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Waffenruhe Ukraine bittet OSZE um 1500 Beobachter


Die Lage in der Ostukraine beruhigt sich trotz einer Feuerpause noch immer nicht. Kiew will mehr OSZE-Beobachter zur Bewachung der Waffenruhe. Können sie die Konfliktparteien im Zaum halten?

Zur Überwachung der brüchigen Waffenruhe in der Ostukraine sind aus Sicht der Führung in Kiew deutlich mehr Beobachter nötig. Präsident Petro Poroschenko bat die Botschafter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei einem Treffen am Dienstag, mindestens 1500 Mitarbeiter ins Konfliktgebiet zu schicken. Bislang war die OSZE mit rund 200 Beobachtern vertreten. Eine Ausweitung auf 500 ist angekündigt. Zudem sollen Drohnen zum Einsatz kommen. Zwei trafen am Montag in Kiew ein. #link;http://www.stern.de/politik/ausland/poroschenko-zu-merkelfriedensplan-in-ostukraine-gefaehrdet-2143636.html;Poroschenko zufolge soll die Lieferung von mindestens 29 unbemannten Fluggeräten# bis zum 13. Oktober abgeschlossen sein.

Nach tagelangen Kämpfen bei der Separatistenhochburg Donezk kam es auch im benachbarten Lugansk wieder zu Blutvergießen. Mindestens drei Zivilisten seien bei Artilleriebeschuss in den vergangenen 24 Stunden getötet worden, teilte die Gebietsverwaltung mit. In Donezk starben im selben Zeitraum nach Behördenangaben vier Menschen bei Gefechten. Mehrere wurden verletzt.

Flughafen von Donezk weiter umkämpft

Regierungstruppen und prorussische Separatisten kämpften weiter um den Flughafen von Donezk. Das ukrainische Militär wehrte nach eigenen Angaben einen Angriff der Aufständischen ab. Die Armee hält dort seit Wochen das alte Terminalgebäude besetzt. Auch in der Nähe der Orte Mariupol, Stschastje und Debalzewo gerieten Soldaten demnach unter Beschuss. Mindestens fünf Armeeangehörige wurden getötet, wie der Sicherheitsrat in Kiew mitteilte. Auch die Aufständischen berichteten von Toten in ihren Reihen.

Russland rief die Führung in Kiew auf, den Beschuss in Donezk einzustellen. Zudem bezeichnete das Außenministerium in Moskau die Ermittlungen zum Tod eines Rot-Kreuz-Mitarbeiters in der Stadt als nicht ausreichend. Das Thema werde von Kiew totgeschwiegen, hieß es. Der 38-jährige Schweizer war vergangene Woche bei einem Angriff auf das Donezker Büro des Roten Kreuzes ums Leben gekommen.

Seit Beginn der Waffenruhe am 5. September seien bei Gefechten zwischen Armee und Aufständischen mehr als 60 Militärangehörige und 32 Zivilisten getötet worden, teilten das ukrainische Außenministerium und die Führung der "Anti-Terror-Operation" mit. Möglicherweise sind die Opferzahlen aber höher, denn fast täglich berichteten örtliche Behörden, Militär und Separatisten in den vergangenen Wochen von Toten durch Artilleriebeschuss und Kämpfe.

Deutscher Hilfskonvoi bringt Wohncontainer

Ein deutscher Konvoi mit Hilfsgütern für die Menschen im Konfliktgebiet Donbass traf am Dienstag in der Ukraine ein. Die Lastwagen haben unter anderem Heizgeräte, Generatoren, Decken, Wohncontainer und Winterkleidung für die Menschen im ostukrainischen Konfliktgebiet geladen. Den Menschen im Krisengebiet fehle es nach monatelangen Kämpfen und vor dem Wintereinbruch am Nötigsten, berichteten Beobachter vor Ort.

Die 112 Lastwagen sollten zunächst nach Kiew fahren, wie das Bundesentwicklungsministerium am Dienstag mitteilte. Dort sollen die knapp 750 Tonnen Ladung im Wert von rund 10 Millionen Euro auf etwa 200 ukrainische Lastwagen umgepackt werden. Diese bringen die Hilfsgüter in die Städte Charkow, Slawjansk, Mariupol, Saporoschje und Dnjepropetrowsk, die von den Behörden in Kiew kontrolliert werden.

jen/DPA DPA

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