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Die Morgenlage Rechtes Netzwerk bei Hessens Polizei? Innenminister will Sonderermittler einsetzen

Hessens Innenminister Peter Beuth
Hessens Innenminister Peter Beuth: "Ich erwarte von der hessischen Polizei, dass sie nichts unversucht lässt, diesen Verdacht zu entkräften"
© Arne Dedert / DPA
Auf hessischen Polizeicomputern wurden Personen gesucht, die danach Drohbriefe erhielten – ein Sonderermittler soll aufklären +++ US-Immunologe Fauci nennt das Coronavirus "schlimmsten Alptraum" +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die Drohmails gegen die hessische Linken-Politikerin Janine Wissler und die Abfrage ihrer persönlicher Daten von einem Polizeicomputer haben die Politik alarmiert. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) schließt inzwischen nicht mehr aus, dass es ein rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei geben könnte. Die jüngsten Geschehnisse nährten diesen Verdacht, sagte Beuth am Donnerstag. "Ich erwarte von der hessischen Polizei, dass sie nichts unversucht lässt, diesen Verdacht zu entkräften." Beuth will nun einen Sonderermittler einsetzen, der direkt an den Landespolizeipräsidenten berichtet. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Mitarbeiter des Bundespresseamtes unter Spionageverdacht

Ein Beschäftigter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung steht im Verdacht, über Jahre hinweg für einen ägyptischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Das Bundeskriminalamt habe im Dezember 2019 im Auftrag des Generalbundesanwaltes Exekutivmaßnahmen" gegen den Mann durchgeführt, heißt es im Verfassungsschutzbericht, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn dauere noch an. Das Bundespresseamt wollte den Fall nicht kommentieren. Schwerpunkt der Aktivitäten des ägyptischen Geheimdienstes in Deutschland sei es, Erkenntnisse über in Deutschland lebende Oppositionelle zu gewinnen, stellt das Bundesamt für Verfassungsschutz in seinem Jahresbericht 2019 fest.

Vier deutsche Wanderer von Berggipfel gerettet

Vier überforderte deutsche Wanderer haben einen Rettungseinsatz in den Alpen zwischen Österreich und Deutschland ausgelöst. Ein Hubschrauber rettete das Quartett aus Baden-Württemberg und Bayern in der Nacht zu Mittwoch unverletzt vom Gipfel der Walser Hammerspitze im Kleinwalsertal, wie die österreichische Polizei am Donnerstagabend mitteilte. Die befreundeten Paare hatten sich demnach bei einer anspruchsvollen Wanderung über mehrere Berge nur auf eine Smartphone-App verlassen und mehrmals verstiegen. Ein Hüttenwirt wählte schließlich den Notruf, nachdem er den Wanderern per Handy wegen der Dunkelheit erst zur Umkehr geraten und dann den Kontakt zu ihnen verloren hatte.

US-Immunologe nennt Coronavirus "schlimmsten Alptraum"

US-Immunologe Anthony Fauci hat das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit als "schlimmsten Alptraum" für Gesundheitsexperten bezeichnet. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei "wirklich bemerkenswert", sagte Fauci, der auch das Weiße Haus berät, am Donnerstag auf einer Veranstaltung des US-Mediums The Hill.

Angesichts des drastischen Anstiegs der Zahl der Neuinfektionen im Süden und im Westen der USA riet Fauci den betroffenen Bundesstaaten, geplante Lockerungen der Corona-Auflagen auf Eis zu legen. Die USA hätten es nach der ersten Zuspitzung der Pandemie im März nie geschafft, weniger als 20.000 Neuinfektionen pro Tag zu erreichen. Trotzdem hätten südliche Bundesstaaten ihre Beschränkungen schnell gelockert, erklärte Fauci. "Das müssen wir besser machen."

"Black Lives Matter"-Schriftzug vor Trump-Tower

Vor dem Trump Tower auf New Yorks Fifth Avenue steht jetzt in gelben Buchstaben "Black Lives Matter". Bürgermeister Bill de Blasio und seine Ehefrau Chirlane McCray malten den Schriftzug am Donnerstag gemeinsam mit Künstlern und Aktivisten auf die Straße in Manhattan. "Wir machen heute eine Aussage darüber, was wir in New York wertschätzen. Wir machen eine Aussage darüber, was von Bedeutung ist", sagte de Blasio. "Wie befreien die Fifth Avenue."

Die gelben Buchstaben sind so auf dem Asphalt aufgemalt, dass sie vom Trump Tower aus gut lesbar sind. Den ganzen Tag lang kamen Schaulustige zu dem Ort, protestierten mit Plakaten gegen US-Präsident Donald Trump und posierten für Fotos vor den Buchstaben.

USA: Paar übermalt Black Lives Matter"-Schriftzug

Champions League: FC Bayern spielt Achtelfinale in München

Der FC Bayern München kann in der Champions League sein Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea in der heimischen Allianz Arena bestreiten. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) entschied am Donnerstag, dass in dem im März wegen der Coronakrise ausgesetzten Wettbewerb das Heimrecht in den insgesamt noch vier ausstehenden Achtelfinalpartien bestehen bleibt. Das gilt auch für die Europa League. Damit tritt Bayer Leverkusen daheim gegen die Glasgow Rangers an, Eintracht Frankfurt muss zum FC Basel reisen und der VfL Wolfsburg zu Schachtjor Donezk. Die Finalturniere beider Wettbewerbe finden in Lissabon beziehungsweise Nordrhein-Westfalen ohne Zuschauer statt.

Was heute wichtig wird:

EU-Wirtschaftsminister beraten Folgen der Coronakrise

Bundesfinanzminister Olaf Scholz leitet am Freitag erstmals seit Beginn der deutschen Ratspräsidentschaft ein Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister. In einer Videokonferenz beraten sie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und die bisher beschlossenen Gegenmaßnahmen. Dazu gehört das im April verabredete Paket mit Kredithilfen im Umfang von 540 Milliarden Euro. Ein Teil ist bereits verfügbar, doch wurde bisher noch nichts abgerufen.

Urteil über mutmaßlichen Sechsfach-Mörder von Rot am See fällt

Im Prozess um die Todesschüsse in Rot am See werden um 9 Uhr am Landgericht Ellwangen weitere Plädoyers und das Urteil erwartet. Angeklagt ist ein 27-Jähriger, der Ende Januar bei einem Familientreffen in der Gemeinde bei Schwäbisch Hall sechs Verwandte erschossen haben soll - darunter Mutter, Vater und zwei Halbgeschwister. Zwei weitere Angehörige konnten sich schwer verletzt retten. Dem Deutschen werden Mord und versuchter Mord vorgeworfen.

Urteil im Prozess um die G20-Ausschreitungen in Hamburg

Drei Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg will das Landgericht um 10.00 Uhr zum ersten Mal ein Urteil im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Aufmarsch an der Elbchaussee verkünden. Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Angeklagten schweren Landfriedensbruch und Mittäterschaft bei Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung vor.

Champions League: Finalturniere werden ausgelost 

Nach der UEFA-Entscheidung, die ausstehenden Achtelfinal-Rückspiele in Champions und Europa League in den Heimstadien der jeweiligen Teams auszutragen, werden um 12 Uhr die Finalturniere ausgelost. In der Champions League ist RB Leipzig für das Final-Acht-Turnier vom 12. bis 23. August in Lissabon qualifiziert. Der FC Bayern muss noch sein zweites Achtelfinale gegen den FC Chelsea bestreiten. Für das Final-Acht-Turnier der Europa League vom 10. bis 21. August in Köln, Duisburg, Düsseldorf und Gelsenkirchen wollen sich noch Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg qualifizieren.

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tis/tkr/fin DPA AFP

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