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Ex-Pilot geht an die Medien: Ramstein spielt Schlüsselrolle bei Obamas Drohnen-Krieg

Sind deutsche US-Stützpunkte an Drohnen-Angriffen beteiligt? Der US-Präsident widersprach bisher entsprechenden Berichten. Jetzt sagt ein Ex-Pilot: Ohne Deutschland wäre der Drohnen-Krieg unmöglich.

Die US-Luftwaffenbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein spielt Medienberichten zufolge eine wichtige Rolle bei den umstrittenen Drohnen-Angriffen in Ländern wie Pakistan, Jemen oder Somalia. "Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnen-Krieg des US-Militärs nicht möglich", sagte der ehemalige Drohnen-Piloten Brandon Bryant NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". Nach Recherchen der drei Medien werden Bilder der Drohnen-Einsätze in Ramstein analysiert und mit nachrichtendienstlichen Erkenntnissen abgeglichen. Zudem werde Ramstein als Relaisstation genutzt, um Steuerungsbefehle an die weltweit operierende Drohnenflotte zu übermitteln.

Bereits im Mai vergangenen Jahres gab es Berichte darüber, dass die US-Drohnenangriffe in Afrika von dem Stuttgarter Einsatzführungskommando der US-Streitkräfte, "Africom", aus gesteuert würden. Auch damals wurde die Satellitenstation in Ramstein erwähnt. Nach dem aktuellen Bericht soll diese für die Drohnen-Angriffe weltweit genutzt werden, also auch für Pakistan, wo die mit Abstand meisten Angriffe erfolgen sollen.

Obama beschwichtigte bei Berlin-Besuch 2013

US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem Berlin-Besuch im vergangenen Juni versichert, dass Deutschland nicht als Ausgangspunkt für US-Drohnenangriffe in Afrika genutzt wird. "Ich weiß, dass es einige Berichte in Deutschland gegeben hat, dass das eventuell der Fall sei. Das ist nicht der Fall", sagte er.

Die neuen Recherchen stützen sich auf amerikanische Dokumente und die Aussagen Bryants, der bis April 2011 von New Mexico in den USA aus Drohnen gesteuert haben soll. Bei Dienstbeginn habe er immer als erstes in Ramstein angerufen, sagt Bryant. Wegen der großen Entfernung der Einsatzgebiete von den USA müsse das Signal über Deutschland geleitet werden.

Zudem befindet sich laut den Medien in Ramstein seit Februar 2003 eine "Distributed Ground System 4" (DGS-4) genannte Einheit, die Live-Bilder der Drohnen-Einsätze analysiert und mit Geheimdienstinformationen abgleicht. Über ein verschlüsseltes Chat-Programms namens mIRC erhalten die Drohnen-Piloten demnach aus Ramstein dann Analysen und Anweisungen. Das DGS-4 sei eine von fünf weltweit operierenden Einheiten, die Drohnenbilder auswerten. Welche Einheit welche Drohneneinsätze konkret begleitet, sei aber unklar.

anb/DPA/AFP / DPA