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Die Morgenlage Wegen Einwanderer-Eltern: Trump zweifelt Harris' Recht auf Vizepräsidentschaft an

Donald Trump spricht bei einem Pressebriefing im Weißen Haus
Der Kampf ums Weiße Haus wird schmutziger: In einer Pressekonferenz stellte US-Präsident Donald Trump offen die Frage, ob die demokratische Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris überhaupt die Anforderungen für dieses Amt erfülle.
© Brendan Smialowski / AFP
Belarus lässt Tausende Demonstranten frei +++ RKI meldet 1.449 Corona-Neuinfektionen +++ Israel greift Hamas-Ziele in Gaza an +++ "Fortnite"-Entwickler verklagen Apple +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Auch an Tag drei nach ihrer Nominierung zur Vizekandidatin von Joe Biden wurde Kamala Harris zur Zielscheibe von Amtsinhaber Donald Trump. Auf einer Pressekonferenz in Washington stellte dieser offen die Frage in den Raum, ob die in Kalifornien geborene Tochter von Einwanderern überhaupt die rechtlichen Anforderungen auf das zweithöchste Amt im Staat erfülle.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Trump zweifelt Harris' Recht auf Vizepräsidentschaft an

US-Präsident Donald Trump hat offen infrage gestellt, ob die oppositionelle Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris als Tochter von Einwanderern die zweithöchste Position im Staat besetzen darf. Bei einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Verschwörungstheorie angesprochen, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus, er habe "gehört, dass sie nicht die Anforderungen erfüllt". "Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt", führte der Präsident aus. Er hätte erwartet, dass die oppositionellen Demokraten "das überprüfen, bevor sie (Harris) als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten ausgewählt wird." Die Frage sei "sehr ernst", er werde sich das "anschauen". Einen Anwalt, der die Theorie zu Harris verbreitet hatte, bezeichnete der Präsident als "hoch qualifizierten, sehr talentierten" Juristen.

Harris wurde 1964 im Bundesstaat Kalifornien als Tochter von Einwanderern aus Jamaika und Indien geboren. Die Senatorin ist damit US-Bürgerin und darf Vizepräsidentin werden. Trump war in der Vergangenheit bereits einer der Hauptverfechter der "Birther"-Theorie, die in rechten Kreisen weit verbreitet war. Laut dieser mit rassistischen Untertönen versehenen Theorie wurde der frühere Präsident Barack Obama nicht in den USA geboren und hätte damit nicht Präsident werden dürfen. Trump und andere forderten vehement eine Veröffentlichung von Obamas Geburtsurkunde – einer Forderung, die der im US-Bundesstaat Hawaii geborene Präsident schließlich nachkam.

RKI meldet 1.449 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1.449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Morgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Belarus lässt Tausende Demonstranten frei

Nach vier Tagen der gewalttätigen Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und regierungskritischen Demonstranten in Belarus hat sich die Regierung um Deeskalation bemüht. Am Donnerstag wurden nach offiziellen Angaben mehr als tausend während der Proteste festgenommene Menschen aus dem Gefängnis entlassen. Innenminister Juri Karajew entschuldigte sich zudem dafür, dass nicht an den Demonstrationen beteiligte "Passanten" bei den Polizeieinsätzen verletzt worden seien. Erneute Zusammenstöße blieben offenbar aus. Zehntausende Menschen in der Hauptstadt Minsk und anderen Landesteilen demonstrierten wieder gegen die Wahl vom Sonntag, bei der laut offiziellem Ergebnis der seit 26 Jahren autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko mit klarer Mehrheit wiedergewählt worden sein soll. Die Proteste verliefen friedlich. Die Präsenz der Sicherheitskräfte in der Hauptstadt war am Donnerstag deutlich reduziert.

Entwickler von "Fortnite" verklagen Apple 

Die US-Entwicklerfirma des beliebten Videospiels "Fortnite" hat den Internetkonzern Apple wegen dessen Regeln für Apps verklagt. Epic Games wirft Apple in der bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereichten Klage vor, gegen das Wettbewerbsrecht zu verstoßen. Die Firma fordert die Annullierung der Apple-Regeln, wonach App-Entwickler 30 Prozent der Einnahmen, die sie über den App-Store von Apple erzielen, an den Konzern zahlen müssen. Die Klage wurde am selben Tag eingereicht, an dem Apple die App von "Fortnite" aus seinem Store entfernte. Der Konzern reagierte mit der Maßnahme darauf, dass Epic Games in der App ein eigenes Bezahlsystem installiert hatte, um die Nutzer die Bezahlung über den Apple Store umgehen zu lassen.

Israel greift Hamas-Ziel im Gazastreifen an

Nach einer Serie von Angriffen mit Brand-Ballons aus dem Gazastreifen in dieser Woche hat das israelische Militär erneut Ziele der islamistischen Hamas in dem Küstengebiet beschossen. Man habe unter anderem einen Luftverteidigungsposten getroffen sowie unterirdische Einrichtungen und Beobachtungsposten, teilte die Armee in der Nacht bei Twitter mit. "Die Hamas wird die Konsequenzen für terroristische Handlungen gegen israelische Zivilisten tragen", hieß es weiter. Seit Beginn der Coronakrise hatten militante Palästinenser weitgehend davon abgesehen, Ballons aus dem Gazastreifen in Richtung Israel fliegen zu lassen, an denen Brandflaschen oder Sprengsätze befestigt waren. Zuletzt nahm dies aber wieder stark zu. Militante Palästinenser wollen so Schäden in Israel verursachen.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

EU berät über Sanktionen gegen Belarus und Türkei

Die Außenminister der EU-Staaten beraten an diesem Nachmittag in einer außerplanmäßigen Videokonferenz über mögliche Reaktionen auf die Entwicklungen in Belarus sowie im Erdgaskonflikt mit der Türkei. Mehrere EU-Staaten hatten zuletzt gefordert, mit einer Reaktivierung von Sanktionen gegen die belarussische Führung auf die umstrittene Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag zu reagieren. Die Opposition im Land prangert an, Staatschef Alexander Lukaschenko habe die Abstimmung massiv fälschen lassen. Auch der Türkei drohen neue Strafmaßnahmen, weil sie trotz Warnungen der EU weiter Erdgaserkundungen in Teilen des Mittelmeers durchführt, die von Griechenland und Zypern beansprucht werden.

Weiteres Thema der Sondersitzung soll die Lage im Libanon nach der schweren Explosionskatastrophe in Beirut sein. Die EU hat dem Land umfangreiche Unterstützung zugesichert.

US-Außenminister Pompeo setzt Mitteleuropa-Reise in Österreich fort

US-Außenminister Mike Pompeo setzt seine Mitteleuropa-Reise heute in Österreich fort. In Wien soll es bei Gesprächen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg um die "strategische Partnerschaft" zwischen beiden Ländern gehen. Das insgesamt als freundschaftlich geltende Verhältnis beider Seiten wird allerdings durch kontroverse Ansichten bei der Ostsee-Gas-Pipeline Nord Stream 2 und beim Mobilfunkausbau mit 5G überschattet.

Curevac-Börsengang in New York erwartet 

Der Börsengang des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, das an einem Corona-Impfstoff forscht, wird am Freitagabend (MESZ) in New York erwartet. Aus dem online abrufbaren Terminkalender der in der US-Metropole ansässigen Technologiebörse Nasdaq ging am Donnerstag hervor, dass am 14. August erstmals Aktien des Unternehmens öffentlich zum Verkauf angeboten werden sollen. Die Firma hofft, an der Börse bis zu 245 Millionen US-Dollar (rund 207 Mio Euro) bei Investoren einzusammeln. Es sei geplant, zunächst gut 13,3 Millionen Stammaktien anzubieten und zu verkaufen, hatte das Unternehmen zu Beginn der Woche mitgeteilt. Der Preis je Aktie werde voraussichtlich zwischen 14 und 16 Dollar liegen. Das Geld solle unter anderem in die weitere Entwicklung eines Corona-Impfstoffs und die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert werden.

Ex-Freundin und deren Kollegin getötet – Urteil erwartet

Er soll seine Ex-Freundin auf der Straße mit Benzin übergossen, angezündet und erstochen haben – und er soll ihre zu Hilfe eilende Arbeitskollegin getötet haben. Rund ein Jahr nach der Attacke in Göttingen erwartet einen 53 Jahre alten Angeklagten gegen 14 Uhr das Urteil. Die Staatsanwaltschaft forderte, den Mann zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen, eine besondere Schwere der Schuld festzustellen und ihn in Sicherungsverwahrung unterzubringen. Der 53-Jährige hatte die Tat gestanden. Nach dem Angriff war er geflohen und erst nach eineinhalb Tagen von der Polizei gestellt worden.

Mission Triple-Gewinn: FC Bayern startet ins Champions-League-Turnier

Jetzt wird es ernst: Der FC Bayern will am Abend den nächsten Schritt in Richtung Champions-League-Finale gehen. Das Team von Trainer Hansi Flick trifft im Viertelfinale (21 Uhr) auf den FC Barcelona mit Weltfußballer Lionel Messi. Die Bayern fühlen sich nach einem kurzen Trainingslager an der Algarve bestens vorbereitet für den Einstieg in die Endrunde. Diese wird in Portugal wegen der Corona-Pandemie in Turnierform und ohne Zuschauer ausgetragen. Das Finale findet am 23. August ebenfalls in Lissabon statt. "Wir wissen, was wir für eine Chance haben. Wir sind einfach total heiß darauf, das Spiel zu spielen", sagte Nationalspieler Leon Goretzka zum Barcelona-Match.

js / mod DPA AFP

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