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Die Morgenlage: Tui stellt wegen der Coronavirus-Krise den Reisebetrieb weitgehend ein

Corona-Krise: Tui stellt Reisebetrieb ein +++ Schulen und Kitas bleiben geschlossen +++ Viele Stichwahlen nach bayerischen Kommunalwahlen +++ Joe Biden gewinnt TV-Debatte der US-Demokraten +++ Bundesliga sucht Ausweg aus Corona-Krise +++ Die Nachrichtenlage am Montag.

Leere Schalter bei der Tui

Nichts geht beim Reisekonzern Tui: An den Schaltern im Flughafen von Palma de Mallorca herrscht gähnende Leere

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

es ist der erste Arbeits-Alltag, an dem wir mit den weitreichenden Einschränkungen wegen der Coronavirus-Krise leben müssen. Die deutschen Grenzen nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz sind dicht. Dänemark, Polen und Tschechien haben ebenfalls ihre Grenzen zu Deutschland geschlossen. In nahezu allen Bundesländern bleiben Schulen und Kitas geschlossen, vielerorts sind praktisch alle kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Veranstaltungen abgesagt - es geht darum, im Wesentlichen zuhause zu bleiben und so dabei zu helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Bleiben Sie geduldig, auch wenn es manchmal sicherlich schwer fällt.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Tui stellt Reiseaktivitäten weitgehend ein

Der Touristikkonzern Tui setzt wegen der Coronavirus-Krise den größten Teil seiner Reiseaktivitäten aus. Eine Prognose der Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr traut sich das Management angesichts der Belastungen nicht mehr zu, weshalb der Ausblick von Mitte Februar laut einer Mitteilung aus der Nacht zum Montag zurückgezogen wurde. "In dem sich gegenwärtig schnell verändernden Umfeld bleiben die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste und Mitarbeiter auf der ganzen Welt von höchster Wichtigkeit. Deshalb hat der Tui Konzern (...) beschlossen, den größten Teil aller Reiseaktivitäten, einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb, bis auf weiteres auszusetzen", hieß es.

Um die Folgen der Krise auf das Jahresergebnis zu mildern, sollen die Kosten nun deutlich gesenkt werden. Zudem will der Konzern Staatsgarantien zur Unterstützung beantragen, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Aktuell verfügt Tui den Angaben zufolge noch über Finanzmittel und verfügbare Kreditfazilitäten in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro.

Kampf gegen Coronavirus: Schulen und Kitas machen dicht

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus werden von diesem Montag an deutschlandweit Tausende Schulen und Kitas geschlossen. Die Anordnungen gelten in den meisten Bundesländern bis zum Ende der Osterferien. Betroffen sind Millionen Menschen: Bundesweit gibt es 2,8 Millionen Grundschüler, in Tageseinrichtungen und Horten werden 3,7 Millionen Kinder betreut. Die wochenlange Schließung stellt Eltern und Arbeitgeber vor beispiellose Probleme.

Streit um Impfstoff-Firma - Maas kritisiert US-Begehrlichkeiten

Außenminister Heiko Maas hat den mutmaßlichen Versuch der US-Regierung kritisiert, das Tübinger Pharma-Unternehmen CureVac zu einem Standortwechsel zu bewegen. "Deutsche Forscher sind führend an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt, in weltweiten Kooperationen. Wir können nicht zulassen, dass sich andere ihre Forschungsergebnisse exklusiv aneignen wollen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Darüber habe er bereits mit seinen Kollegen aus Kanada, Südkorea, Brasilien und Australien gesprochen. Dies werde aber auch im Kreis der G7-Staaten zu bereden sein. "Dieses Virus werden wir nur gemeinsam besiegen, nicht gegeneinander" betonte Maas.

Viele Stichwahlen nach bayerischen Kommunalwahlen

Die von der Coronavirus-Krise überschatteten Kommunalwahlen in Bayern werden vielerorts erst in der Stichwahl entschieden. So brachten etwa die Oberbürgermeister-Wahlen in den drei größten Städten München, Nürnberg und Augsburg am Sonntag im ersten Wahlgang noch keine endgültige Entscheidung. Die Stichwahlen sind für den 29. März angesetzt. Landesweit zeichnete sich ungeachtet der Ausbreitung des Coronavirus eine höhere Wahlbeteiligung ab als bei der Wahl vor sechs Jahren. Grund dafür war oftmals ein großes Plus bei den Briefwählern.

Joe Biden in TV-Debatte mit Sanders: Coronavirus-Krise wie Krieg

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden sieht die Vereinigten Staaten angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in einer schweren Krise. "Wir sind im Krieg mit dem Virus", sagte der Ex-US-Vizepräsident bei einer TV-Debatte mit seinem parteiinternen Konkurrenten, dem linken Senator Bernie Sanders. Die Krise müsse jetzt und hier gelöst werden. Auch Sanders mahnte mit Blick auf das Coronavirus, dies sei eindeutig ein nationaler Notstand. Das Land als Ganzes müsse kraftvoll auf diese Krise reagieren.

Frankreich: Rekordtief bei Kommunalwahlbeteiligung erwartet

Die vom Coronavirus überschattete erste Runde der Kommunalwahlen in Frankreich ist ersten Schätzungen zufolge mit einem Rekordtief bei der Wahlbeteiligung zu Ende gegangen. Nach Berechnungen des Instituts Ipsos-Steria sind rund 54,5 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nicht zur Wahl gegangen. Damit wäre der bisherige Rekord von 2014 um rund 20 Prozentpunkte übertroffen. Obwohl das öffentliche Leben in Frankreich weitgehend stillsteht, waren am Sonntag fast 48 Millionen Menschen aufgerufen, die Wahllokale aufzusuchen.

Israel: Präsident will Gantz mit Regierungsbildung beauftragen

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin will den oppositionellen Ex-Militärchef Benny Gantz morgen offiziell mit der Regierungsbildung beauftragen. Das bestätigte Rivlins Sprecher. Die rechtskonservative Likud-Partei des bisherigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hatte zwar bei der Parlamentswahl am 2. März die Nase vorn, Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß bekam aber mehr Empfehlungen der im Parlament vertretenen Parteien für die Regierungsbildung. Seit mehr als einem Jahr ist Israel in einem politischen Patt gefangen.

Niederlande: Tempo 100 gilt auf Autobahnen

Seit 6 Uhr gilt auf den Autobahnen im Nachbarland Niederlande Tempo 100. Grund für die Tempo-Beschränkung sind hohe Stickoxid-Emissionen, die im Verhältnis zur Größe des Landes die vorgegebenen EU-Grenzwerte deutlich überschreiten. Die Maßnahme soll also dem Umwelt- und Klimaschutz dienen. Die Tempobeschränkung gilt allerdings nur tagsüber. Ab 19 Uhr bis zum nächsten Morgen darf man - wie in den Niederlanden bisher schon üblich - dann wieder bis zu 130 Kilometer in der Stunde fahren.

Spanier applaudieren die Ärzte, Pfleger und andere Helfer während der Corona-Krise in einer landesweiten Aktion.

Das wird heute wichtig:

G7-Chefs beraten in Videokonferenz über Coronavirus-Krise

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen an diesem Montag bei einer Videokonferenz über eine koordinierte Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus beraten. Das geht aus der Terminankündigung für US-Präsident Donald Trump hervor, die das Weiße Haus am Sonntagabend veröffentlichte. Eine Pressekonferenz im Anschluss an die Schalte ist demnach nicht geplant. Die USA haben derzeit die G7-Präsidentschaft inne. Die Finanzminister der Eurogruppe wollen unterdessen in einer Videokonferenz  über ein umfassendes Krisenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie beraten. Dies hat Eurogruppenchef Mario Centeno am Wochenende angekündigt.

Umweltministerin stellt deutsche Klimabilanz für 2019 vor

Deutschlands Fortschritte und Probleme beim Klimaschutz im vergangenen Jahr stellt Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Vormittag in Berlin vor. Die Tendenz haben Experten bereits errechnet: Demnach ist der Treibhausgas-Ausstoß überraschend deutlich zurückgegangen. Hauptgrund war, dass mehr Strom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien gewonnen wurde und weniger aus Kohlekraftwerken. Außerdem sank der Stromverbrauch, wie Anfang des Jahres eine Auswertung der Denkfabrik Agora Energiewende ergeben hatte.

Entscheidung in Lyon im Missbrauchs-Prozess gegen Ex-Priester

Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Priester will ein Gericht in Lyon seine Entscheidung verkünden. Der bekannte Ex-Priester Bernard Preynat soll in den 1980er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht haben. Dem aus dem Berlinale-Spielfilm "Grâce à Dieu" bekannten Preynat war bereits im vergangenen Sommer der Klerikerstatus entzogen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens acht Jahre Gefängnis gefordert.

Profi-Fußball berät über Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie

Die Vertreter der 36 Profivereine beraten am Montag auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den weiteren Saisonverlauf in der 1. und 2. Bundesliga. Bei der Krisensitzung in einem Frankfurter Flughafen-Hotel sollen verschiedene sportliche und wirtschaftliche Szenarien diskutiert werden. Ein Abbruch der Saison wird dabei aber nicht erwartet.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag und gute Nerven im Alltag in Coronavirus-Zeiten.
Ihre stern.de-Redaktion

dho / DPA / AFP