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Olympia-Update, Tag 16: Frankreich feiert Handball-Gold

Frankreich ist erstmals Handball-Olympiasieger. Garant für den Final-Sieg war der Kieler Torhüter Thierry Omeyer. Zum 13. Mal wurden Amerikas Basketballer Olympiasieger, während die deutschen Wasserballer ihr Turnier auf Platz zehn beendeten. Zuvor lief ein Kenianer der Marathon-Konkurrenz davon und ein chinesischer Boxer holte die 50. Goldmedaille für die Gastgeber. Der 16. Wettkampftag im Überblick.

Amerikas Basketballer sind zum 13. Mal Olympiasieger geworden. Mit einem 118:107 (69:61) über Weltmeister Spanien in einem unglaublichen Finale vor 18.000 Zuschauern in Peking hatten die NBA-Stars um Kobe Bryant und LeBron James ihren bei den Olympischen Spielen in Athen so arg ramponierten Ruf kräftig aufpoliert. Schon vor der Siegerehrung tanzten die NBA-Millionäre wie kleine Kinder durch die Halle und feierten.

Die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft hat das olympische Turnier in Peking auf dem zehnten Rang beendet. Das 8:10 im Olympia- Platzierungsspiel um Rang neun gegen Italien ließ Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm in seiner Analyse nachdenklich werden. "Wir haben Defizite. Und die haben wir acht Jahre übertüncht", hielt der 48-Jährige als persönliches Fazit fest. Riesige Probleme bei der Nachwuchsarbeit, zu wenig Professionalität, ein zu geringes Potenzial an Nationalspielern - "so geht es nicht weiter", klagte er. Für Deutschland war es im siebten Turnierspiel die fünfte Niederlage. Olympiasieger wurde die ungarische Auswahl, das Spiel um Bronze gewann der ehemalige Weltmeister Serbien.

Samuel Wanjiru hat der Läufer-Nation Kenia das erste Olympia-Gold bei den Männern im Marathon beschert. Der 21- Jährige setzte sich zum Abschluss der Leichtathletik-Wettkämpfe nach 2:06:32 Stunden durch.

Zou Shiming aus China hat dem Olympia-Gastgeber die 50. Goldmedaille bei den Spielen in Peking beschert. Der zweimalige Box-Weltmeister und Olympia-Dritte von Athen bezwang im Finale des Halbfliegengewichts den Mongolen Serdamba Purevdorj durch Aufgabe in der zweiten Runde.

Alle Ergebnisse des 16. Wettkampftages im Überblick.

Basketball

Basketball; Männer: Amerikas Basketballer sind zum 13. Mal Olympiasieger geworden. Das Team um die NBA-Profis Dwayne Wade (27 Punkte), Kobe Bryant (20) und LeBron James (14) setzte sich im Endspiel gegen Weltmeister Spanien mit 118:107 (69:61) durch. Beste spanische Werfer waren Rudy Fernandez (22) und Pau Gasol (21).

Bronze ging an den Athen-Olympiasieger Argentinien. Auch ohne ihren Starspieler Manu Ginobili setzten sich die Argentinier im Spiel um Platz drei mit 87:75 (46:34) gegen Litauen durch. Den Damen-Wettbewerb hatten die Amerikanerinnen am Vortag durch einen Finalsieg über Weltmeister Australien gewonnen.

Wasserball

Wasserball, Männer: Die ungarische Wasserball-Nationalmannschaft ist zum Abschluss der Sommerspiele in Peking zum neunten Mal Olympiasieger geworden. Das Team von Cheftrainer Denes Kemeny setzte sich im Finale vor rund 4000 Zuschauern gegen die USA mit 14:10 (6:4, 3:4, 2:1, 3:1) durch. Das Spiel um Bronze gewann der ehemalige Weltmeister Serbien gegen Europa-Champion Montenegro mit 6:4.

Die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft hat das olympische Turnier auf dem zehnten Rang beendet. Zum Abschluss verlor der Olympia-Fünfte von Athen gegen den Weltmeisterschafts-Fünften Italien mit 8:10 (3:4, 1:1, 1:1, 3:4). Die Treffer gegen den Olympiasieger von 1948, 1960 und 1992 erzielten der in Kasan/Russland aktive Thomas Schertwitis (2), Marco Savic (Berlin/2), Andreas Schlotterbeck (Berlin/2), Marc Politze (Berlin) und der Duisburger Tobias Kreuzmann.

Die serbischen Wasserball-Nationalspieler Denis Sefik und Aleksandar Sapic haben sich gegenseitig um ihren finalen Einsatz im Bronze-Spiel gegen Europameister Montenegro gebracht. Nach der 5:10-Niederlage im Halbfinale gegen die USA gerieten Torhüter Sefik und Torjäger Sapic so heftig aneinander, dass Sefik einen Bruch an der Hand und Sapic eine Beinverletzung erlitt. Das berichtete zum Abschluss des Turniers am Sonntag ein Offizieller des Organisationskomitees BOCOG.

Boxen

Boxen, Superschwergewicht: Weltmeister Roberto Cammarelle ist auch Olympiasieger. Der Italiener kam im Finale des Superschwergewichts in einem einseitigen Kampf zu einem RSC-Erfolg in der vierten Runde. Bis dahin hatte er seinen Gegner Zhang Zhilei aus China, immerhin WM-Dritter, klar beherrscht. Die dritten Plätze gingen an David Price aus Großbritannien und Wjatscheslaw Glaskow aus der Ukraine. Deutsche Athleten hatten sich nicht für diese Gewichtsklasse qualifiziert.

Boxen, Halbschwergewicht:

Zhang Xiaoping ist Box-Olympiasieger im Halbschwergewicht. Der Chinese besiegte Kenny Egan aus Irland mit 11:7 und machte bereits das zweite Box-Gold für die Olympia-Gastgeber perfekt. Tony Jeffries aus Großbritannien und der WM-Dritte Jerkebulan Schynalijew erkämpften sich die Bronzemedaillen. Deutsche Boxer waren in dieser Gewichtsklasse nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Boxen, Weltergewicht:

Carlos Banteaux Suarez aus Kuba hat die historische Pleite der kubanischen Boxer besiegelt. Er verlor das Finale im Weltergewicht gegen Asienmeister Bachit Sarsebajew aus Kasachstan mit 9:19. Damit blieb Kuba erstmals seit 40 Jahren ohne Olympiasieg im Boxen, sieht man von der Nichtteilnahme der Mannschaft in Los Angeles 1984 ab. Die Bronzemedaillen hatten sich zuvor Hanati Silamu aus China und der Südkoreaner Kim Jungjoo erkämpft. Der Darmstädter Jack Culcay-Keth war bereits in der ersten Runde an dem Südkoreaner unglücklich durch Kampfrichterentscheidung nach unentschiedenem Kampf gescheitert.

Boxen, Leichtgewicht:

Alexej Tischtschenko aus Russland hat seinen Olympiasieg im Leichtgewicht der Boxer wiederholt. Der Athen-Sieger und WM-Dritte bezwang Daouda Sow aus Frankreich mit 11:9. Dabei kam der Russe zu einem glücklichen Erfolg, da der Franzose ebenbürtig war und besonders in der Schlussrunde klare Vorteile besaß. Bronze ging an Gratschik Jawachjan aus Armenien und Yordenis Ugas aus Kuba. Deutsche Athleten hatten sich in dieser Gewichtsklasse nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Boxen, Bantamgewicht:

Badar-Uugan Enkhbat aus der Mongolei hat sich erwartungsgemäß den Box-Olympiasieg im Bantamgewicht gesichert. Der WM-Zweite bezwang Yankiel Leon Alarcon aus Kuba mit 16:5 nach Punkten. Rang drei ging an den Moldawier Veaceslav Gojan und an Bruno Julie aus Mauritius. Rustam Rahimow aus Velbert war bereits in der ersten Runde des Turniers an Hoorshid Toijbajew aus Usbekistan gescheitert.

Boxen, Halbfliegengewicht:

Zou Shiming aus China hat dem Olympia-Gastgeber die 50. Goldmedaille bei den Spielen in Peking beschert. Der zweimalige Box-Weltmeister und Olympia-Dritte von Athen bezwang im Finale des Halbfliegengewichts den Mongolen Serdamba Purevdorj durch Aufgabe in der zweiten Runde. Der Mongole hatte sich an der rechten Schulter verletzt und musste das Handtuch werfen. Die Bronzemedaillen hatten sich mit dem Einzug ins Halbfinale Yampier Hernandez aus Kuba und der Ire Paddy Barnes gesichert. Deutsche Athleten waren in dieser Gewichtsklasse nicht am Start.

Handball

Handball, Männer: Frankreich ist erstmals Handball-Olympiasieger. Der zweimalige Weltmeister bezwang im Endspiel das Überraschungsteam Island mit 28:23 (15:10) und trat die Nachfolge von Kroatien an. In dem vom deutschen Schiedsrichter-Gespann Frank Lemme und Bernd Ullrich (Magdeburg) geleiteten Finale war der Kieler Torhüter Thierry Omeyer Garant für den Sieg. Für Island ist Silber die erste Medaille bei einem großen Turnier überhaupt. Zuvor hatte sich Spanien im "kleinen" Finale gegen Kroatien mit 35:29 (12:14) durchgesetzt und zum dritten Mal nach 1996 und 2000 Bronze gewonnen. Weltmeister Deutschland war bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

Volleyball

Volleyball, Männer: Die US-Volleyballer sind zum dritten Mal Olympiasieger. Der Weltliga-Gewinner bezwang im Finale den Weltranglisten-Ersten Brasilien mit 3:1 (20:25, 25:22, 25:21, 25:23) und sicherte sich nach 1984 und 1988 erneut Gold. Die Brasilianer verpassten vor rund 12.000 Zuschauern im Capital Gymnasium der Olympia-Stadt die Wiederholung ihres Triumphs von Athen 2004. Am Samstag hatte sich die brasilianische Frauen-Auswahl im Endspiel 3:1 gegen das US-Team durchgesetzt und war zum ersten Mal Olympiasieger geworden.

Leichtathletik

Leichtathletik, Marathon, Männer: Samuel Wanjiru hat der Läufer-Nation Kenia das erste Olympia-Gold bei den Männern im Marathon beschert. Der 21- Jährige setzte sich zum Abschluss der Leichtathletik-Wettkämpfe nach 2:06:32 Stunden durch. Silber gewann der zweimalige Weltmeister Jaouad Gharib aus Marokko (2:07:16) vor Tsegay Kebede aus Äthiopien (2:10:00), der seinen Landsmann Deriba Merga im Stadion noch überholte. Ein deutscher Teilnehmer war nicht am Start.

Turnen

Turnen, Gymnastik, Gruppe: Die russische Gruppe ist zum dritten Mal in Serie Olympiasieger in der Rhythmischen Sportgymnastik geworden. Die Russinnen behaupteten sich mit Top-Wertungen in den beiden Final-Übungen mit 35,550 Punkten vor der überraschend starken Gruppe aus China (35,225) und Vorkampfsieger Weißrussland (34,900). Für Vize-Weltmeister Italien blieb nur der enttäuschende vierte Rang. Eine deutsche Gruppe hatte sich nicht qualifiziert. Tags zuvor hatte Jewgenija Kanajewa in der Einzel-Konkurrenz gleichfalls den dritten russischen Olympiasieg hintereinander gefeiert und die Überlegenheit ihres Verbandes in dieser Sportart unterstrichen.

DPA / DPA

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