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Gorbatschow, Genscher und Kissinger: Die Angst der alten Männer vor neuem Kalten Krieg

Hans-Dietrich Genscher, Michail Gorbatschow, und Henry Kissinger warnen angesichts des Ukraine-Konflikts vor einem neuen Kalten Krieg mit Russland - und Sanktionen seien sowieso das falsche Mittel.

Zwei, die einer Meinung sind: Michail Gorbatschow (l.) und Hans-Dietrich Genscher. Vor fünf Jahren bekam der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef von Genscher die "Goldene Victoria" des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger überreicht.

Zwei, die einer Meinung sind: Michail Gorbatschow (l.) und Hans-Dietrich Genscher. Vor fünf Jahren bekam der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef von Genscher die "Goldene Victoria" des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger überreicht.

Sie haben ihn miterlebt, ihn mitgestaltet und geholfen, ihn zu beenden. Michail Gorbatschow, Hans-Dietrich Genscher und Henry Kissinger sind Experten in Sachen Kalter Krieg. Der bleierne Konflikt zwischen dem Westen und der Sowjetunion und ihren Vasallen teilte vom Ende des zweiten Weltkrieges bis zum Mauerfall die Welt, Europa und Deutschland.

Jetzt, zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, warnen diese drei alten Staatsmänner eindringlich davor, die alten Gräben wieder aufzureißen. Bemerkenswert ist, dass alle drei in ihren Analysen nicht so weit auseinander liegen - und vor allem: Sie halten die Sanktionen gegen Russland für das falsche politische Mittel, um das Riesenreich in vernünftige Bahnen zu lenken. Umgekehrt ausgedrückt: Sie erteilen der Russland-Politik der Europäischen Union und der USA, Russland wegen der Annexion der Krim und der Unterstützung der prorussichen Separatisten wirtschaftlich in die Mangel zu nehmen, eine schallende Ohrfeige. Barack Obama, Angela Merkel und der Europäische Rat verstehen nach Ansicht der drei Alten nicht viel von konstruktiver Außenpolitik.

Kissinger: Es wäre eine Tragödie

Henry Kissinger, in den siebziger Jahren Sicherheitsberater und Außenminister unter den US-Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford, sagte im Magazin "Spiegel": Wenn diese Gefahr des Kalten Krieges nicht ernst genommen werde, "wäre das eine Tragödie". Russlands Präsident Wladimir Putin handele aus "strategischer Schwäche, die er als taktische Stärke tarnt". Fortgesetzte Sanktionen gegen Moskau seien kontraproduktiv. Von Berlin erwartet Kissinger mehr Initiative in der Außenpolitik: "Deutschland ist heute das wichtigste Land in Europa - und es sollte sich aktiver einbringen."

Gorbatschow, der als früherer Staats- und Parteichef der Sowjetunion entscheidenden Anteil am Ende des alten Ost-West-Konfliktes hatte, sieht es genauso: "Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er hat schon begonnen." In den vergangenen Monaten habe sich ein "Zusammenbruch des Vertrauens" zwischen Ost und West vollzogen. Mit Genscher ist Gorbatschow sich einig, dass der Westen Fehler gemacht habe, die den Konflikt befeuert haben. Vor allem die mangelnde Sensibilität für die Interessen der Russen sei ein Fehler gewesen. Russland sei zu lange nicht mehr als vollwertiger Partner ernstgenommen worden. Man müsse mit Putin auf Augenhöhe verhandeln.

Genscher: Wir müssen Neuanfang versuchen

Dehalb fordert Hans-Dietrich Genscher einen "Neuanfang" für Europa: "Es besteht eine große Sorge, weil ich nicht glaube, dass aus den Chancen, die das Jahr 1989 geboten hat, das gemacht wurde, was gemacht werden konnte." Das Bemühen um das "gemeinsame europäische Haus", wie es Michail Gorbatschow gefordert habe, brauche neue Energie. So müsse der Nato-Russland-Rat wiederbelebt werden. "Diese große Errungenschaft" sei gerade für Krisenzeiten geschaffen worden. "Jetzt haben wir die Krise, und der Rat tritt nicht zusammen. Ich denke, hier haben beide Seiten Anlass nachzudenken", sagte der 87-Jährige, der als einer der Architekten der Wiedervereinigung gilt.

Ein Beispiel für die falsche Politik in der Vergangenheit liefert Genscher ebenfalls: "Putin hat in einer Rede im Bundestag während seiner ersten Amtszeit als Präsident sich den Vorschlag einer gesamteuropäischen Freihandelszone zu eigen gemacht. Hätte die EU Putin beim Wort genommen, hätte Moskau auf das Thema EU-Mitgliedschaft der Ukraine meiner Überzeugung nach ganz anders reagiert." Die EU solle Putins Bereitschaft zu einer Freihandelszone daher "neu aufnehmen". Es sei nicht ausgeschlossen, dass es zu Putin künftig wieder ein Vertrauensverhältnis gibt. Genscher: "Ich glaube ja. Man muss es auf jeden Fall versuchen."

Vielleicht sollten sie in Berlin, Brüssel und Washington manchmal mehr auf den Rat der Alten hören. Denn ein Kalter Krieg ist kontraproduktiv - für alle Beteiligten.

Tim Schulze mit Agenturen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.