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Kanzleramtschef Universität Gießen überprüft Doktorarbeit von Helge Braun

Helge Braun blickt in die Kamera
Die Gießener Justus-Liebig-Universität überprüft, ob Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in seiner Doktorarbeit 2007 gegen wissenschaftliche Standards verstoßen hat
© Bernd von Jutrczenka / DPA
Hat Kanzleramtsminister Helge Braun in seiner Doktorarbeit 2007 gegen wissenschaftliche Standards verstoßen? Das wird jetzt von der Universität Gießen überprüft.

Die Gießener Universität überprüft die Dissertation von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Anlass sind Vorwürfe, die "von einer Einzelperson" Ende Januar dieses Jahres an die Hochschule herangetragen wurden, wie die Universität am Donnerstag mitteilte. Dabei gehe es zum einen um das Verhältnis der Doktorarbeit zu einer zuvor erschienenen Publikation mit Braun als Koautor. Zudem gehe man Vorwürfen "auf mögliche Überschneidungen mit anderen Schriften" nach, so die Hochschule. Zuvor hatten die "Gießener Allgemeine Zeitung" und der "Gießener Anzeiger" berichtet.

Helge Braun wurde 2007 zum Doktor der Medizin promoviert

Braun promovierte 2007 im Alter von 35 Jahren zum Doktor der Medizin. Seine Doktorarbeit befasste sich mit dem Einfluss intraoperativer Tachykardien (Herzrasen während einer Operation) auf die postoperative Prognose.

Braun selbst bat um die Überprüfung der Vorwürfe. Der Arzt und CDU-Politiker schrieb am Mittwochabend auf Twitter, er habe "heute die Öffentlichkeit informiert, dass die Justus-Liebig-Universität Gießen auch auf meine Bitte hin den Bezug einer vorausgegangenen Teilpublikation der Ergebnisse von mir und anderen Autoren zu meiner Dissertation überprüft".

An der Universität gibt es für solche Fälle ein abgestimmtes Prozedere. Die Ombudsperson der Hochschule unterzog den Vorwurf den Angaben zufolge bereits einer ersten Prüfung und übergab das Vorermittlungsverfahren im Februar satzungsgemäß an den Vorsitzenden der Kommission zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis.

Die Beteiligten konnten inzwischen Stellung dazu nehmen. Nach Abschluss der Vorprüfung im April sei nunmehr die Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis mit der Weiterführung des Verfahrens betraut, erklärte die Hochschule. Wann es ein Ergebnis geben wird, war offen.

anb AFP DPA

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