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Griechische Schuldenkrise: Varoufakis vergleicht Griechenland mit "unterjochter Milchkuh"

Die griechische Regierung hat ihren Gläubigern zugesagt, die anstehenden Schuldenzahlungen zu leisten. Finanzminister Varoufakis sieht bei den Verhandlungen aber auch die Geldgeber in der Pflicht.

Griechenland will Zweifel an seiner Zahlungsfähigkeit zerstreuen und setzt auf eine rasche Einigung mit seinen Geldgebern. Das Land werde alles tun, um seine Schulden an den Internationalen Währungsfonds zurückzuzahlen, sagte am Montag Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis. "In dem Maße, in dem wir in der Lage sind, unsere Schulden zu begleichen, werden wir sie begleichen."

Damit antwortete er auf Fragen, ob Griechenland eine am 05. Juni fällige Tilgung von 300 Millionen Euro leisten könne. Dies hatte Innenminister Nikos Voutsis in Zweifel gezogen. Auf größeres Entgegenkommen der Bundesregierung kann Griechenland aber nicht hoffen. Es habe noch "ziemlich viele Anstrengungen vor sich, um das zu erfüllen, wozu es sich verpflichtet hat", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble und erteilte seinem griechischen Kollegen Yanis Varoufakis eine Abfuhr.

Varoufakis sieht auch Gläubiger in der Pflicht

Varoufakis hingegen betonte in einem Interview mit der BBC am Wochenende, dass auch die Geldgeber in der Pflicht seien. Sein Land habe enorme Schritte unternommen. "Wir sind ihnen drei Viertel des Weges entgegengekommen, sie müssen uns ein Viertel des Weges entgegenkommen", sagte er in der BBC. Er fügte hinzu": "Es liegt nicht in ihrem Interesse als Gläubiger, die Kuh, die Milch gibt, so zu unterjochen, dass die Milch nicht mehr ausreichen wird, damit sie ihr Geld zurückerhalten."

Außerdem bestätigte Varoufakis am Sonntag, dass er während des informellen Treffens der Eurogruppe im April im lettischen Riga Tonaufnahmen gemacht habe. Er nehme öfters mit seinem Handy Aufnahmen seiner Statements und Antworten auf, teilte Varoufakis mit.

tis/Reuters / Reuters
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