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NSU-Prozess: Gericht lehnt Aufzeichnung der Plädoyers ab

Aus Rücksicht auf die begrenzte Aufnahmefähigkeit der Angeklagten, hatte die Verteidigung im NSU-Prozess eine Aufzeichnung des Plädoyers beantragt. Das Gericht hielt die Begründung für unzureichend.

Das Plädoyer der Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte wird nicht aufgezeichnet. Dies hat das Oberlandesgericht München entschieden. Weder dem Wunsch nach einer Tonbandaufnahme noch dem Wunsch nach einer Aushändigung des Manuskripts oder einer Protokollierung werde gefolgt, teilte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Dienstag mit.

Die Verteidiger gaben zu bedenken, dass die Angeklagten nicht in der Lage seien, dem angekündigten 22-stündigen Plädoyer im erforderlichen Maße geistig zu folgen. Das Gericht allerdings sah in dem bisherigen Prozessverlauf keine Anhaltspunkte für die Erklärung.

Verteidiger könnten Plädoyer im NSU-Prozess weiter verzögern

Die Verteidiger Zschäpes und des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben beantragten im Anschluss eine Unterbrechung bis 11.30 Uhr. In dieser Zeit wollte sie prüfen, ob ein Ablehnungsantrag gegen das Gericht gestellt werden soll - in der über vierjährigen Dauer des NSU-Prozesses hatte die Verteidigung wiederholt solche Anträge gestellt. Diese sind allesamt abgelehnt worden. Ein erneuter Ablehnungsantrag würde allerdings das Plädoyer der Anklage voraussichtlich weiter verzögern.

sve / AFP