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Zwei-Prozent-Ziel Debatte über Bundeswehr-Etat ist bereits entfacht

Wird der Bundeswehr-Etat erhöht?
Eine Erhöhung des Bundeswehr-Etats ist laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine berechtigte Forderung der USA
© Mindaugas Kulbis/AP
Laut Ursula von der Leyen braucht die Bundeswehr sowieso mehr Geld. Der US-Verteidigungsminister James N. Mattis hat die Nato-Partner zu höheren Verteidigungsausgaben aufgefordert. In Deutschland ist die Diskussion darüber bereits in vollem Gange.

Die Drohung des US-Verteidigungsministers James N. Mattis, die USA würden sich im Bündnis weniger engagieren, sollten die Nato-Partner nicht ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen, hat in Deutschland einen politischen Streit über die künftigen Verteidigungsausgaben losgetreten.

Die SPD kritisierte diese Idee. Für Deutschland würde das fast eine Verdoppelung der Ausgaben bedeuten, rechnete der verteidigungspolitische Sprecher Rainer Arnold vor. Eine derart drastische Erhöhung halte er für "ehrlich abenteuerlich", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wo sollen wir denn hin mit dem ganzen Geld?"

Ursula von der Leyen hält Forderungen für plausibel

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach hingegen in den "ARD"-Tagesthemen von plausiblen Forderungen. Es sei nicht fair, dass die Amerikaner doppelt so viel leisteten wie alle Europäer zusammen, sagte die CDU-Politikerin. Sie hätten recht, wenn sie einen glaubwürdigen Plan für das Erreichen des Zwei-Prozent-Ziels einforderten.

Nach Angaben aus Nato-Kreisen müsste Deutschland eigentlich rund 75 Milliarden US-Dollar ausgeben. Nach jüngsten Nato-Vergleichszahlen lag die Bundesrepublik zuletzt bei Ausgaben von knapp 45 Milliarden Dollar. Nach anderen Rechenmodellen wäre die relative Steigerung sogar noch größer.

Deutsche Wirtschaft zu stark für Zwei-Prozent-Regel

Auf Druck der USA hatten sich die Nato-Partner 2014 das Ziel gesetzt, ihre Verteidigungsausgaben innerhalb eines Jahrzehnts auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Deutschlands Quote lag zuletzt bei nur 1,2 Prozent.Arnold sagte, Deutschland erhöhe bereits seine Ausgaben und müsse diesen Weg weitergehen. Die Zwei-Prozent-Regel sei aber eher für schwächere Volkswirtschaften geeignet. "Sollte sich bei uns die Wirtschaftsentwicklung abschwächen, kämen wir auch schnell auf zwei Prozent - geholfen wäre damit aber niemandem", sagte der Verteidigungsexperte. "Ich halte das für eine merkwürdige Debatte." Sinnvoller sei eine Klärung, "welche Fähigkeiten Deutschland und andere Partner jeweils einbringen können".

Von der Leyen fordert Geld für die Bundeswehr

Von der Leyen betonte, dass die Bundeswehr das zusätzliche Geld sehr wohl gebrauchen könne. "Wenn wir sehen, wie viele Aufträge die Bundeswehr heute für unsere Sicherheit leistet, (...) dann weiß ich genau, dass wir das nur durchhalten, wenn auch dauerhaft mehr in die Bundeswehr investiert wird", erklärte sie mit Blick auf zahlreiche Auslandseinsätze.

Die Drohungen der USA gegen die Nato-Partner versuchte sie herunterzuspielen. Ihr US-Kollege James Mattis habe ihr sehr deutlich klargemacht, wie "unverbrüchlich" die USA zu den gemeinsamen Werten der Nato stünden, sagte sie in den ARD-"Tagesthemen". "Die Amerikaner wissen auch, was sie an Europa und ihren alliierten Freunden haben."

Das Vorgehen der USA, den Plan für höhere Verteidigungsausgaben der Europäer mit einem Ultimatum einzufordern, kritisierte von der Leyen nicht direkt. Sie sagte allerdings, kostbar sei in der Nato auch "das tiefe Vertrauen, dass wir füreinander einstehen ohne Wenn und Aber".

mrk DPA

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