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Die Morgenlage Rekord: Frankreich verzeichnet mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

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Trump sät weiter Zweifel an "ehrlicher" Präsidentenwahl +++ Deutsche Reisebranche sieht sich in Existenzkrise  +++ Bayern München gewinnt auch den Supercup +++ Fridays for Future demonstriert wieder +++Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

US-Präsident Donald Trump hat zum wiederholten Male Zweifel an einer fairen Wahl im November geschürt. "Wir müssen sicherstellen, dass die Wahl ehrlich ist. Aber ich weiß nicht, ob sie es sein kann", sagte Trump, der den US-Demokraten vorwarf, die Wahl zu manipulieren. Indes sorgt sich Frankreich trotz verschärfter Corona-Maßnahmen über stark steigenden Zahlen bei Neuinfektionen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Trump sät weiter Zweifel an "ehrlicher" Präsidentenwahl

Weniger als sechs Wochen vor der US-Präsidentenwahl am 3. November schürt Amtsinhaber Donald Trump weiter Zweifel an ihrem möglichen Ergebnis. "Wir müssen sicherstellen, dass die Wahl ehrlich ist. Aber ich weiß nicht, ob sie es sein kann", sagte Trump mit Blick auf per Post abgeschickte Stimmzettel. Trump behauptet bereits seit Wochen, dass millionenfach an US-Bürger verschickte Wahlunterlagen die Gefahr von Wahlfälschung drastisch erhöhten. Experten und Wahlverantwortliche bestreiten dies. "Die Demokraten manipulieren unsere Wahl 2020!", legte Trump in der Nacht zum Freitag bei Twitter nach.

Frankreich verzeichnet mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen

Einen Tag nach der weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Frankreich ist dort ein Rekord bei den Infektionsfällen verzeichnet worden. Binnen 24 Stunden wurden weitere 16.096 Menschen positiv getestet, wie die zentrale Gesundheitsbehörde am Abend mitteilte. Das sind nochmals über 3000 Neuansteckungen mehr als beim bisherigen Rekord vom Vortag. Die Zahl der Corona-Toten stieg binnen eines Tages um 52. Die neuen Corona-Maßnahmen stoßen gleichwohl auf breite Kritik.    

Der starke Anstieg der Neuinfektionen sorgt in der Regierung für wachsende Alarmstimmung. Sie verschärfte deshalb am Mittwoch die Maßnahmen vor allem in den Großstädten. 

Weiter Proteste in Louisville im Fall Breonna Taylor

Die Proteste gegen die umstrittene Justizentscheidung im Fall der von Polizisten getöteten Afroamerikanerin Breonna Taylor sind in die zweite Nacht gegangen. Trotz der erneut verfügten Sperrstunde blieben in der Stadt Louisville Demonstranten auf der Straße, auf Fernsehbildern war zu sehen, wie einige von ihnen festgenommen wurden. In der Nacht davor waren zwei Polizisten angeschossen worden. Breonna Taylor war im März bei einem Polizeieinsatz in Louisville (Bundesstaat Kentucky) in ihrer Wohnung erschossen worden. 

Deutsche Reisebranche sieht sich in Existenzkrise  

Angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Risikogebieten in der EU und anhaltenden Reisewarnungen für das außereuropäische Ausland sieht sich die deutsche Tourismusbranche in einer Überlebenskrise. Die Lage der Branche sei "existenzbedrohend", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel von jenen des Vorjahres, und "eine Besserung ist nicht in Sicht". 

Bayern München gewinnt auch den Supercup

Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hat nach dem Triple auch den europäischen Supercup gewonnen. Einen Monat nach dem Champions-League-Triumph setzte sich die Mannschaft von Trainer Hansi Flick am Abend in Budapest nach Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:1) gegen den Europa-League-Sieger FC Sevilla durch. Der kurz zuvor eingewechselte Javi Martinez schoss in der 104. Minute vor den laut UEFA 15 500 Zuschauern in der Puskas-Arena den Siegtreffer für die Bayern. Leon Goretzka (34.) hatte die Führung der Andalusier durch Lucas Ocampos (13./Foulelfmeter) noch vor der Pause ausgeglichen. Die Münchner feierten nach 2013 den zweiten Supercup-Erfolg.

Einflussreicher Kardinal im Vatikan zurückgetreten

Einer der einflussreichsten Kardinäle im Vatikan, Angelo Becciu aus Italien, ist überraschend zurückgetreten. Papst Franziskus habe den Rücktritt des 72-Jährigen akzeptiert, teilte der Heilige Stuhl mit. Eine Begründung für den Rücktritt wurde nicht genannt. Becciu hatte in den vergangenen sechs Jahren eine Rolle als eine Art Stabschef des Papstes wahrgenommen. Damit war er einer der engsten Mitarbeiter des Oberhauptes der katholischen Kirche.

Was heute wichtig wird

Trotz steigender Coronazahlen: Fridays for Future demonstriert wieder

Rund um die Erde wollen am Freitag Klimaschützer auf die Straße gegen, um für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise zu demonstrieren. Die Bewegung Fridays for Future hat trotz der Coronakrise dazu aufgerufen, nachdem monatelang die Proteste hauptsächlich im Internet stattgefunden haben. Die Veranstalter versicherten vorab, dass man sich an Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie halten wolle. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 "Klimastreiks" registriert, allein in Deutschland sind demnach mehr als 400 Demonstrationen geplant, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin.

Zur Begründung hieß es unter anderem, die kommenden Monate seien entscheidend dafür, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zu vorindustriellen Zeit zu begrenzen – und damit katastrophale Folgen wie vermehrte Dürren einzudämmen. Die Klimaaktivisten werden von zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt, darunter kirchliche Initiativen, Umweltverbände und Gewerkschaften. Die führende Klimaaktivistin Greta Thunberg, die sich derzeit in ihrer schwedischen Heimat befindet, kündigte an, dass sowohl auf den Straßen als auch digital demonstriert werden solle. 

Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen auch am Freitag weiter. In Hamburg will die Gewerkschaft Verdi mit Ausständen bei Stadtreinigung, Hafenbehörde und den Krankenhäusern den Druck bei den Tarifverhandlungen erhöhen. In Niedersachsen werden die Warnstreiks um 10.30 Uhr in Lüneburg fortgesetzt. Verdi erwartet nach Angaben eines Sprechers etwa 250 Streikende zu einer Kundgebung. In Baden-Württemberg sind Beschäftigte der Verkehrsbetriebe in Karlsruhe und in Baden-Baden zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Los geht es nach Verdi-Angaben nach dem Schülerverkehr ab 10.00 Uhr. In Berlin sind die Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zu einem vierstündigen Warnstreik aufgerufen.

Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Verstorbene US-Verfassungsrichterin Ginsburg wird im Kapitol aufgebahrt

Der Sarg der verstorbenen US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg wird im Kapitol aufgebahrt, dem Kongressgebäude in der Hauptstadt Washington. Die liberale Richterin ist nach der 2005 verstorbenen Bürgerrechts-Ikone Rosa Parks erst die zweite Frau in der US-Geschichte, der diese Ehre zuteil wird. Für den Vormittag (Ortszeit) ist im Kapitol eine Trauerzeremonie geplant. Ginsburg war vergangene Woche im Alter von 87 Jahren an Krebs gestorben.

Bundesarbeitsminister Heil besucht Bundesagentur für Arbeit

Im Kampf gegen zunehmende Arbeitslosigkeit in der Coronakrise besucht Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Heil wird zu Gesprächen mit Agentur-Chef Detlef Scheele sowie mit den Verwaltungsratsvorsitzenden, Steffen Kampeter (CDU) und Anja Piel (Grüne) zusammenkommen. Politik und Arbeitsverwaltung haben vor allem mit dem Instrument der Kurzarbeit, das während der Corona-Pandemie mehrmals ausgebaut wurde, den Arbeitsmarkt stabilisieren können. Dies führte jedoch zu Mehrausgaben der Bundesagentur in Milliardenhöhe. Die Agentur wünscht sich einen staatlichen Zuschuss, um die Lücke stopfen zu können.

Agrarminister der Länder stellen Ergebnisse vor

Wie der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg bekämpft werden kann: Vor allem darüber haben die Agrarminister der Länder bei ihrer zweitägigen Konferenz im saarländischen Weiskirchen beraten. Die Ergebnisse werden an diesem Freitag vorgestellt. Einigkeit herrschte darüber, dass sich Bund, Länder und Kommunen gemeinsam der "nationalen Herausforderung" stellen müssen. Vor rund zwei Wochen war der bundesweit erste Fall der Afrikanischen Schweinepest bei einem in Brandenburg gefundenen Wildschwein bestätigt worden. Mittlerweile ist die für Menschen ungefährliche Tierseuche bei 32 toten Wildschweinen in dem Bundesland nachgewiesen worden. Hausschweine sind bisher nicht betroffen. 

Weitere Themen sind die Land- und Forstwirtschaft sowie der Klimawandel - und die mögliche Einführung einer "Waldklimaprämie" für Waldbesitzer, die sich bei der Waldpflege um Klimaschutz und "sonstige Ökosystemleistungen" besonders verdient machen. 

Prozess um Lkw-Unfall in Limburg: Angeklagter will erstmals aussagen

Im Prozess um einen mutmaßlich absichtlich verursachten Lkw-Unfall mitten im hessischen Limburg hat der Angeklagte für den zweiten Verhandlungstag eine Erklärung angekündigt. Es wäre das erste Mal, dass er sich zu den Vorwürfen äußert. Während des Ermittlungsverfahrens hatte der 33-Jährige geschwiegen, sein Motiv ist daher bislang unklar. Der Prozess war am 9. September losgegangen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Syrer unter anderem versuchten Mord vor. Der Mann soll am 7. Oktober 2019 in Limburg einen Lastwagen gekapert haben und damit kurz darauf ungebremst auf mehrere an einer Kreuzung stehende Autos aufgefahren sein. 18 Menschen wurden verletzt.

rw / mod DPA AFP

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