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CDU Nordrhein-Westfalen: Laschet folgt auf Wahlverlierer Röttgen

Ex-Umweltminister Norbert Röttgen ist nun auch den Vorsitz der NRW-CDU los. Künftig soll Armin Laschet die durch bei der Wahl arg gebeutelte Landespartei führen. Angeblich hat auch die Kanzlerin ihren Einfluss geltend gemacht.

Mit einer Doppelspitze will die CDU in Nordrhein-Westfalen nach ihrem Wahldebakel wieder Fuß fassen. Parteivize Armin Laschet soll Nachfolger des Wahlverlierers Norbert Röttgen an der Spitze des mitgliederstärksten CDU-Landesverbands werden. Für den ehemaligen NRW-Integrationsminister sprach sich die große Mehrheit des Landesvorstands aus, wie Laschet nach der Sitzung am Donnerstagabend in Düsseldorf mitteilte. Karl-Josef Laumann verzichtete auf eine Gegenkandidatur - er will bis 2017 die Oppositionsfraktion im NRW-Landtag führen. Damit bleibt der NRW-CDU ein Führungsstreit erspart. Röttgen selbst äußerte sich wie schon in den vergangenen Tagen nicht.

Der 51-Jährige Laschet soll auf einem Parteitag am 30. Juni in Krefeld gewählt werden. Laumann sagte, der Vorschlag einer Doppelspitze sei "nicht nur respektiert", sondern von vielen auch mit "großer Erleichterung" aufgenommen worden. Eine formale Abstimmung habe es im Vorstand nicht gegeben.

"Tiefer im Land, breiter in den Themen"

Laschet betonte, er wolle als Parteichef die Devise verfolgen: "Tiefer im Land verankert und breiter in den Themen." Harte Arbeit stehe bevor, um die geschwächte CDU nach der verheerenden Wahlniederlage vom 13. Mai und dem Absturz auf 26,3 der Stimmen wiederaufbauen. "Ja, wir trauen uns das zu", fügte er hinzu. Jetzt müsse der Neuanfang zügig beginnen.

Laschet wollte bereits 2010 Landesvorsitzender werden, verlor aber eine Mitgliederbefragung gegen Röttgen. Dieser hatte noch am Wahlabend seinen Rücktritt angekündigt. Drei Tage später entließ ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch als Umweltminister.

Zunächst waren auch dem Sozialpolitiker Laumann (54) Ambitionen auf den Parteivorsitz nachgesagt worden. Laumann sagte am Abend: "Die Aufgaben, die vor uns liegen, sind gewaltig." Es solle keinen "Schönheitswettbewerb" zwischen ihm und Laschet geben, ihre Verschiedenheit könne hilfreich sein. Es gebe "dicke Arbeit für zwei und die dazugehörigen Teams".

Nahm Merkel Einfluss auf Führungsdebatte?

An der Basis regte sich Kritik. Mehrere Kreisvorsitzende beklagten, man sei nicht angemessen berücksichtigt worden. Sie verlangen, dem Parteitag Regionalkonferenzen vorzuschalten, wie die "Rheinische Post" berichtet. "Hinterzimmer-Entscheidungen sind nicht zielführend, wenn man die NRW-CDU wieder auf Erfolgskurs bringen will", zitiert die Zeitung den Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau. "Wir haben nichts ausgeklüngelt", betonte dagegen Laumann.

Bundeskanzlerin und Parteichefin Angela Merkel soll sich in die Führungsdebatte in NRW eingeschaltet und auf Laumann eingewirkt haben. Laut "Rheinischer Post" bat sie ihn, einem Kompromiss mit Laschet zuzustimmen. Laschet sagte dazu, Merkel habe keinen Einfluss in der Personalfrage gehabt.

dho/DPA / DPA