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Die Morgenlage Arbeitsminister Heil fordert: Tönnies muss für Schäden durch Coronavirus-Ausbruch haften

Hubertus Heil will Tönnies für den Corona-Ausbruch haften lassen
Hubertus Heil will Tönnies für den Corona-Ausbruch haften lassen
© Britta Pedersen / DPA
Bolton hofft auf Abwahl Trumps +++ Zahl der Corona-Toten in Brasilien übersteigt 50.000 +++ Russland und USA führen Abrüstungsgespräche +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

im Schlachtereibetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind mittlerweile 1331 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, das sind mehr als ein Fünftel der Belegschaft. Firmenchef Clemens Tönnies entschuldigte sich zwar am Samstag öffentlich, aber das Unternehmen wird wohl mit Konsequenzen rechnen müssen. Geht es nach Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD, wird der Fleischkonzern für entstandene Schäden im Kreis Gütersloh haften müssen. "Es muss eine zivilrechtliche Haftung des Unternehmens geben", sagte Heil am Sonntagabend. Der Konzern habe mit Verstößen gegen die Corona-Regeln "eine ganze Region in Geiselhaft genommen".

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Bolton hofft auf Abwahl Trumps - "er sollte nicht Präsident sein"

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hofft auf eine Abwahl von Präsident Donald Trump bei der Wahl im November. Er hoffe, dass Trump in die Geschichte eingehen werde als "ein Präsident mit einer Amtszeit, der das Land nicht unwiederbringlich in eine Abwärtsspirale gestürzt hat", sagte Bolton in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders ABC. Die Schlussfolgerung aus seinem am kommenden Dienstag erscheinenden Buch sei deutlich: "Ich denke, er sollte nicht Präsident sein." Bolton sagte, er werde weder für Trump noch für dessen mutmaßlichen Herausforderer Joe Biden stimmen. 

537 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 537 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190 359 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 22.06., 0 Uhr). 8885 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175 300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, stieg nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79). 

Zahl der Corona-Toten in Brasilien übersteigt Marke von 50.000

In Brasilien hat die Zahl der verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie die Marke von 50.000 überschritten. Am Sonntag wurden weitere 641 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert, womit die Gesamtzahl auf 50.617 stieg, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. Die offizielle Zahl der Infektionen im größten und bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land lag bei 1,085 Millionen. Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. In den Vereinigten Staaten lag die Zahl der Corona-Toten am Sonntag bei fast 120.000. Mehr als 2,2 Millionen Infektionsfälle wurden in den USA verzeichnet. 

Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Auflagen in den Niederlanden

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Sonntag in Den Haag berittene Beamte und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Rund 400 Menschen seien festgenommen worden. Die Demonstranten im Zentrum von Den Haag protestierten unter anderem gegen die Abstandsregel von 1,50 Metern. Viele von ihnen hielten Hände. Der Protest verlief nach Polizeiangaben zunächst friedlich, bis Fußballfans dann am nahegelegenen Bahnhof Steine und Flaschen gegen Polizisten schleuderten.

Acht Schulkinder in China ertrinken bei Rettungsversuch

Im Südwesten Chinas sind acht Schulkinder nach einem fehlgeschlagenen Rettungsversuch an einem Fluss ertrunken. Wie die staatliche Volkszeitung berichtete, spielten die Kinder am Sonntag an einem Fluss am Rande der südwestchinesischen Stadt Chongqing. Als eines der Kinder ins Wasser fiel, versuchten die anderen sieben Kinder, die im Grundschulalter gewesen sein sollen, zu helfen, ertranken aber ebenfalls. Nach einer Suchaktion wurden die Leichen aller acht Kinder im Wasser entdeckt. Nach Schätzung des chinesischen Gesundheitsministerium ertrinken in China jährlich über 50 000 Menschen. In einigen ländlichen Gemeinden Chinas lernen nur zehn Prozent der Kinder schwimmen.

Was heute wichtig wird:

Russland und USA führen Abrüstungsgespräche in Wien

Russland und die USA beginnen heute auf Ebene der Außenministerien in Wien Gespräche über eine mögliche neue atomare Abrüstungsvereinbarung. Der letzte große atomare Abrüstungsvertrag New Start, der die Begrenzung strategischer Kernwaffen regelt, läuft am 5. Februar 2021 aus. Russland hatte zuletzt immer wieder Druck auf die Amerikaner gemacht, die Verhandlungen endlich zu beginnen.

Maas reist nach Italien: Corona, EU und Libyen im Mittelpunkt

Außenminister Heiko Maas reist an diesem Montag nach Italien, um dort die Schwerpunkte der am 1. Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorzustellen. Zusammen mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio will der SPD-Politiker auch das Hauptquartier der EU-Marinemission "Irini" zur Unterbindung des Waffenschmuggels nach Libyen und das staatliche Spallanzani-Institut zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten besuchen. 

Nach Amthor-Rückzug: Kandidat für CDU-Landesvorsitz stellt sich vor

Nach dem Rückzug Philipp Amthors wird sich der neue Kandidat für den Landesvorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommerns, Michael Sack, am Montag (13 Uhr) zu seiner Kandidatur äußern. An der Pressekonferenz in Schwerin nimmt neben Sack auch der kommissarische CDU-Landeschef Eckhardt Rehberg teil. Sack wurde am Freitagabend vom Landesvorstand als Kandidat für den Parteivorsitz nominiert. Er ist bislang der einzige Kandidat für den Posten.

Sehen Sie im Video: "Haben geglaubt, alles richtig zu machen" – Clemens Tönnies entschuldigt sich. O-TÖNE VON CLEMENS TÖNNIES, MITEIGENTÜMER TÖNNIES HOLDING: "Ich kann mich als Unternehmer und als jemand, dem es in erster Linie um die Menschen geht, um Rheda geht, um den Kreis Gütersloh und die angeschlossenen Kreise, nur in aller Form entschuldigen, ja um Entschuldigung bitten, weil wir sind die Ursache dieses Themas." "Sie sehe mich hier als ein Familienunternehmer, der in den letzten 50 Jahren, Tönnies wird nächstes Jahr 50 Jahre, dem es vergönnt war, einen tollen Konzern aufzubauen, ein tolles Unternehmen, und der aber vor der größten Krise, und zwar einer existenziellen Krise dieses Unternehmens steht. Wir sind in diese Pandemie miteinander als Gesellschaft geraten und haben als Unternehmen geglaubt, alles richtig zu machen." "Ich brauche gar nicht so lange überlegen, aber ich möchte mindestens ein bisschen Ruhe dafür. Ich werde dieses Unternehmen aus dieser Krise führen, und dann sehen wir weiter. Ich mache mich nicht aus dem Staub und lasse das Unternehmen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stich. Ich werde alles dafür tun. Und bisher, seit Mittwoch, ist nichts mehr so, wie es war, ganz klar. Und ich kann auch eins sagen: So werden wir nicht weitermachen."
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Apples Entwicklerkonferenz WWDC findet erstmals online statt

Apple hält seine Entwicklerkonferenz WWDC wegen der Corona-Krise von Montag an erstmals als Online-Event ab. Bei der jährlichen Veranstaltung gibt es traditionell erste Informationen zur künftigen Software der iPhones, iPad-Tablets und Mac-Computer. Eine große Neuigkeit könnte in diesem Jahr der Übergang von Intel-Prozessoren zu Chips aus eigener Entwicklung bei den Mac-Computern werden.

Fußball-Bundesliga will Milliarden-Deal veröffentlichen

Die Deutsche Fußball Liga wird am Montag die Ergebnisse der Auktion der Medienrechte präsentieren. Bei der Mitgliederversammlung (13.30 Uhr) erfahren die 36 Profivereine, wie viel Geld sie in den vier Spielzeiten von 2021/2022 an zur Verfügung haben. Die bisher letzte Auktion erbrachte 4,64 Milliarden Euro für vier Spielzeiten. Eine erneute Steigerung von mehr als 80 Prozent, so wie bei der Ausschreibung vor vier Jahren, gilt als äußerst unwahrscheinlich.

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fin /tis DPA AFP

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