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WM 2018

WM kompakt Tag 9: Welcher Deutsche heute unter ganz besonderer Beobachtung steht

Brasilien unter Druck und ein brisantes Europa-Duell mit deutscher Beteiligung - außerdem will sich an Tag 9 bei der WM 2018 in Russland ein Team unbedingt in die Geschichtsbücher eintragen. Alle Infos im Überblick.

Die serbische Nationalmannschaft beim Abschlusstraining im Stadion von Kaliningrad

Die serbische Nationalmannschaft beim Abschlusstraining im Stadion von Kaliningrad. Die Partie gegen die Schweiz wird vom Bundesliga-Schiedsrichter Felix Brych geleitet

DPA

14 Uhr: Brasilien vs. Costa Rica (Gruppe E)

Der fünfmalige Fußball-Weltmeister Brasilien will den ersten Sieg bei der WM in Russland und setzt in der Partie gegen Costa Rica am Freitag auf die Hilfe von Neymar. Dessen Einsatz ist gesichert, der Superstar der Seleção ist wieder fit. Mit einem Erfolg im Spiel
gegen Costa Rica in St. Petersburg wären die Brasilianer auf einem guten Weg. Doch Neymar weiß: "Die Erwartungshaltung ist sehr groß. Wir müssen sehr viel besser spielen als beim Auftakt." Im ersten Spiel mussten sich die Südafrikaner mit einem 1:1 gegen die Schweiz begnügen.

17 Uhr: Nigeria vs. Island (Gruppe D)

In der Gruppe D kämpfen Nigeria und Island im direkten Duell in Wolgograd um die Chance, weiterhin im Turnier zu bleiben. Nach dem überraschenden 1:1 gegen Argentinien will Island nun Geschichte schreiben und den ersten Sieg bei einer Fußball-WM einfahren. "Wir erwarten zu gewinnen", sagte Coach Heimir Hallgrímsson vor der Partie gegen Nigeria. Mit dabei aus der Bundesliga ist Stürmer Alfred Finnbogason. Verzichten müssen die Isländer wohl auf den angeschlagenen Mittelfeldspieler Jóhann Berg Gudmundsson verzichten. Nigeria benötigt nach dem 0:2 gegen Kroatien einen Sieg, um im Rennen zu bleiben. 2014 erreichten die Afrikaner das Achtelfinale.

20 Uhr: Serbien vs. Schweiz (Gruppe E)

Im zweiten Spiel der Gruppe E kann Serbien mit einem Sieg gegen die Schweiz den Achtelfinaleinzug perfekt machen. Die Begegnung in Kaliningrad wird vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych geleitet. 

Die Erwartungen an Brych sind hoch. "Einer der besten Schiedsrichter der Welt wurde ausgewählt, um für Gerechtigkeit zu sorgen", kündigte das serbische Portal "TV B92" an. Vom Schweizer Boulevard wurde Brych schon als "Doktor Gnadenlos" vorgestellt. "Bei Schweizern sieht Schiri Brych Rot", titelte der "Blick" - weil der Referee während einer Bundesligapartie 2009 einmal  zwei Eidgenossen vom Platz gestellt hatte.

In dem Europa-Duell zwischen Serbien und der Schweiz geht es nicht nur um das sportliche Weiterkommen. Die Partie wird vorab angeheizt, da viele Schweizer albanische Wurzeln haben und die Beziehung Albaniens zu Serbien höchst angespannt ist. In diversen Internetforen fliegen die Giftpfeile hin und her. Insgesamt versuchen beide Seiten, die Brisanz aus dem sportlich eminent wichtigen Spiel zu nehmen. Serbiens Trainer Mladen Krstajic ist bemüht, den Blick auf das Sportliche zu lenken. "Ich bin aus einem Land mit mehreren Kulturen, aus Bosnien. Mein Vater ist Montenegriner, meine Mutter Serbin. Ich bin ein internationaler Mensch. Die Nationalität ist für mich nicht relevant, dafür aber, dass die Schweiz ein gutes Team ist - und ein extrem multikulturelles", sagte der Coach.

Die Partien können live im ZDF oder im stern-Ticker verfolgen.

Und die Deutschen?

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet mit den letzten Vorbereitungen für das frühe K.o.-Duell mit Schweden. Am Nachmittag absolviert der Weltmeister in der WM-Arena von Sotschi das Abschlusstraining für das zweite Gruppenspiel gegen die Skandinavier. 

Nach Tagen mit vielen Analysen und Besprechungen rückt die Partie gegen Schweden näher. Die deutsche Mannschaft will unbedingt den ersten Sieg in Russland bejubeln und die Chancen auf das Achtelfinale erhalten. "Jetzt gilt es, das Ganze besprochene auf dem Platz umzusetzen", sagte Mittelfeldspieler Sami Khedira. Er forderte bedingungslosen Einsatz. "Das hat Deutschland immer stark gemacht: Die Mentalität von elf Kriegern. Das müssen wir wieder reinbekommen. Dann haben wir auch die fußballerische Qualität, schöne Tore zu erzielen." 

Die routinierten Weltmeister rücken beim Versuch, den Fehlstart zu korrigieren, in den Fokus. "Erfahrung ist aber keine Garantie", sagte Innenverteidiger Mats Hummels. "Das schwedische Team ist auch erfahren, deswegen ist das kein großer Vorteil für uns." 

Viel wird spekuliert, ob Löw personelle Umbesetzungen vornimmt oder seinen Führungskräften die Chance zu einem besseren Auftritt gibt. "Wir werden definitiv ein anderes Gesicht zeigen", versprach Hummels.

Und dann ist da noch ... 

Der ägyptische Verbandschef Hany Abo-Rida. Er will nach den beiden Niederlagen Ägyptens eine Beschwerde beim Fußball-Weltverband FIFA einreichen. Der Ärger richtet sich insbesondere gegen die Schiedsrichter. Vor allem der bei der Endrunde
eingesetzte Videobeweis habe Ägypten nicht geholfen, "Gerechtigkeit zu bekommen", kritisierte Abo-Rida in Grosny. Ägypten hat nach den Niederlagen gegen Uruguay (0:1) und Russland (1:3) keine Chance mehr auf das Erreichen des Achtelfinales, fühlte sich aber in so mancher umstrittenen Situation vom Referee benachteiligt.

Der Verbandschef wies zudem Behauptungen zurück, wonach der Zusammenhalt in der Mannschaft zerbrochen sei: "Alle Jungs sind sehr respektvoll und diszipliniert und sie sind unglücklich über diese Berichte."

In Ägypten wird zudem offen der Rücktritt von Trainer Héctor Cúper gefordert. Abo-Rida will nach dem abschließenden Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien über die Zukunft des Argentiniers beraten.

wue / DPA

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