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Bundesverteidigungsministerin Lambrecht besucht Ukraine – und sagt schnelle Waffenlieferung zu

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wurde in Odessa von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen
Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) wurde in Odessa von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen
© Jörg Blank / DPA
Erstmals seit dem russischen Angriff ist Verteidigungsministerin Christine Lambrecht in die Ukraine gereist. Ihrem ukrainischen Amtskollegen sagte sie schon für die nächsten Tage ein Luftabwehrsystem zu.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in die Ukraine gereist. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde die SPD-Politikerin am Samstag von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen. 

Wegen eines Luftalarms musste Lambrecht zeitweise in einem Bunker Schutz suchen. Der Alarm in der Hafenstadt Odessa dauerte am Samstagnachmittag etwa 45 Minuten. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow sagte, die Russen hätten eine Kalibr-Rakete abgeschossen, höchstwahrscheinlich von einem Schiff aus. Im Bunker warb er für die Lieferung von Anti-Schiffs-Raketen.

Lambrecht inspiziert Gepard-Stellung

Lambrecht hat auch einen ursprünglich aus Deutschland stammenden Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard inspiziert. Am Einsatzort des Systems im Getreidehafen von Odessa sagte die SPD-Politikerin am Samstag, dieses helfe beim Schutz der "kritischen Infrastruktur" und bei der Abwehr von russischen Luftangriffen. Aus dem Hafen wird ukrainisches Getreide über das Schwarze Meer in die Welt exportiert.

Die SPD-Politikerin sagte, die Situation mache deutlich, wie wichtig die rasche Lieferung einer ersten versprochenen Einheit des bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM sei. Lambrecht sprach von einer Lieferung in ein paar Tagen und lobte die ukrainische Mannschaft des Systems, die sie bei der Ausbildung in Deutschland getroffen habe. "Die Ukraine erlebt zurzeit unfassbar viele Luftangriffe, und deswegen ist es so wichtig, dass wir in Bezug auf Luftverteidigung noch mehr unterstützen", sagte Lambrecht. "Sie kann sich da auf uns verlassen."

Ukraine will auch Krim zurückerobern

Resnikow sagte, dass die Ukraine solange kämpfen werden, bis alle ihre Gebiete befreit seien - einschließlich der schon von 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Lambrecht betonte: "Brutalität darf keinen Erfolg haben." Sie zeigte zwar Verständnis für Kiews Forderung, Russland zum Terrorstaat zu erklären, schloss sich dem aber nicht ausdrücklich an. Es sei wichtig, dass die EU geschlossen bei den Sanktionen bleibe. Es müsse über zusätzliche Sanktionen gesprochen werden. "Das ist der richtige Weg. Damit hat Putin nicht gerechnet, dass die EU so geschlossen bleibt."

Verständnis zeigte die Ministerin auch für den Antrag der Ukraine, rasch in die Nato aufgenommen zu werden. Für ein solches Verfahren müssten aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. "Und ganz wichtig ist: Die Nato hat sich klar positioniert, wir werden keine Kriegspartei. Das haben wir schon zu Beginn dieses Konfliktes deutlich gemacht, und daran werden wir auch festhalten."

Nach Putin-Drohungen: Welche Folgen hätte ein russischer Atomwaffen-Einsatz? (Symbolbild einer Atombombe)

"Mutiger Kampf gegen Aggressor Russland"

Lambrecht besuchte in einem Militärkrankenhaus außerdem verletzte Soldaten. Bei einer Ehrung verdienter Soldaten durch Resnikow dankte sie den Frauen und Männern für deren Einsatz für die Souveränität der Ukraine und für die europäischen Werte. Der mutige Kampf der Ukrainer gegen den Aggressor Russland werde in Deutschland mit sehr großem Respekt wahrgenommen, sagte sie.

tkr DPA

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