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Absurde Forderung: Politikerin warnt russische Frauen: "Kein Sex mit Ausländern während der WM!"

Zur WM in Russland werden Millionen Begeisterte aus aller Welt erwartet. Ausgerechnet kurz vor Beginn des Turniers warnte eine Duma-Abgeordnete Russinnen vor Sex mit Ausländern.

Duma-Abgeordnete Tamar Pletnyova

Tamara Pletnyova warnt Russinnen vor Sex mit Fremden – und scheint noch nie von Kondomen gehört zu haben

Picture Alliance

Fußballweltmeisterschaften sind ein Fest der Kulturen. Auch in diesem Jahr treten wieder 32 Teams in Russland gegeneinander an – und bringen viele Fans mit. Und wo gefeiert wird, kommt es natürlich auch zu sexuellem Austausch. Eigentlich keine großes Thema. Doch die Duma-Abgeordnete und Vorsitzende des Familienausschusses im russischen Parlament, Tamara Pletnjowa, sprach nun eine merkwürdige Warnung aus. Sie sagte in einem Radio-Interview mit dem Sender "Govorit Moskva", dass Russinnen besser auf Sex mit Ausländern verzichten sollten. 

"Olympia-Kinder" leiden in Russland bis heute unter Diskriminierung

Ihre Begründung: Den aus dem Geschlechtsverkehr mit Fremden entstandenen Kindern könne in Diskriminierung drohen. Selbst wenn Russinnen Fremde heirateten, endeten die Beziehungen häufig schlimm, behauptete die Politikerin weiter. Es sei, so Pletnjowa, besonders dann ein gravierendes Problem, wenn Eltern nicht von der gleichen Ethnie sind. 

Sie antwortete damit auf eine Frage zu den sogenannten "Olympia-Kindern", die während der Olympischen Spiele 1980 in Moskau gezeugt wurden. Nach dem Sportevent brachten viele Russinnen Kinder von Männern aus Afrika, Lateinamerika und Asien zur Welt. Da Fremdenfeindlichkeit in Russland bis heute ein großes Thema in der russischen Gesellschaft ist, leiden viele dieser Kinder bis heute unter Diskriminierung.

Kein Sex ist auch keine Lösung

Doch selbst wenn man Verständnis für die Sorgen von Pletnjowa hat, bleibt trotzdem die Frage, warum die Politikerin nicht einfach die Benutzung von Kondomen fordert. Das wäre angesichts der begründeten Gefahr von übertragbaren Geschlechtskrankheiten sogar durchaus angebracht. Nirgendwo sonst auf der Welt breitet sich HIV aktuell so schnell aus, wie in Russland und Zentralasien. Mehr als eine Million Russen sind offiziell mit HIV infiziert.

Pletnjowas Aäßerung sorgte erwartungsgemäß für viel Aufsehen. Der Kreml distanzierte sich inzwischen von ihren Worten. "Was unsere russischen Frauen angeht, so werden sie wohl selbst mit all diesen Fragen klarkommen. Das sind die besten Frauen der Welt", sagte Peskow gegenüber Journalisten am Donnerstag. Er erinnerte zudem an die Unterschrift auf dem Fan-Ausweis, die lautet: "Sag nein zu Rassismus".

hh