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Ukraine-Konflikt Russland unterstützt laut Nato Rebellen-Offensive


Nach dem Raketenangriff auf die Ukrainische Stadt Mariupol hat die Nato Russland unterstellt, die Separatisten-Offensive zu unterstützen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt den Angriff scharf.

Russische Truppen unterstützten nach Angaben der Nato in der Ukraine die jüngste Offensive der Rebellen. Die Soldaten würden im Osten des Landes den Separatisten mit Kommando- und Kontrollsystemen, Luftabwehr-Raketensystemen, Drohnen und modernen Raketenwerfern sowie elektronischer Kriegsführung zur Seite stehen, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er forderte Russland nachdrücklich auf, die militräische, politische und finanzielle Hilfe für die Rebellen einzustellen. Außerdem müsse Russland damit aufhören, die Ukraine zu destabiliseren.

Die Kämpfe in der Ostukraine hätten drastisch zugenommen, sagte Stoltenberg. Es gebe Hinweise auf eine groß angelegte Offensive der von Russland unterstützten Rebellen an mehreren Orten in den Bezirken Luhansk und Donezk sowie gegen die Hafenstadt Mariupol. Dies sei eine klare Missachtung der Waffenruhe. Im strategisch wichtigen Mariupol wurden nach Behördenangaben durch Raketenbeschuss der Separatisten mindestens 30 Menschen getötet.

EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter, wieder einmal habe eine Politik der Beschwichtigung den Aggressor zu mehr Gewalt ermutigt. Es sei an der Zeit, dass die EU ihre Politik "basierend auf kalten Tatsachen und nicht Illusionen" verschärfe. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko habe er darüber gesprochen, was die internationale Gemeinschaft tun sollte angesichts der zunehmenden Gewalt. Lettland, das derzeit den Vorsitz im Rat der Europäischen Union innehat, regte ein außerordentliches Treffen der EU-Außenminister an, um über die Lage zu beraten.

Ban verurteilt Raketenangriff auf Mariupol

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat unterdessen den tödlichen Raketenangriff auf die südostukrainischen Hafenstadt Mariupol in scharfen Worten verurteilt. "Die Raketen sind offenbar ziellos auf zivile Zonen geschossen worden, was ein Verstoß gegen die Menschenrechte wäre", erklärte Ban in New York. Ohne eine Schuldzuweisung für den Angriff mit 30 Toten und fast hundert Verletzten vorzunehmen, verurteilte Ban zudem die "einseitige Aufkündigung des Waffenstillstandes" durch die prorussischen Separatisten sowie deren Ankündigung einer neuen Offensive.

Der UN-Sicherheitsrat bemühte sich derweil nach Angaben aus Diplomatenkreisen um eine gemeinsame Haltung zu dem Raketenbeschuss. Die britische Regierung habe die Initiative für eine gemeinsame Erklärung des Gremiums ergriffen. Diese sei aber am Widerstand Russlands gescheitert, hieß es aus den Diplomatenkreisen. Der Vertreter Moskaus habe es abgelehnt, dass in der Erklärung Bezug genommen werde auf die Ankündigung einer Offensive auf Mariupol durch einen Separatistenführer.

Die am Samstag auf Mariupol abgefeuerten Raketen wurden nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aus einem von den prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgeschossen. Separatistenführer Alexander Sachartschenko hatte später den Beginn einer Offensive auf Mariupol verkündet, aber nicht direkt die Verantwortung für den Raketenangriff auf die Hafenstadt übernommen. Nach Behördenangaben wurden bei dem Angriff mindestens 30 Menschen getötet und 97 weitere verletzt. Russland hat wiederholt dementiert, mit eigenen Soldaten im Osten der Ukraine vertreten zu sein.

and/Reuters/AFP Reuters

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