Handwerkspräsident Kentzler Merkel soll Reformpläne endlich auf den Weg bringen


Kurz vor dem Spitzentreffen der Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Handwerkspräsident Otto Kentzler die Regierungskoalition zur raschen Umsetzung der versprochenen Reformpläne aufgefordert.

Kurz vor dem Spitzentreffen der Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Handwerkspräsident Otto Kentzler die Regierungskoalition zur raschen Umsetzung der versprochenen Reformpläne aufgefordert. Der Koalitionsvertrag sei ein "ganz perfekter Fahrplan", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks am Freitag im WDR-Rundfunk. "Es muss nur jetzt deutlich werden auch bei der Bevölkerung, bei den Bürgern und natürlich dann eben auch bei den Firmen, dass das so eingehalten wird und endlich auf den Weg gebracht wird." Die Kritik von BDI-Chef Hans-Peter Keitel, der der Regierung Orientierungslosgkeit vorgeworfen hatte, bezeichnete Kentzler allerdings als überzogen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hielt sich vor dem Treffen in München mit Kritik an der Koalition zurück. Das äußere Erscheinungsbild der Regierung könne zwar durchaus besser sein, sagte Hundt im Bayerischen Rundfunk. "Aber die Legislaturperiode hat gut 1500 Tage, das entspricht einem 1500 Meter Lauf und ich habe noch nie gehört, dass ein Läufer nach den ersten 100 Metern bewertet wurde."

Bei dem Spitzentreffen von Merkel und den Verbänden auf der Internationalen Handwerksmesse in München dürfte die jüngste Kritik aus der Wirtschaft am Zustand der schwarz-gelben Koalition ein wichtiges Thema sein. So hatte BDI-Präsident Keitel dem Bündnis aus Union und Freien Demokraten unlängst Orientierungslosigkeit vorgeworfen. Die Regierung habe fahrlässig und aus wahltaktischen Gründen eine Debatte über die Finanzierung von Langzeitarbeitslosen losgetreten. Unter dem Druck von Umfragen dürfe man sich jedoch nicht in die populistische Ecke flüchten.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft werden bei dem Treffen mit Merkel voraussichtlich vor erheblichen Risiken für den beginnenden Aufschwung warnen. Dies geht zumindest aus dem Entwurf einer Gemeinsamen Erklärung von ZDH, BDI, BDA und DIHK für das Spitzentreffen mit Merkel hervor, der der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe) vorliegt. Deutschland habe zwar die Talsohle der Wirtschafts- und Finanzkrise durchschritten. Dennoch würden Risiken für den Aufschwung bleiben, aktuell vor allem die exorbitante Staatsverschuldung im Euroraum sowie die Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Kreditversorgung.

Reuters Reuters

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