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1900: Zeittafel

1910

4. Februar: In Berlin demonstrieren 50.000 Menschen für ein freies, geheimes und gleiches Wahlrecht. Vergebens, Preußen behält das Dreiklassenwahlrecht bei.

16. März: Eine Reichstags-Kommission rügt, dass die Marine zuviel Geld ausgibt. Doch laut Kaiser Wilhelm II liegt die deutsche Zukunft »auf dem Wasser«. Auch die übrigen Großmächte rüsten ihre Flotten auf.

11. September: Die deutschen Zionisten informieren auf ihrem 12. Delegiertentag darüber, dass in Palästina mittlerweile 32 jüdische Siedlungen existieren.

28. September: Ein brutaler Polizeieinsatz gegen streikende Kohlearbeiter in Moabit führt in Berlin zu Großdemonstrationen.

1911

26. Januar: Im Dresdner Opernhaus wird »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal uraufgeführt.

1. Juli: Das deutsche Kanonenboot »Panther« läuft in Agadir ein. Der »Panther«-Sprung löst die zweite Marokkokrise aus.

4. November: Ende der Marokko-Krise: das nordafrikanische Land wird französisches Protektorat, Frankreich tritt im Gegenzug Gebiete im Kongo an Deutschland ab.

14. Dezember: Der Norweger Roald Amundsen erreicht mit vier Begleitern als erster Mensch den Südpol.

1912

25. Januar: Bei der Wahl zum 13. Preußischen Reichstag wird die SPD zum ersten Mal stärkste Partei.

13. Februar: China wird Republik. Die Kaiserin-Witwe gibt im Namen ihres fünfjährigen Sohnes Pu Yi den Thron auf.

15. April: Die »Titanic«, größter Passagierdampfer der Welt, rammt auf ihrer Jungfernfahrt eine Viertelstunde vor Mitternacht einen Eisberg. Um 2.20 Uhr geht das als unsinkbar geltende Luxusschiff im Meer unter. 1513 Menschen sterben, 711 können gerettet werden.

14. Oktober: Erster Nonstopflug eines Luftschiffes von Friedrichshafen am Bodensee nach Berlin. Die Flugzeit beträgt 30 Stunden.

15. November: Gerhart Hauptmann erhält den Nobelpreis für Literatur.

1913

1. Februar: New York weiht mit der »Central Station« den größten Bahnhof der Welt ein.

10. August: Der Frieden von Bukarest beendet den vor einem halben Jahr ausgebrochenen Balkan-Krieg: Serbien als größter Sieger verdoppelt sein Territorium, Griechenland erhält Südmazedonien mit der Insel Thasos, die Türkei verliert weite Gebiete in Europa.

3. August: Tod von August Bebel (72), dem Mitbegründer der deutschen Sozialdemokraten.

1914

7. Juni: Nach über 30 Jahren Bauzeit wird der Panamakanal in Betrieb genommen.

24. Juni: Die Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (Nord-Ostsee-Kanals) ist abgeschlossen.

28. Juni: Attentat von Sarajevo: Der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Herzogin Sophie von Hohenberg werden von einem serbischen Nationalisten ermordet.

1. August: Das Deutsche Reich erklärt Russland und zwei Tage später Frankreich den Krieg.

Am 3. August marschieren deutsche Truppen in Belgien ein. Ausbruch des ersten Weltkrieges. 2. Dezember: Der deutsche Reichstag billigt einen weiteren Kriegskredit in Höhe von fünf Milliarden Mark. Der SPD-Abgeordnete Karl Liebknecht stimmt als einziger Abgeordneter dagegen.

1915

22. Februar: Deutscher Sieg in der Winterschlacht von Masuren: 150.000 Russen werden gefangen genommen.

22. März: Ein deutscher Zeppelin bombardiert in der Nacht Bahnhöfe und Werksanlagen in Paris. Im Mai folgt der erste deutsche Zeppelin-Luftangriff auf London.

22. April: An der Westfront setzen die Deutschen erstmals Giftgas ein. Viele französische Soldaten sterben qualvoll sofort.

7. Mai: Das deutsche U-Boot »U 20« versenkt das englische Passagierschiff »Lusitania«. 1198 Menschen sterben.

5. August: Die deutsche Armee erobert Warschau.

1916

14. Januar: Fahrt des ersten Balkan-Expresses von Berlin nach Konstantinopel. Die Reise dauert gut 60 Stunden.

31. Mai: Beginn der Skagerrak-Schlacht zwischen der britischen und deutschen Flotte, die die Deutschen für sich entscheiden können.

28. Juni: Karl Liebknecht wird wegen einer Demonstration gegen den Krieg zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt. In Berlin, Braunschweig und Bremen kommt es darauf zu ersten Massenstreiks.

20. Juli: Paul von Hindenburg wird Oberbefehlshaber an der Ostfront.

15. Dezember: Die seit Monaten tobende größte Schlacht des Krieges bei Verdun, die auf beiden Seiten mehr als 700.000 Menschenleben gekostet hat, wird von der Obersten Heeresleitung abgebrochen. Ein Friedensangebot an die Alliierten wird abgelehnt.

1917

1. Februar: Deutschland erklärt den unbeschränkten und warnungslosen U-Boot-Krieg auf alle feindlichen und neutralen Schiffe, die einen englischen Hafen anlaufen.

10. März: Februarrevolution in Russland. Streiks und Demonstrationen in Petrograd (St. Petersburg), Soldaten verbrüdern sich mit den Aufständischen. Am 15. März dankt Zar Nikolaus II. ab.

6. April: Die USA erklären dem Deutschen Reich den Krieg.

16. April: Lenin trifft in Petrograd ein.

7. November: Staatsstreich der Bolschewisten in Russland, »Oktoberrevolution«.

1918

3. März: Unterzeichnung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk mit Russland.

21. März: Beginn der deutschen Frühjahrsoffensive im Westen. Paris wird in den kommenden Monaten mehrfach von den Deutschen beschossen.

16. Juli: In Jekaterinburg wird die Zarenfamilie von ihren bolschewistischen Bewachern erschossen.

8. August: Niederlage der Deutschen an der Westfront: Franzosen, Briten und Amerikaner überrennen die deutschen Stellungen.

30. September: Auf Druck der Militärs befiehlt Kaiser Wilhelm II. die Einführung der Demokratie in Deutschland. Der Reichstag wählt am 3. Oktober Prinz Max von Baden zum neuen Kanzler.

1. November: Beginn des Matrosenaufstands in Wilhelmshaven und Kiel.

9. November: Revolution in Deutschland. Der Kaiser dankt ab. Proklamation der deutschen Republik. Mit Friedrich Ebert wird erstmals ein Sozialdemokrat Kanzler. Kaiser Wilhelm II. flieht einen Tag später nach Holland ins Exil.

11. November: Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages zwischen Deutschland und den Alliierten.

10. Dezember: Max Planck und Fritz Haber erhalten den Nobelpreis für Physik und Chemie.

1919

13. Januar: Der Spartakusaufstand in Berlin wird von Truppen niedergeschlagen.

15. Januar: Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, die am 1. Januar die Kommunistische Partei Deutschlands gegründet hatten.

19. Januar: Zum erstenmal in der deutschen Geschichte nehmen Frauen an den Reichstagswahlen teil. Die SPD wird stärkste Kraft.

5. Februar: Die Verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar wird eröffnet. Sie wählt am 11. Februar Friedrich Ebert zum ersten deutschen Reichspräsidenten.

1. März: Spartakisten und Kommunisten rufen zum Generalstreik in Berlin auf, Reichswehrminister Gustav Noske lässt den Aufstand mit Truppen niederschlagen.

28. Juni: Die deutsche Delegation unterzeichnet den Friedensvertrag von Versailles.

14. August: Die neue Reichsverfassung tritt in Kraft, damit ist das Deutsche Reich offiziell eine Republik.

15. November: In Genf tritt der Völkerbund zusammen, dem sich 42 Staaten anschließen. Die USA, Russlands und Deutschlands nehmen nicht teil.