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Nach Tod Osama bin Ladens Bundesregierung warnt vor Racheakten


Osama bin Laden ist tot. Doch die Gefahr terroristischer Anschläge besteht weiterhin - auch in Deutschland. Die Bundesregierung mahnt die Bürger wegen möglicher Racheakte von Al-Kaida zur Wachsamkeit.

Die Bundesregierung hat die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden begrüßt, aber die Bürger zur Wachsamkeit wegen möglicher Racheakte aufgerufen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte, er habe zwar bisher keine Hinweise, dass die Terrorgefahr in Deutschland gestiegen sei. Er könne aber keine Entwarnung geben. Das Auswärtige Amt rief die Deutschen bei Auslandsreisen zu erhöhter Vorsicht auf. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor ihre Staatsbürger vor möglichen Racheakten gewarnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert erklären: "Mit der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden und seiner Tötung ist dem US-Militär ein entscheidender Schlag gegen Al-Kaida gelungen." Besiegt sei der internationale Terrorismus damit aber noch nicht. "Wir alle werden wachsam bleiben müssen", hieß es in einer Mitteilung. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, bin Laden sei einer der "brutalsten Terroristen der Welt" gewesen, der das Leben von mehreren tausend Menschen auf dem Gewissen habe.

Der Außenminister verteidigte den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. "Wir sind nicht in Afghanistan gewesen, um einen Mann zu bekämpfen, sondern wir sind in Afghanistan, weil wir verhindern wollen, dass Afghanistan wieder ein Rückzugsgebiet für den Terrorismus auf der ganzen Welt wird."

Friedrich erklärte, es sei verfrüht zu jubeln und zu glauben, dass der Terrorismus beendet sei. In den vergangenen zehn Jahren habe sich ein Netzwerk terroristischer Zellen gebildet, das weiter existiere. Er gehe aber davon aus, dass der internationale Terrorismus mit dem Ende der Symbolfigur Bin Laden mittel- und langfristig geschwächt sei, sagte der Minister in München unmittelbar vor der Abreise in die USA. Dort wolle er mit seinen Gesprächspartnern auch über den internationalen Terrorismus reden.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sagte, er rechne damit, dass das Terrornetzwerk Al Kaida versuchen werde, sich an den Amerikanern und der pakistanischen Regierung zu rächen. Dies werde aber "eher nicht" in Deutschland geschehen. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, wies darauf hin, dass das von bin Laden gegründete Terrornetz seit langem dezentral funktioniere. "Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern." Das zeigten auch die Festnahmen von drei mutmaßlichen Al-Kaida-Mitgliedern am Freitag in Nordrhein-Westfalen.

DPA DPA

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