Halbfinal-Kracher im DFB Pokal Bayern treffen auf Schalke


Dank eines Treffers von Kevin Kuranyi hat Schalke 04 gegen Osnabrück das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Gegner sind die Bayern, die gegen Greuther Fürth nur in der ersten Halbzeit Probleme hatten. Augsburg siegte gegen am Ende acht Kölner und muss jetzt in Bremen ran.

Schützenfest für Bayern, größter Erfolg für Augsburg und ein Schalker Zittersieg. Während die Münchner trotz zwischenzeitigen Rückstands mit 6:2 (1:2) die SpVgg Greuther Fürth deklassierten, zogen am Ende nur noch acht Kölner gegen den Zweitligisten 1. FC Augsburg mit 0:2 (0:1) den Kürzeren. Der FC Schalke 04 mühte sich gegen den Drittligisten und Favoritenschreck VfL Osnabrück im Viertelfinale am Mittwochabend zu einem 1:0 (0:0). Bereits am Dienstagabend war Titelverteidiger Werder Bremen in die Runde der besten Vier eingezogen.

Schwach, aber erfolgreich: Der FC Schalke 04 beendete den Siegeszug von Pokalschreck und Drittligist VfL Osnabrück. Damit stehen die Schalker nach einer enttäuschenden Leistung im Halbfinale des DFB-Pokals, wo sie auf Bayern München treffen. Den entscheidenden Treffer schoss vor 16.130 Zuschauern in der ausverkauften Osnatel-Arena Kevin Kuranyi (59.). Der Tabellenführer der 3. Liga kann sich aber mit der erzielten Millioneneinnahme aus dem Cup-Wettbewerb und dem Lob für den couragierten Auftritt trösten.

Harte Arbeit für Schalke
"Wir wussten, dass wir von Anfang an hart arbeiten müssen", sagte Matchwinner Kuranyi. "Wir wollten unbedingt gewinnen, das haben wir geschafft." Die Enttäuschung hielt sich derweil bei den Osnabrückern in Grenzen: "Wir können alle stolz auf uns sein. Wir haben die Schalker auf Distanz gehalten. Kompliment an die Mannschaft", meinte Osnabrücks Mittelfeldspieler Benjamin Siegert.

Rostock, Hamburg, Dortmund: Die bisherigen VfL-Opfer schienen bei den Schalkern für großen Respekt gesorgt zu haben. Zumindest versuchten die Gäste aus Gelsenkirchen in der Anfangsphase, mit Härte die Ambitionen der Osnabrücker zu stoppen. Doch das gelang nicht.

Baumjohann war Totalausfall


Eher wirkte Schalke vor allem im Mittelfeld zunehmend gehemmt und unkonzentriert im Spielaufbau, viele Missverständnisse und Fehlpässe prägten das Spiel. Alexander Baumjohann war als zentrale Anspielstation im Mittelfeld ein Ausfall. Seine Pässe waren zu ungenau, sie wurden von den Osnabrückern oft erlaufen, und Felix Magath wechselte ihn zur Halbzeit aus. Aber auch der zunächst hinter Baumjohann spielende Ivan Rakitic machte es nicht besser. Gute Einschussmöglichkeiten waren entsprechend Mangelware. Erst ein abgefälschter Schuss von Kevin Kuranyi nach einer knappen Stunde brachte Schalke auf die Siegerstraße.

Bayern München setzte sich mit einem 6:2 (1:2)-Pflichtsieg im bayerischen Viertelfinal-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth durch. In der Münchner Allianz Arena roch es in der ersten Halbzeit nach einer Pokal-Sensation. Christopher Nöthe (10.) und Allagui (40.) hatten den Zweitligisten nach frühem Rückstand zunächst in Führung gebracht. Am Ende wendeten die Bayern die Partie aber souverän zu ihren Gunsten. Thomas Müller (5. und 82. Minute), Arjen Robben (58./Handelfmeter), Franck Ribéry (61.) und Philipp Lahm (65.) und Fürths Sami Allagui (89./Eigentor) erzielten vor 53.500 Zuschauern die Tore für den deutschen Rekordmeister.

"Es ist schön und wichtig, dass wir immer noch in drei Wettbewerben sind und nur noch ein Spiel bis Berlin haben", sagte Bayern-Coach Louis von Gaal. Die Franken, die bereits mit dem Einzug ins Viertelfinale den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erreicht hatten, können sich mit Pokaleinnahmen von über zwei Millionen Euro über das bittere Pokal-Aus hinwegtrösten.

Ribéry in der Startelf


Mit Ribéry, der erstmals nach vier Monaten Verletzungspause in der Startelf stand, hatten die Bayern auf bei Dauer-Schneefall einen Start nach Maß. Müller brachte die Gastgeber nach Vorarbeit von Ribéry früh in Führung. Die Freude währte aber nur kurz. Nöthe nutzte einen kapitalen Fehler von Martin Demichelis zum Fürther Ausgleich, der den Bayern gar nicht bekam.

Beim Team von Trainer Louis van Gaal, der auf Bastian Schweinsteiger, Ivica Olic und Miroslav Klose verzichtete, lief erstmal überhaupt nichts zusammen. Dagegen spielte der krasse Außenseiter aus Franken frech nach vorne und besaß gegen eine völlig verunsicherte Bayern-Abwehr eine gute Torchance nach der anderen. Kurz vor der Pause köpfte der brandgefährliche Fürther Stürmer Sami Allagui nach Flanke von Nicolai Müller verdient die Führung und schockte die pomadigen Bayern, die die Arroganz-Kritik von van Gaal offenbar überhört hatten.

Auch nach der Pause waren die Münchner, bei den Arjen Robben und Ribéry kaum zur Geltung kamen, spielerisch eine einzige Enttäuschung. Erst ein von Robben verwandelter Handelfmeter brachte Bayern auf Siegkurs. Nach Zuspiel des eingewechselten David Alaba, der sein erstes Pflichtspiel für die Profis bestritt, gelang Ribéry 3:2. Nach dem 4:2 durch Lahm schaukelten die Bayern den Sieg routiniert über die Bühne und legten sogar noch zwei Tore drauf.

Köln kassiert drei Rote Karten


Der FC Augsburg steht erstmals in seiner Geschichte in der Runde der besten Vier. Die Schwaben setzten sich in einer knüppelhart geführten Partie mit 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln durch. Zweitliga-Toptorjäger Michael Thurk brachte den FCA mit seinem 22. Pflichtspieltor in dieser Saison schon nach zwei Minuten auf die Siegerstraße. Für den Endstand sorgte Nando Raffael vier Minuten vor Schluss. Zuvor erhielt die Elf von Trainer Jos Luhukay tatkräftige Unterstützung von den Gästen: Adil Chihi flog nach einer Tätlichkeit (30.) schon vor der Pause vom Platz, nach dem Seitenwechsel sahen Lukas Podolski (68.) und Petit (85.) jeweils wegen Meckerns Gelb-Rot.

Luhukay stellte sich nach dem Schlusspfiff in die FCA-Fankurve und brüllte ins Mikrofon: "Jetzt feiern wir gemeinsam unsere Mannschaft für eine großartige Leistung." Seine Elf sei "als Kollektiv über sich hinaus gewachsen". Kölns Coach Zvonimir Soldo schimpfte vor allem über die drei Platzverweise: "Das darf einer Mannschaft mit so vielen erfahrenen Spielern nicht passieren."

DPA/tis DPA

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