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Truppenbesuch Konya: Bundesregierung geht Konfrontation mit der Türkei aus dem Weg

Die Bundesregierung setzt im Streit mit der Türkei über einen Besuch von Abgeordneten auf dem Nato-Standort Konya auf Verhandlungen. Es solle vorerst keine Frist gesetzt werden, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Awacs-Aufklärungsflugzeuge auf dem Nato-Stützpunkt Konya in der Türkei (Archivbild)

Awacs-Aufklärungsflugzeuge auf dem Nato-Stützpunkt Konya in der Türkei (Archivbild)

Im Streit über einen Besuch deutscher Abgeordneter bei den Bundeswehrsoldaten auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Konya will die Bundesregierung der Regierung in Ankara keine Frist setzen. "Ich halte es nicht für sinnvoll, jetzt hier Zeiterwartungen in den Raum zu stellen oder Zeitfristen zu nennen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Zugleich machte er deutlich, dass die Bundestagsabgeordneten das Recht hätten, die in der stationierten deutschen Soldaten zu besuchen.

Deshalb werde jetzt auf allen Ebenen, auch über die , das Gespräch mit der Türkei gesucht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, es handle sich um eine Verschiebung, nicht um eine Absage seitens der Türkei. "Wir nehmen jetzt die Türkei beim Wort und gehen daran, einen baldigen Termin für eine solche Reise mit der Türkei zu besprechen."

Berlin bemüht sich im Türkei-Streit um Lösung 

Am Freitag war bekannt geworden, dass die Türkei Besuche deutscher Abgeordneter in zumindest vorerst nicht zulassen will. Von dort aus sind deutsche Soldaten an Awacs-Aufklärungsflügen der Nato im Rahmen des Kampfes gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt. Zuvor hatte die Türkei bereits Besuche von Abgeordneten auf dem Stützpunkt Incirlik verweigert. Die Bundeswehr hat inzwischen mit dem Abzug aus diesem Standort begonnen. Der Einsatz der Bundeswehr mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug im Kampf gegen den IS wird derzeit nach Jordanien verlegt.


Seibert betonte, dass es sich im Fall von Konya "nicht um eine Absage, sondern um eine Verschiebung" des Besuchs handele. Die suche "auf allen Ebenen" und auch über die Nato das Gespräch mit der türkischen Seite, um den Besuch der deutschen Abgeordneten zu ermöglichen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts war Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Wochenende im "stetigen Kontakt" mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.



wue/AFP/DPA

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