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Die Morgenlage: New York baut in Corona-Krise provisorische Leichenhalle

EU-Videogipfel zur Corona-Krise +++ Attentäter von Christchurch bekennt sich schuldig +++ US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

USA, New York: Ein Zelt, das als behelfsmäßige Leichenhalle genutzt werden soll, wird gebaut

USA, New York: Ein Zelt, das als behelfsmäßige Leichenhalle genutzt werden soll, wird gebaut

DPA

Guten morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

New York City entwickelt sich zum Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Die Millionenmetropole hat mit etwa 200 Toten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mit Abstand die meisten US-Opfer. Angesichts der ansteigenden Totenzahlen hat New York nun eine provisorische Leichenhalle errichtet.

Die Schlagzeilen zum Start in den  Tag:

US-Experte Fauci warnt vor zweiter Welle des neuen Coronavirus

Das Coronavirus könnte nach Ansicht eines führenden US-Experten zu einem jährlich wiederkehrenden Problem ähnlich der normalen Grippe werden. Es sei bedenklich, dass die Zahl der bekannten Infektionen derzeit in der südlichen Hemisphäre ansteige, wo es langsam kälter werde, sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus.

Es sei daher vorstellbar, dass das Virus sich dort verbreite und dann im nächsten Winter wieder von dort ausgehend in die nördliche Halbkugel komme. "Wir müssen vorbereitet sein", forderte Fauci. Aus diesem Grund sei es nun unverzichtbar, mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs zu arbeiten und klinische Versuche durchzuführen, um wirksame Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen zu finden, erklärte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten Fauci.

Christchurch: Angeklagter Schütze plädiert überraschend auf schuldig

Attentäter von Christchurch bekennt sich überraschend schuldig

Ein gutes Jahr nach dem verheerenden Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat sich der mutmaßliche Attentäter überraschend als schuldig bekannt. Der 29-jährige Angeklagte habe vor dem Gericht in Christchurch die 51 Morde und 40 versuchten Morde zugegeben, teilte die neuseeländische Polizei mit. Im Juni hatte der australische Rassist noch erklärt, in allen Anklagepunkten unschuldig zu sein. Der Termin vor dem Gericht am Donnerstag war spontan anberaumt worden. Der Angeklagte wurde per Video zugeschaltet. Nach Medienberichten wurden ihm die Namen aller 51 Getöteten vorgelesen, bevor er nach seiner Schuld gefragt wurde. "Oh, ok, ja, schuldig", sagte er Berichten örtlicher Medien zufolge. 

New York baut in Corona-Krise provisorische Leichenhalle

Angesichts ansteigender Totenzahlen in der Corona-Krise hat die Millionenmetropole New York eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weißen Zelte wurden außerhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten und lokale Medien übereinstimmend am Mittwoch berichteten. Die Internetseite "Politico" berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. 

New York hat in der Corona-Pandemie mit etwa 200 Toten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mit Abstand die meisten US-Opfer. Landesweit lag die Zahl der Toten am Mittwochabend (Ortszeit) demnach bei rund 900. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen.

Zahl importierter Coronavirus-Erkrankungen in China steigt weiter

In China ist die Zahl "importierten Fälle" mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, wurden 67 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits 541 solcher Fälle. Wie aus den offiziellen Zahlen hervorging, gab es jedoch erneut keine lokalen Erkrankungen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere sechs Menschen. Nach offiziellen Angaben sind bislang 3287 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81 285 Infizierte registriert, von denen sich bislang mehr als 74.000 wieder erholt haben.

Coronavirus: US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund zwei Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) mit überwältigender Mehrheit angenommen. Nun muss noch das Repräsentantenhauses zustimmen, was im Lauf der Woche passieren sollte. Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen. 

Das wird heute wichtig: 

G20 will über gemeinsamen Kampf gegen Corona-Pandemie beraten

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte kommen am Donnerstag zu einem Video-Sondergipfel zur Corona-Krise zusammen. Bei dem virtuellen Treffen der G20 unter Leitung des saudischen Königs Salman soll es um weltweit koordinierte Schritte zur Eindämmung der Pandemie und zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen gehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird an der Videoschalte teilnehmen. 

Für den Sondergipfel hatten sich unter anderen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Präsident Xi Jinping ausgesprochen. Ziel müsse es sein, unter Einbeziehung der Weltgesundheitsorganisation an der Behandlung von Covid-19 und einem Impfstoff zu arbeiten. Außerdem brauche es einen Plan, um die Weltwirtschaft mit fiskalischen und monetären Maßnahmen zu stabilisieren. 

Coronavirus: RKI warnt – Covid-19 auch für Jüngere gefährlich

Klöckner und Scheuer informieren über Corona-Auswirkungen

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf den Verkehr, die Landwirtschaft und die Supermärkte in Deutschland. Über die aktuelle Lage wollen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag (13.30) in Berlin informieren. Dabei soll es um die Situation im Personen- und Güterverkehr sowie bei Lieferketten gehen - hier wirken sich auch Reisebeschränkungen an den deutschen Grenzen aus. Viele Supermärkte müssen mit höherer Nachfrage nach bestimmten Produkten zurechtkommen. In der Landwirtschaft drohen Engpässe bei Erntehelfern.

EU-Videogipfel zur Corona-Krise

Bei einem Videogipfel wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag erneut ihre Maßnahmen gegen die Corona-Krise abstimmen. Thema sind die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Virus, die Lastwagenstaus an den innereuropäischen Grenzen und der gemeinsame Kampf gegen die Wirtschaftskrise infolge der Pandemie.

Das Europaparlament befasst sich in einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag (ab 10.00 Uhr) ebenfalls mit Maßnahmen gegen die Folgen der Pandemie. Die Abgeordneten stimmen über mehrere Vorschläge der EU-Kommission ab, darunter die Nutzung von Milliarden aus dem EU-Haushalt und eine Neuregelung von Landeslots als Maßnahme zugunsten der Luftfahrtbranche. Zur Plenartagung in Brüssel werden nur wenige der 705 Abgeordneten erwartet. Wegen der Pandemie wird erstmals auch die Teilnahme an Abstimmungen aus der Ferne erlaubt.

Nach Olympia-Verschiebung: Task Force vor vielen Aufgaben 

Nach der Verlegung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021 nimmt am Donnerstag in Tokio die eingesetzte Task Force mit dem Namen "Here we go" (Los geht's) ihre Arbeit auf. Erstes Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen geeigneten Termin für die Sommerspiele zu finden. Im Gespräch sind das Frühjahr oder der Sommer 2021. Aber auch die weiteren offenen Fragen wie etwa die Folgen für das Olympische Dorf müssen in den nächsten Wochen besprochen werden.

EuGH urteilt über Disziplinarverfahren gegen polnische Richter

Der Europäische Gerichtshof urteilt am Donnerstag (9.30 Uhr) über einen Teil der umstrittenen Justizreform in Polen. Diesmal geht es um die Rechtmäßigkeit der neuen Disziplinarverfahren gegen Richter, die die nationalkonservative PiS-Regierung 2017 eingeführt hatte. Die EuGH-Richter könnten jedoch auch entscheiden, dass die neue Regelung zum aktuellen Zeitpunkt noch kein Fall für den Gerichtshof ist. 

In dem laufenden Verfahren verweisen mehrere polnische Gerichte unter anderem darauf, dass der Justizminister sich über die Reform Einfluss auf die Einleitung und Durchführung von Disziplinarverfahren gegen Richter verschafft habe. Die Disziplinargerichtsbarkeit könne demnach zu einem Werkzeug werden, um missliebige Personen zu entfernen. Zudem könnten sich Richter zu vorauseilendem Gehorsam gedrängt fühlen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

rw / fs / DPA / AFP