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Neuer Fall in Köln Die perfiden Methoden von Salafisten, Flüchtlinge zu umgarnen


Wieder einmal haben Salafisten versucht, sich das Vertrauen von Flüchtlingen zu erschleichen. In Köln unternahmen Mitglieder eines ominösen Vereins mit Flüchtlingskindern einen Ausflug. Es ist nicht der erste Versuch, Flüchtlinge anzuwerben.

Mitglieder des Vereins "Medizin mit Herz" haben offenbar versucht, in Köln unter Flüchtlingskindern und deren Familien neue Anhänger für den Salfismus zu rekrutieren. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" Der Verein wird wegen Verbindungen zur salafistischen Szene vom Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen beobachtetDie Mitglieder des Vereins seien als Privatpersonen an die Betreuer eines Flüchtlingslagers im Kölner Bezirk Chorweiler herangetreten und hätten angeboten, mit Bewohnern einen Ausflug in ein Kinderspielland zu unternehmen.

Die Hilfsorganisation "Johanniter", die das Flüchtlingslager im Auftrag der Kölner Bezirksregierung betreibt, sagte gegenüber der Zeitung, den Verantwortlichen sei die Verbindung zu "Medizin mit Herz" anfangs nicht klar gewesen. Erst während des Ausflugs sei ihnen der Schriftzug des Vereins auf den Kleidungsstücken der vermeintlich privat agierenden Helfer aufgefallen. Weitere Hilfsangebote seien "vollständig abgelehnt" worden, so eine Sprecherin der "Johanniter".

Nicht der erste Anwerbeversuch der Salafisten

Bereits in jüngerer Vergangenheit versuchten Salafisten in mehreren deutschen Städten Flüchtlinge anzuwerben. So sollen etwa in Hamburg 40 Salafisten versucht haben, Koran-Bücher und Propaganda-Material an die in den Messehallen untergebrachten Menschen zu verteilen. Das berichtete die "Hamburger Morgenpost".

Auch in Bremen gebe es Informationen über Kontaktversuche aus der radikalislamistischen Szene in den Unterkünften, berichtete der "Weser Kurier". Mehrere Betreiber von Flüchtlingsunterkünften hätten daher bereits von sich aus Hausverbote für Salafisten ausgesprochen.

Verfassungsschutz suche Gespräch mit Betreuern

Auch in Bayern versuchten fundamentalistische Salafisten offenbar, unter ankommenden Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak neue Anhänger zu werben. Wie der "Bayerische Rundfunk" auf seiner Webseite vermeldete, fanden erste Anbahnungsgespräche bereits unmittelbar nach der Ankunft der Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof statt.

Dabei wären die Menschen auf Arabisch angesprochen worden und man hätte ihnen Unterstützung für die nächsten Wochen in Deutschland angeboten. Der Verfassungsschutz suche daher aktuell das Gespräch mit den Leitungen von Flüchtlingsunterkünften, um sie über den Salafismus aufzuklären.

Das Bundesinnenministerium beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. "Wir haben diese Versuche an verschiedenen Stellen in Deutschland", sagte Thomas de Maizière (CDU) neulich bei einem Bürgerdialog in Stuttgart. Nach seinen Worten gehen die Behörden auch Hinweisen ausländischer Nachrichtendienste auf Islamisten unter Flüchtlingen in Deutschland nach. Bislang sei aber kein Fall bekanntgeworden, bei dem ein Flüchtling sich als verkappter islamistischer Kämpfer erwiesen habe, betonte de Maizière.

André Depcke mit DPA

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