hatten am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington erstürmt. Dort tagte der Kongress, um den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden formal zu bestätigen. Trump hatte seine Anhänger in einer Rede mit der Lüge aufgestachelt, dass er durch massiven Betrug um den Sieg gebracht worden sei. Fünf Menschen kamen infolge der Ereignisse ums Leben. Die beispiellose Attacke auf das Herz der US-Demokratie machte weltweit Schlagzeilen.

Brian Sicknick war mehrere Stunden nach dem Sturm auf das Kapitol zusammengebrochen und am Tag darauf gestorben. Gerichtsmedizinern zufolge erlitt er einen Schlaganfall. Ein Zusammenhang mit den Ereignissen am Kapitol wurde jedoch nicht ausgeschlossen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte, die Polizisten hätten durch ihren Mut dafür gesorgt, "dass die Demokratie an diesem dunklen Tag überlebte".

mad DPA

Mehr zum Thema

Newsticker