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Länderspiel gegen Dänemark: Löw will Gomez' "wahres Gesicht" sehen

Es ist ein Spiel, indem es um nichts geht. Und doch muss sich einer beweisen: Mario Gomez. In der Nationalmannschaft bisher der große Verlierer, will der Bayern-Stürmer gegen Dänemark sein Können zeigen. Coach Joachim Löw wird auf ihn besonders gucken.

Bei der WM in Südafrika und bei Bayern München nur zweite Wahl, in Kopenhagen auf dem Prüfstand: Das umstrittene Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Dänemark hat vor allem für Torjäger Mario Gomez eine besondere Bedeutung. Der 25-Jährige, vom Namen her der prominenteste Spieler im 16-köpfigen Rumpf-Kader des WM-Dritten, will am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF live) mit einer guten Leistung und mit Toren wieder einmal positiv auf sich aufmerksam machen.

Nachdem die WM-Helden Thomas Müller, Miroslav Klose und Lukas Podolski beim Saison-Auftakt der DFB-Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw geschont werden, hat Gomez gute Chancen, über 90 Minuten zum Einsatz zu kommen. Bei der Weltmeisterschaft hatte der Stürmer des FC Bayern in vier Partien lediglich 56 Minuten gespielt, in drei Partien gar nicht, blieb ohne Treffer und avancierte damit in der deutschen Elf wie schon bei der EURO 2008 zu einem der Verlierer.

"Für ihn beginnt eine neue Phase, wo er seine Qualitäten zeigen kann und muss", sagte Löw vor dem Abflug nach Kopenhagen und fügte an: "Nach einer durchwachsenen Saison bei den Bayern und in der Nationalmannschaft hoffe ich, dass er sein wahres Gesicht zeigt."

Länderspiele sind für Gomez ein Fiasko

Die Länderspiel-Saison 2009/2010 war für den teuersten deutschen Spieler aller Zeiten unbefriedigend verlaufen. Gomez war zwar in 13 von 17 Spielen dabei, kam dabei aber nur auf 412 Minuten (Schnitt 31,7) und magere zwei Törchen. Im Vergleich dazu brachten es ein Philipp Lahm oder ein Bastian Schweinsteiger in 14 Einsätzen auf 1260 bzw. 1194 Minuten.

Deshalb hat sich Gomez, der auch am Samstag beim Supercup-Sieg der Münchner gegen Schalke (2:0) gefehlt hatte, für die kommende Spielzeit besonders viel vorgenommen. Er will zeigen, dass er durchaus den hohen Ansprüchen gerecht werden kann. "Ich werde weiter hart arbeiten und hoffe, dass ich die Chance von Beginn an erhalte. Ich hoffe, dass ich die Tiefen hinter mir habe", sagte der frühere Stuttgarter, der in seinem dreiwöchigen Urlaub sogar Sonderschichten einlegte, um fit zu sein.

In München hat er in Müller, Klose und Ivica Olic ebenso starke Konkurrenz wie im DFB-Team. Dennoch lehnte er erst in der vergangenen Woche einen Wechsel ab, nachdem er mit Wolfsburg und Schalke in Verbindung gebracht worden war: "Ich habe mich mit keinem anderen Verein beschäftigt. Ich habe jahrelang geträumt, beim FC Bayern zu sein. Das will ich nicht nach einem Jahr wieder aufgeben. Ich will mich beim FC Bayern durchzusetzen."

Gomez steht unter Druck

Seinen Ehrgeiz zeigte der 38-malige Nationalspieler bei einem Showspiel der Bayern am Sonntag gegen die Winterstars, als er drei Tore erzielte. Und auch beim ersten Training der Nationlelf am Montagabend auf der "Kleinen Kampfbahn" legte er sich gehörig ins Zeug und traf bei einem Spielchen zum Abschluss der Einheit viermal.

Der Druck ist groß. Zuletzt forderte bereits Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger, "dass Mario jetzt den Durchbruch schaffen muss. Er steht jetzt im Fokus, da muss etwas kommen." Auch Präsident Uli Hoeneß sprach von einer "großen Herausforderung" für Gomez: "Vielleicht steht er das erste Mal in seinem Leben mit dem Rücken zur Wand - und in der Situation muss er die Eiger Nordwand besteigen. Wir werden sehen, ob der damit zurechtkommt."

Gomez war mit 35 Millionen Euro Ablöse der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte und besitzt beim Rekordmeister noch einen Vertrag bis 2013. Obwohl er in seinem ersten Jahr in 29 Bundesliga-Einsätzen zehn Tore erzielte, war er von einem Stammplatz unter Trainer Louis van Gaal weit entfernt. Auch Löw baute in den letzten Monaten nicht mehr auf Gomez.

SID/dab / SID

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