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Äußerung zu Terroranschlägen: AfD-Politiker entgleist vollkommen und sorgt für Eklat

Bei einer Landtagsdebatte über die innere Sicherheit ist ein sächsischer AfD-Politiker verbal Amok gelaufen: Er hätte lieber Politiker als Opfer der Anschläge in Bayern und Baden-Württemberg gesehen, deutete Sebastian Wippel an.

Wie lange lässt das "Habe ich anders gemeint" wohl auf sich warten: Sebastian Wippel (AfD) am Rednerpult des Dresdner Landtags

Wie lange lässt das "Habe ich anders gemeint" wohl auf sich warten: Sebastian Wippel (AfD) am Rednerpult des Dresdner Landtags

Die Gewaltakte von München, Würzburg und Ansbach haben nicht nur in Süddeutschland die Debatte um die innere Sicherheit befeuert. Daher diskutiert auch der sächsische Landtag das Thema - und ein AfD-Abgeordneter sorgt für einen handfesten Eklat: Er wünscht sich, dass für die Sicherheitspolitik verantwortlichen Politiker Opfer von Terror werden.

"Unsere Bundeskanzlerin hat uns hier eine Suppe eingebrockt. Eine Suppe, die niemand bestellt hat, nach dem Rezept 'Wir schaffen das'. Das ist ein bisschen einfach. Und nun haben wir die Quittung bekommen, jetzt auch in Deutschland erstmalig mit den Anschlägen in Bayern und Baden-Württemberg", sagt Sebastian Wippel (AfD). Und dann: "Leider hat es nicht die Verantwortlichen dieser Politik getroffen." Zu sehen und zu hören ist der Ausspruch in einem Bericht des MDR (Video, etwa ab 0:55 Minuten).

Empörung über Sebastian Wippel

Laut MDR erteilte Landtagspräsident Matthias Rößler erst Stunden später Wippel einen Ordnungsruf wegen dessen Äußerung. Die Empörung der anderen Landtagsfraktionen ließ deutlich kürzer auf sich warten. Marc Dietzschkau (SPD) twitterte: "Das Pack im sächsischen Landtag wünscht sich den Terrortod von Politikern."

"Verantwortungslos" nannte Valentin Lippmann von den Grünen die Äußerung Wippels laut MDR. "Wenn der AfD-Abgeordnete Sebastian Wippel in Bezug auf die Opfer der Anschläge im Sommer sagte, dass es 'leider' nicht die politisch Verantwortlichen getroffen habe, macht das mehr als deutlich, wohin es führt, wenn man sich in einer Welt aus Verschwörungstheorien und Hass in der politischen Auseinandersetzung bewegt."

"Wünsche niemandem den Tod"

Und wie bei der AfD üblich, ruderte Wippel schnell zurück. Er nannte seine Äußerung einen "Ausrutscher", sprach aber auch von einer "böswilligen Interpretation". Er wünsche "natürlich niemandem den Tod".


tkr