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Ligapokal: Schaulaufen für die Bundesliga

Mitten in der Bundesliga-Vorbereitung treten die ersten Sechs der vergangenen Saison beim "Premiere-Ligapokal" an. Um die Attraktivität des unpopulären "Überbrückungscups" zu steigern, hat der DFB einige Feinjustierungen vorgenommen.

Zwei Wochen vor dem Saisonstart wartet auf die Spitzenclubs der Fußball-Bundesliga ab dem 23. Juli ein echter Härtetest. Dann beginnt der mit 5,2 Millionen Euro dotierte Ligapokal, bei dem die sechs Erstplatzierten der Vorsaison aufeinander treffen. "Das wird der beste Ligapokal aller Zeiten", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Holger Hieronymus mit viel Optimismus. Bayer Leverkusen, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin und der VfB Stuttgart bestreiten am Samstag in einer Doppelveranstaltung in Düsseldorf die Vorrunde. Im Halbfinale warten Meister Bayern München und Schalke 04.

1972 wurde der erste Ligapokal-Wettbewerb ausgetragen. Damals begann die Bundesliga-Saison wegen der Olympischen Spiele in München später, und mit diesem Turnier sollte die Zeit bis zum Saisonbeginn überbrückt werden. "Der Pokal ist eine gute Gelegenheit, gegen hochkarätige Gegner die Vorbereitung optimal zu gestalten", sagte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Michael Preetz, bei Hertha BSC Assistent der Geschäftsleitung, ist sich sicher, dass "alle den Ehrgeiz haben zu gewinnen und Trophäen zu sammeln. Siege sind nie verkehrt". Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler machte noch einen weiteren Aspekt aus: "Nebenbei können ein paar Euros verdient werden." Kritische Stimmen zu der geringen sportlichen Bedeutung eines Pokals, der mitten in die Regenrations- und Vorbereitungsphase für die Bundesliga fällt, blieben aus.

Erhöhtes Preisgeld

Beim Liga-Pokal, der erstmals "Premiere-Ligapokal" heißt und ausschließlich beim Pay-TV-Sender Premiere live zu sehen ist, wird mit rund fünf Millionen Euro so viel Geld wie noch nie an die sechs Mannschaften ausgeschüttet. Allein der Sieger kassiert 1,8 Millionen Euro. Der Zweite immerhin noch 1,2 Millionen Euro, die Teams, die im Halbfinale ausscheiden, können sich mit 690.000 Euro trösten. Für die Vorrunden-Verlierer bleiben noch jeweils 340.000 Euro übrig. Im Vorjahr wurden insgesamt 3,7 Millionen ausgezahlt.

Gespielt wird bei der neunten Auflage des Wettbewerbs nicht mehr in kleinen Stadien in der Provinz, sondern in großen Arenen. "Wir wollen dem steigenden Zuschauerinteresse nachkommen und vorhandene Standorte nutzen", sagte DFL-Geschäftsführer Hieronymus. Eine weitere Neuheit sind die beiden Vorrundenspiele, die am Samstag erstmals an einem Tag in einem Stadion ausgetragen werden.

Zunächst spielt in der Düsseldorfer LTU-Arena Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen, anschließend Hertha BSC Berlin gegen VfB Stuttgart. Im Halbfinale wartet am 26. Juli in der Münchner Allianz-Arena Titelverteidiger Bayern München auf den Sieger aus Berlin gegen Stuttgart. Am 27. Juli empfängt in der Veltins-Arena Vizemeister Schalke den Sieger der Partie Bremen gegen Leverkusen. Das Finale steigt am 2. August im Leipziger Zentralstadion. "Ich hoffe, dass wir mindestens das Halbfinale erreichen, damit wir schnellstmöglich das neue Münchner Stadion kennen lernen", so Berlins Michael Preetz.

Kaspar Kamp/DPA / DPA

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