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Streit um Hamburger Schulreform: Versandhauserbe Michael Otto liefert Kompromissvorschlag

Der Versandhauserbe Michael Otto hat im Streit um die Schulreform zwischen Hamburger Landesregierung und protestierenden Eltern Kompromissvorschläge gemacht.

Der Versandhauserbe Michael Otto hat im Streit um die Schulreform zwischen Hamburger Landesregierung und protestierenden Eltern Kompromissvorschläge gemacht. "Nach intensiven Gesprächen mit nahezu allen Anspruchsgruppen habe ich heute verschiedene Vorschläge zur Schulreform vorgelegt, die die Basis für erfolgreiche Verhandlungen zwischen dem Hamburger Senat und der Bürgerschaft einerseits und der Bürgerinitiative andererseits bilden könnten", erklärte Otto am Donnerstag.

Einzelheiten wurden nicht bekannt, um die Suche nach einer Einigung nicht zu belasten. Der Senat hatte Otto im Herbst um Vermittlung gebeten. Die Gegner der von der Landesregierung aus CDU und Grünen betriebenen Schulreform hatten 184.000 Unterschriften für einen Volksentscheid gesammelt, der im Sommer stattfinden könnte.

Die hohe Zahl der Unterschriften hatte CDU und Grüne völlig überrascht. Seitdem suchen Parteivertreter nach Wegen, um ihre Reform zu retten, aber gleichzeitig die Gegner zu besänftigen. Die Elterngruppe wehrt sich im Kern gegen eine Verlängerung der Grundschulzeit auf sechs Jahre und dagegen, dass Eltern ihr Kind in Zukunft nicht mehr gegen den Willen der Schule auf ein Gymnasium schicken dürfen. CDU-Bürgermeister Ole von Beust erklärte, die von Otto gemachten Vorschläge werde man "jetzt intern weiter erörtern". Er sei guter Hoffnung, "dass wir einen Weg finden können, der den Anliegen alle Beteiligten gerecht wird".

Michael Otto leitete als Erbe des Firmengründers jahrelang als Vorstandschef den Versandhaus-Konzern Otto und ist seit seiner Pensionierung Aufsichtsratsvorsitzender. Er ist als Mäzen sehr aktiv in der Stadt.

Von Beust hatte der Initiative aufgrund ihres Erfolges ein Verhandlungsangebot gemacht. Falls es zu keiner Einigung kommt, sind die Bürger im Sommer 2010 zu einem Volksentscheid aufgerufen.

Die Schulreform sieht vor, dass Schüler sechs statt bisher vier Jahre zusammen in der Grundschule bleiben. Die freie Wahl der weiterführenden Schule wird abgeschafft, Hauptschule und Realschule gehen in Stadtteilschulen auf. Sitzenbleiben soll es nicht mehr geben.

Die Gegner stören sich vor allem daran, dass die Eltern nicht über die schulische Zukunft des Kindes bestimmen dürften, und dass die Gymnasialzeit um die Klassen 5 und 6 verkürzt wird und ihre Kinder so weniger lernten.

APD / APD