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Die Morgenlage "Das bedeutet mir alles": US-Demokraten schicken Biden offiziell in den Kampf ums Weiße Haus

Sehen Sie im Video: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden ruft eine "Schlacht um die Seele der Nation" aus.




Die US-Demokraten haben auf ihrem virtuell abgehaltenen Parteitag Joe Biden formell als ihren Präsidentschaftskandidaten nominiert. Der ehemalige US-Vizepräsident erhielt bei dem weitgehend virtuell veranstalteten Parteitag wie erwartet die dafür notwendige Zahl an Delegiertenstimmen. Er tritt damit bei der Wahl am 3. November gegen US-Präsident Donald Trump an. In einer kurzen Ansprache dankte der 77-Jährige den Delegierten der US-Bundesstaaten. "Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen. Es bedeutet mir alles. Danke, danke, danke.", sagte Biden. Er will sich zum Abschluss des Parteitages am Donnerstag äußern und seine Nominierung formell annehmen. Biden verspricht, das Land als Präsident zu einen. Er will aus der Corona-Pandemie führen und die Wirtschaft wieder aufbauen, die durch die Krise erheblichen Schaden genommen hat. Zudem verspricht er, sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen und gegen systematischen Rassismus einzutreten. Der 77-Jährige war acht Jahre lang Vizepräsident unter Barack Obama.
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Erdbeben erschüttern Sumatra +++ Malis Präsident nach Putschversuch zurückgetreten +++ US-Post legt Sparmaßahmen auf Eis +++ Irland verschärft Corona-Auflagen +++ Die Nachrichtenlage am Mittwoch.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Jetzt ist es offiziell. Die US-Demokraten haben Politik-Veteran Joe Biden am Dienstagabend (Ortszeit) auf ihrem Parteitag in Milwaukee zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Der 77-Jährige soll den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump bei den Wahlen am 3. November ablösen und ins Weiße Haus einziehen. In einer ersten Reaktion erklärte Biden die zweieinhalb Monate bis zur Wahl zum "Kampf um die Seele der Nation". 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

US-Demokraten küren Biden offiziell zum Präsidentschaftskandidaten

Die US-Demokraten haben Ex-Vizepräsident Joe Biden offiziell zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November gekürt. Beim virtuellen Parteitag der Oppositionspartei stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) eine klare Mehrheit der Parteidelegierten für den 77-Jährigen. Biden wird damit bei der Präsidentschaftswahl am 3. November den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern. Biden dankte den Parteidelegierten in einer Video-Liveschalte "von tiefstem Herzen". "Das bedeutet mir und meiner Familie alles." Der langjährige Senator wird am Donnerstag zum Abschluss des Parteitags von seinem Heimatstaat Delaware aus seine Nominierungsrede halten.

Die Nominierung beim Parteitag war eine Formalie: Biden hatte sich im Vorwahlrennen der Demokraten gegen die anderen Präsidentschaftsbewerber durchgesetzt. Als letzter Rivale warf Senator Bernie Sanders im April das Handtuch. Die Linken-Ikone stellte sich bei dem Parteitag dennoch zur Wahl. Wie erwartet stimmte aber eine große Mehrheit der Delegierten für Biden.

Erdbeben erschüttert indonesische Insel Sumatra

Zwei starke Erdstöße binnen weniger Minuten haben die indonesische Insel Sumatra erschüttert. Das erste Beben mit der Stärke von 6,8 ereignete sich am Morgen um 5.23 Uhr Ortszeit (0.23 Uhr MESZ) 22 Kilometer unter der Erde nahe der Stadt Bengkulu an der Südwestküste von Sumatra, wie aus der Webseite der US-Erdbebenwarte USGS hervorging. Das zweite folgte um 5.29 Uhr Ortszeit (0.29 Uhr MESZ) in 26 Kilometern Tiefe.

Das Epizentrum des ersten Erdstoßes befand sich demnach rund 139 Kilometer südwestlich von Bengkulu, das zweite rund 126 Kilometer ebenfalls südwestlich der Stadt. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Örtliche Behörden sprachen zunächst keine Tsunami-Warnung aus.

Putschversuch in Mali: Präsident Keita gibt Amt auf

Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta ist nach einem mutmaßlichen Putschversuch des Militärs zurückgetreten. Seinen Rücktritt verkündete er am frühen Morgen in einer live im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache. "Ich habe mich entschieden, meinen Posten zu verlassen", sagte er – bekleidet mit einer Maske zum Schutz vor Covid-19. Am Dienstag hatten Soldaten bei einer Meuterei in der Garnisonsstadt Kati, die rund 15 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt liegt, Keita und weitere Mitglieder seiner Regierung festgenommen. Die internationale Gemeinschaft kritisierte die Meuterei. Bundesaußenminister Heiko Maas und UN-Generalsekretär António Guterres forderten die Freilassung der Festgesetzten. 

Irland verschärft Corona-Auflagen 

Die irische Regierung hat die Corona-Auflagen wegen gestiegener Infektionszahlen in einigen Regionen verschärft. Regierungschef Micheál Martin sagte, Irland habe durch seine anfänglichen Maßnahmen das Virus unter Kontrolle gebracht, die Lockerungen hätten die Infektionszahlen wieder steigen lassen. Künftig sollen sich noch sechs Menschen treffen können, bisher lag die Grenze bei 50 Menschen. Bei Hochzeiten sollen aber weiter bis zu 50 Menschen zusammenkommen können. Bei Sportveranstaltungen wurde die maximale Zuschauerzahl von 200 auf 15 gesenkt. Die neuen Regeln gelten mindestens bis 13. September. 

US-Post legt Sparmaßnahmen vorerst auf Eis

Im Streit um eine mögliche Behinderung von Briefwahlen hat die US-Post umstrittene Sparmaßnahmen vorerst auf Eis gelegt. Post-Chef Louis DeJoy versprach, die Briefwahlpost für die Präsidentschaftswahl vom 3. November werde "pünktlich" ausgeliefert. Seit langem geplante Umstrukturierungen würden auf die Zeit nach der Wahl verschoben. Die oppositionellen Demokraten kritisierten die Ankündigung umgehend als unzureichend. Das Thema hatte zuletzt für erbitterten Streit in den USA gesorgt: Die Demokraten werfen Trump und DeJoy vor, inmitten der Corona-Pandemie gezielt die Post zu schwächen, um Briefwahlen bei der Präsidentschaftswahl im November zu torpedieren.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

EU berät auf Sondergipfel über Belarus

Die EU und Russland warnen sich gegenseitig vor einer Einmischung in die politische Krise in Belarus. Muss die EU hilflos mitansehen, wie sich der "letzte Diktator Europas" mit Unterstützung Russlands an der Macht hält? Oder gibt es doch Möglichkeiten, die Opposition in der Ex-Sowjetrepublik zu unterstützen? Je länger die Massenproteste und Streiks in Belarus mitten in Europa ohne Entgegenkommen von Dauerpräsident Alexander Lukaschenko andauern, desto besorgter blickt Brüssel in Richtung Osten. Heute schalten sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel zusammen, um den Kurs vorzugeben. In jedem Fall wird es ein Drahtseilakt.

Endspurt beim Parteitag der US-Demokraten 

Am Tag nach der offiziellen Nominierung von Joe Biden werden in Milwaukee (Wisconsin) unter anderem Bidens Vizekandidatin Kamala Harris, Ex-Präsident Barack Obama, der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Ex-Außenministerin Hillary Clinton zu ihren Wählern sprechen.

Champions League: Bayern München will ins Finale 

Im Halbfinale der Fußball Champions League trifft der deutsche Rekordmeister Bayern München am Abend (21 Uhr, Sky) im zweiten deutsch-französischen Duell Olympique Lyon. Der Gewinner der Partie in Lissabon trifft am Sonntag im Finale auf Thomas Tuchel und Paris St. Germain, das am Dienstagabend RB Leipzig mit 3:0 aus dem Blitzturnier in Portugal warf.

Prozess um tödliche ICE-Attacke in Frankfurt beginnt

Beginn Prozess um tödliche Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof vor gut einem Jahr Verantworten muss sich ein 41-Jähriger wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. Der eritreische Staatsangehörige soll am Vormittag des 29. Juli 2019 im Frankfurter Hauptbahnhof zunächst eine auf dem Bahnsteig stehende Frau und ihren acht Jahre alten Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Das Kind wurde tödlich verletzt. Im Anschluss soll der Beschuldigte einer weiteren auf dem Bahnsteig stehenden, 78-jährigen Frau einen Stoß in den Rücken versetzt haben, so dass sie zu Fall kam und erheblich verletzt wurde. (Landgericht Frankfurt - 60313, Gerichtsstraße 2 Gebäude E, Raum I)

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js DPA AFP

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