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Olympia-Update, Tag 3: Die Deutschen schwimmen weiter hinterher

Weltrekordflut im Schwimmen - nur die Deutschen schwimmen hinterher. Schon im Vorlauf über 200 Meter Freistil stellte die Italieniern Federica Pellegrini eine neue Weltbestzeit auf, die fünfte an diesem Tag. Im Handball erlebten die DHB-Damen ein Debakel, dafür sind die Vielseitigkeitsreiter auf Goldkurs. Der dritte Olympia-Tag im Überblick.

Licht und Schatten für die deutschen Athleten am dritten Wettkampftag. Die Wasserspringer Sascha Klein und Patrick Hausding holten Silber beim Synchronspringen vom 10-Meter-Turm - die zweite Medaille für die DSV-Sportler in Peking. Die deutschen Handballerinnen hingegen müssen nach einer Niederlage gegen Südkorea um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Nichts Neues aus dem "Watercube" in Peking: Die deutschen Schwimmer planschten meist hinterher, und Superstar Michael Phelps zieht überlegen seine Bahnen. Alles über die Wettkämpfe des dritten Olympia-Tages.

Handball

Handball, Frauen, Vorrunde: Die deutschen Handballerinnen haben bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt einen herbe Rückschlag auf dem Weg zur erhofften Medaille hinnehmen müssen. Im Spiel gegen den zweimaligen Olympiasieger Südkorea kam die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich mit 20:30 unter die Räder und verpasste mit einer schwachen Leistung einen großen Schritt Richtung Viertelfinale. Das Team steht nun am Mittwoch gegen Ungarn unter Zugzwang. Gegen die schnellen Südkoreanerinnen waren Grit Jurack und Anna Loerper mit jeweils vier Treffern noch die besten deutsche Werferinnen.

Schwimmen

Schwimmen, 200 Meter Freistil, Frauen, Vorläufe: Die italienische Schwimmerin Federica Pellegrini hat im Vorlauf über 200 Meter Freistil mit 1:55,45 Minuten einen Weltrekord aufgestellt. Die 20-Jährige unterbot die Rekordmarke der Französin Laure Manaudou von 1:55,52, erzielt am 28. März 2007 bei deren WM-Sieg in Melbourne, um 7/100 Sekunden. Die WM-Zweite Annika Lurz aus Würzburg und die Heidelbergerin Petra Dallmann schieden nach schwachen Leistungen aus.

Synchronspringen vom Turm, Männer:

Patrick Hausding und Sascha Klein haben die zweite Medaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Das Duo aus Berlin und Aachen sicherte sich mit Platz zwei Silber im Synchron-Wettbewerb vom Turm. Olympia-Gold gewannen die Chinesen Yue Lin/Liang Huo. Den dritten Platz belegten Gleb Galperin/Dmitri Dobroskok aus Russland.

Schwimmen, 100 Meter Schmetterling, Frauen:

Die australische Schwimmerin Lisbeth Trickett hat Gold über 100 Meter Schmetterling gewonnen. Die 23-Jährige setzte sich in 56,73 Sekunden vor der Amerikanerin Christine Magnuson (57,10) und Jessicah Schipper aus Australien (57,25) durch. Deutsche Athletinnen waren über diese Distanz im Finale nicht am Start.

Schwimmen, 100 Meter Brust, Männer:

Der Japaner Kosuke Kitajima hat einen Weltrekord über 100 Meter Brust aufgestellt. Der 25 Jahre alte Schwimmer gewann in 58,91 Sekunden Gold vor dem Norweger Alexander Dale Oen (59,20) und dem Franzosen Hugues Duboscq (59,37). Oen hat als erster norwegischer Schwimmer eine Olympia-Medaille gewonnen, nachdem er im Halbfinale in 59,16 Sekunden einen Europarekord erzielt hatte. Die Bestmarke des Athen-Olympiasiegers Kitajima war der fünfte Schwimm-Weltrekord der Spiele in Peking.

Schwimmen, 400 x 100 Meter Freistil:

US-Schwimmer Michael Phelps hat bei den Olympischen Spielen in Peking seine zweite Goldmedaille gewonnen. Der 23 Jahre alte Superstar siegte mit der amerikanischen Staffel über 4 x 100 Meter Freistil in Weltrekord-Zeit von 3:08,24 Minuten. Das Quartett aus den USA mit Phelps, Garrett Weber-Gale, Cullen Jones und Jason Lezak setzte sich vor Frankreich (3:08,32) und Australien (3:09,91) durch und verbesserte die am Sonntag aufgestellte eigene Bestmarke um 3,99 Sekunden. Als Startschwimmer der australischen Staffel erzielte Eamon Sullivan in 47,24 Sekunden einen Weltrekord über 100 Meter Freistil. Die Franzosen schwammen Europarekord.

Schwimmen, 400 Meter Freistil, Frauen:

Rebecca Adlington ist Olympiasiegerin über 400 Meter Freistil. Die 19 Jahre alte Schwimmerin aus Großbritannien setzte sich im "Wasserwürfel" von Peking überraschend in 4:03,22 Minuten vor Katie Hoff aus den USA (4:03,29) und der Britin Joanne Jackson (4:03,52) durch. Die Olympia-Siegerin von Athen 2004, Laure Manaudou aus Frankreich, wurde im Finale in 4:11,26 nur Achte.

Schwimmen, Halbfinale 100 Meter Rücken, Frauen:

Kirsty Coventry aus Simbabwe hat im Schwimm-Halbfinale über 100 Meter Rücken in 58,77 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt. Die Olympia- Zweite über 400 Meter Lagen war damit um 2/10 schneller als die amerikanische Olympiasiegerin von 2004, Natalie Coughlin, am 1. Juli 2008 bei den US-Trials in Omaha. Antje Buschschulte aus Magdeburg schied nach schwachen 1:01,15 Minuten chancenlos aus.

Schwimmen, Halbfinale 200 Meter Freistil, Männer:

Schwimm-Europameister Paul Biedermann aus Halle/Saale hat als erster Deutscher ein Einzel-Finale erreicht. Der 22-Jährige erzielte über 200 Meter Freistil in 1:46,41 Minuten die fünftbeste Zeit der Vorschlussrunde und blieb dabei 4/100 Sekunden über seinem deutschen Rekord. Schnellster war Peter Vanderkaay (USA) in 1:45,76. Weltrekordler Michael Phelps gelang in 1:46,28 lediglich die viertbeste Halbfinal-Leistung.

Hockey

Hockey, Herren: Die Herren des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) haben einen Start nach Maß in die Olympischen Spiele hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Markus Weise bezwang am Montagmorgen in Peking Gastgeber China mit 4:1 (1:1). Christopher Zeller (21. Minute) und Goalgetter Florian Keller mit einem Doppelpack (21./54.) sowie Carlos Nevado (67.) wendeten das Blatt zugunsten des Weltmeisters, der anfangs Probleme hatte. Vor etwa 3000 Zuschauern im Olympia Green Hockey Stadium war der Olympia-Dritte von 2004 in der siebten Minute durch Yubo Na in Rückstand geraten.

Reiten

Reiten, Vielseitigkeit: Das deutsche Vielseitigkeits-Team reitet auf Gold-Kurs. Angeführt von Hinrich Romeike (Nübbel) und Ingrid Klimke (Münster) hat das Quintett beim Geländeritt eine glänzende Vorstellung geliefert, die Australier überholt und liegt vor dem abschließenden Springen am Dienstag mit 158,10 Strafpunkten auf Platz eins. Hinter Australien (162,00) folgt Großbritannien (173,70) auf Rang drei. In der Einzelwertung winkt noch einmal Gold für die deutschen Reiter. Romeike führt mit Marius (50,20) mit hauchdünnem Vorsprung vor Klimke mit Abraxxas (50,70) und Megan Jones (Australien) mit Irish Jester (51,00).

Schießen

Schießen, Luftgewehr, Männer:

Weltmeister Abhinav Bindra hat im Luftgewehr-Wettkampf die erste olympische Goldmedaille für Indien in einem Einzel-Wettkampf gewonnen. Der 25 Jahre alte Inder kam auf erstklassige 700,5 Ringe und verwies den Chinesen Zhu Qinan (699,7) auf den zweiten Platz. Die Bronzemedaille sicherte sich der rumänische Routinier George Moldoveanua mit 698,9 Zählern. Tino Mohaupt (Benshausen) landete mit 593 Ringen auf dem 15. Platz. Michael Winter (Kirchseeon) beendete den Wettkampf mit 588 Ringen auf dem 36. Rang.

Schießen, Trap, Frauen:

Satu Makela-Nummela hat mit ihrem Sieg in der Wurfscheiben-Konkurrenz Trap für das erste finnische Gold bei den Olympischen Spielen in Peking gesorgt. Die 37-Jährige verwies mit 91 Treffern die nach dem Vorkampf führende slowakische Weltrekordlerin Zuzana Stefecekova (89) auf den Silberrang. Platz drei ging im Stechen an Corey Codell (USA). Die von Schmerzen in der Schulter geplagte Europameisterin Susanne Kiermayer (Kirchberg) hatte als Achte mit 65 Treffern den Finaleinzug verpasst.

Radsport

Erster Doping-Fall der Spiele: Die spanische Radfahrerin Maria Isabel Moreno ist nach einer positiven Dopingprobe als erste Athletin von den Olympischen Spielen in Peking ausgeschlossen worden. Bei ihr wurde das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Montag mitteilte. Moreno wurde schon am 31. Juli im olympischen Dorf getestet und habe China sofort noch am gleichen Tag und vor der Vorlage des Ergebnisses verlassen. Es ist der erste Dopingfall im Rahmen der offiziellen Kontrollen in Peking. Insgesamt rund 4.500 Dopingproben sollen während der Spiele genommen werden. Sie begannen mit der Eröffnung des olympischen Dorfes am 27. Juli und sollen bis zum 24. August andauern. Die Athleten können überall und jederzeit überprüft werden. Das IOC forderte den Radsportverband auf, weitere Sanktionen gegen die Sportlerin zu verhängen. Normalerweise werden Sportler bei Epo für zwei Jahre gesperrt. Moreno wollte im Einzelzeitfahrrennen an den Start gehen.

Rudern

Rudern, Vor- und Zwischenläufe: Auch der erst vor zwei Monaten mit großem Getöse umbesetzte Deutschland-Achter rudert der Konkurrenz bedenklich weit hinterher. Mit einem vierten und letzten Platz im Vorlauf der olympischen Regatta auf der Strecke im Shunyi-Park von Peking verpasste das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) überraschend deutlich den direkten Finaleinzug. Trotz der ernüchternden Lehrstunde und des großen Rückstandes von fast zwölf Sekunden auf Sieger Großbritannien glaubt Christian Viedt noch immer an ein Happy End: "Wenn der Bug nicht vorne ist, kommt schnell der Gedanke, dass schon morgen das nächste Rennen ist. Wir müssen uns unsere Körner einteilen", sagte der Achter-Trainer mit Blick auf die zweite Chance im Hoffnungslauf am morgigen Dienstag.

Anders als der Achter kehrte Marcel Hacker zurück auf Erfolgskurs und qualifizierte sich für das Halbfinale. Zwei Tage nach seinem zweiten Rang im Vorlauf dominierte der deutsche Skiff-Meister aus Frankfurt/Main das Geschehen und kam im Viertelfinale fast vier Sekunden vor dem WM-Vierten Alan Campbell (Großbritannien) ins Ziel.

Im Soll blieben dagegen Christiane Huth (Potsdam) und Annekatrin Thiele (Leipzig). Der Frauen-Doppelzweier steht nach einem zweiten Rang im Hoffnungslauf als erstes deutsches Boot im Finale.

Keinen Grund zur Freude gab es im Frauen-Achter: Das Großboot von Trainer Ralf Holtmeyer kam im Vorlauf nicht über Rang vier hinaus und muss wie vier weitere DRV-Teams in den kommenden zwei Tagen Hoffnungsläufe bestreiten.

Gewichtheben

Gewichtheben: Chinas Gewichtheber haben die Konkurrenz förmlich aus dem Weg gestemmt. Beide am Montag zu vergebenden Goldmedaillen gingen an die Kraftpakete aus dem Gastgeberland. In der Klasse bis 62 Kilogramm distanzierte Xiangxiang Zhang klar die Konkurrenz. In der Klasse bis 58 Kilogramm bei den Frauen gewann Chen Yanging mit olympischem Rekord. Damit holte China im Gewichtheben bereits viermal Gold.

Zhang kam in der Kombination aus Reißen und Stoßen auf insgesamt 319 Kilogramm (Reißen 143/Stoßen 176). Auf Platz zwei landete mit 14 Kilogramm weniger der Kolumbianer Diego Salazar (138/167). Bronze holte der Indonesier Triyatno mit 298 Kilogramm (135/163).

Bei den Frauen war Titelverteidigerin Yanging eine Klasse für sich. Die 29-Jährige sorgte mit insgesamt 244 Kilogramm (Reißen 106/Stoßen 138) für die bisherige Höchstleistung bei Olympischen Spielen. Zweiter wurde die Russin Marina Schajinowa mit 227 Kilogramm (98/129) vor der Nordkoreanerin O Jong Ae mit 226 Kilogramm (95/131).

Boxen

Boxen: Den deutschen Boxern droht in Peking ein Debakel. Am Montag schied mit Wilhelm Gratschow (Gifhorn) der dritte von insgesamt vier deutschen Kämpfern bereits in der ersten Runde aus. Der Federgewichtler unterlag dem Tunesier Alaa Shili mit 5:14. Zuvor waren bereits Konstantin Buga (Berlin) und Jack Culcay-Keth (Darmstadt) vorzeitig gescheitert. Als letzter DBV-Athlet muss am Dienstag Rustam Rahimow versuchen, die Schmach zu verhindern. Immerhin holten deutsche Boxer seit den Olympischen Spielen 1928 immer mindestens eine Medaille.

Bogenschießen

Bogenschießen, Mannschaft, Männer: Die Bogenschützen aus Südkorea haben zum dritten Mal nacheinander olympisches Mannschafts-Gold gewonnen. Im Finale setzte sich das Trio um Einzel-Weltmeister Im Dong-Hyun mit 227:225 gegen Italien durch. Das Duell um den dritten Platz entschied China mit 222:219 Ringen gegen die Ukraine zu seinen Gunsten. Die deutsche Mannschaft hatte sich nicht für Olympia qualifiziert.

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