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Basketball: Dirk Bauermann im Interview

Die Qualifikation für die Olympischen Spiele war das größe Ziel, doch letztendlich scheiterte das Team von Dirk Bauermann bereits in der Zwischenrunde der EM in Litauen. Im Exklusivinterview mit sportal.de spricht der Trainer über die Hammergruppe, die fehlende Zeit, das Potenzial der Mannschaft, die Zukunft und Dirk Nowitzki.

Im Interview spricht Bundestrainer Dirk Bauermann über die EM 2011, seine persönliche Zukunft und den Neuaufbau, der nach dem Aus in der Zwischenrunde ansteht. Zudem erklärt der Trainer von Bayern München, warum er kein Verständnis für das Verbot einer Doppellösung hat.

Sie hatten im Gespräch vor der EM schon gesagt, dass es schwierig werden würde, überhaupt die Zwischenrunde zu überstehen, da dort vier große Nationen aufeinandertreffen. Sie haben recht behalten mit dieser Einschätzung. Wie fällt insgesamt Ihr Fazit aus?

Dirk Bauermann: Es gibt ein lachendes und ein weinendes Auge. Ein weinendes, weil wir uns nicht für das Viertelfinale und die Olympischen Spiele qualifizieren konnten. Auf der anderen Seite steht aber auch das lachende Auge, da wir uns sehr gut verkauft haben und unter den Bedingungen das Beste herausgeholt haben. Da sind drei Dinge, die zu nennen sind. Erstens hatten wir wenig Zeit, uns mit den beiden NBA-Spielern einzuspielen. Zweitens hatten wir eine enorm starke Vorrundengruppe. Da konnten wir nicht mit ein oder zwei Siegen in die Zwischenrunde gehen. In der anderen Gruppe hat zum Beispiel Mazedonien gespielt, die in zwei Spielen gegen uns chancenlos waren. Die sind mit zwei Siegen in die Zwischenrunde gegangen. Und dann eben die Tatsache, dass aus den beiden eindeutig stärksten Vorrundengruppen bei dieser WM eine Zwischenrunden-Gruppe gebildet wurde. Unter diesen schweren Bedingungen haben wir viel Gutes gemacht und uns sehr gut verkauft.

Was hat letztlich gefehlt, um die schwere Zwischenrunde zu überstehen?

Dirk Bauermann: Also wir hätten sicher eine bessere Chance gehabt, diese Zwischenrunde zu überstehen, wenn wir als Mannschaft mehr Zeit gehabt hätten. Alle anderen Mannschaften hatten mit ihren NBA-Profis eine deutlich längere Vorbereitungszeit, als unsere zwei Wochen. In sofern war bei der Schwere der Aufgabe die kurze Eingewöhnungszeit einfach nicht hinreichend. Das hat eindeutig gefehlt.

Auffällig war die hohe Anzahl an Ballverlusten, die dem Team oft eine gute Leistung zunichtegemacht hat – wie zum Beispiel im Schlussviertel gegen Spanien. War die Vorbereitung einfach zu kurz, um eine optimale Abstimmung zu erreichen?

Dirk Bauermann: Das spielt sicher eine Rolle. Das instinktive Verstehen im Zusammenspiel mit Dirk Nowitzki und Chris Kaman hat uns in manchen Situationen gefehlt und hatte nicht die Art von Normalität, die es haben muss. Da versucht man vielleicht als Aufbauspieler hie und da den Ball auch zu den beiden NBA-Spielern zu bringen, auch wenn eine andere Option eine viel logischere oder einfachere wäre. Das hat aber damit zu tun, dass die Zeit zusammen nicht gereicht hat.

Man hatte den Eindruck, als ob die Mannschaft zu Beginn des ersten Viertels oft noch nicht voll dabei war, sich dann meist im Spiel aber deutlich steigern konnte.

Dirk Bauermann: So eine richtige Erklärung habe ich nicht dafür. Wir haben mit Dirk und Chris darüber auch gesprochen und es ist so, dass man in Europa ein erstes Viertel mit einer Mentalität eines vierten Viertels spielen muss. In der NBA fühlen sich beide Teams langsam in das Match rein und richtig gespielt wird erst in der zweiten Halbzeit. In Europa wird aber über 40 Minuten mit hohem Tempo gespielt und verteidigt wird auch mit höchster Intensität. Man muss eben von Beginn an hellwach sein. Beide haben das dann auch versucht umzustellen. Aber es ist richtig, dass wir uns in dem einen oder anderen Spiel selber wehgetan haben.

Sie haben die schwere Gruppe mit Frankreich, Spanien, Litauen, Serbien und der Türkei schon angesprochen. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass Deutschland ob der schweren Gruppe für das Quali-Turnier für die Olympischen Spiele vielleicht eine Wildcard beantragt. Haben Sie da etwas gehört?

Dirk Bauermann: Nein, da habe ich überhaupt nicht von gehört. Da kann ich auch nichts zu sagen und bin der falsche Ansprechpartner. Aber ich wäre dafür, denn wir haben bei dem Turnier sportlich zu den besten Acht Teams gehört. Sportlich fair und sinnvoll wäre es auf jeden Fall.

Dirk Nowitzki wollte das Ausscheiden auf seine Kappe nehmen, spielte nach einer langen NBA-Saison kaum eine Rolle – im Gegensatz zu einem guten Chris Kaman. Sie haben dem heftig widersprochen. Wie wichtig war Nowitzki letztendlich für die Mannschaft – auch im Hinblick auf die Entwicklung?

Dirk Bauermann: Er war sehr wichtig, denn ich glaube, die jungen Spieler haben unglaublich viel von ihm gelernt. Seine Präsenz, sein Willen Verantwortung zu übernehmen – was er auch gezeigt hat –, und wie er sich verausgabt hat, das war vorbildlich. Wie er sich auch gegen die Litauer verausgabt hat und wie er alles getan hat, auch kämpferisch, wenn es bei ihm nicht so gut lief, war toll. Er hat sich nach dem Training immer einen jungen Spieler geholt und mit ihm am Wurf gearbeitet, zudem viele Tipps gegeben. So haben die jungen Spieler gesehen, wie ein Profi arbeitet, auch wenn er schon alles erreicht hat und 33 Jahre alt ist. Das sind unbezahlbare Erfahrungen.

Gerade Robin Benzing hat auch sich aufmerksam gemacht, dazu überzeugten auch Spieler wie Heiko Schaffartzik oder Philipp Schwethelm, der gerade gegen die Türkei in einer wichtigen Phase Verantwortung übernahm. Wem trauen sie zu, eine dominante Rolle zu spielen und die Mannschaft auch führen zu können?

Dirk Bauermann: Ich glaube, es muss auf viele Schultern verteilt werden. Ich sehe im Moment keinen Spieler, der die Präsenz eines Nowitzkis hat oder sie zeitnah entwickeln kann. Es wird demnach eine flachere Hierarchie geben, wie es in den letzten beiden Jahren der Fall war. Das Mannschaftliche wird mehr im Vordergrund stehen müssen. Ich glaube, es gibt viele Jungs, die die Qualität haben, das hat man auch gesehen. Robin hat im letzten Spiel 18 Punkte gemacht. Tibor Pleiß ist nach dem tollen Turnier in der Türkei ein wenig untergegangen, natürlich auch deswegen, weil Chris auf seiner Position spielt. Aber er ist eines unserer ganz großen Talente. Er wird im nächsten Sommer wieder eine tragende Rolle spielen. Elias Harris wird auch eine wichtige Rolle spielen, Philipp Schwethelm haben sie gerade schon genannt. Da gibt es eine ganze Handvoll guter Spieler und auch Tim Ohlbrecht, der natürlich ein wenig untergegangen ist, da Nowitzki auf seiner Position spielt, hat viel Qualität.

Was muss passieren, damit der deutsche Basketball auch wieder Spieler bekommt, die körperlich mithalten können und auch mal konsequent zum Korb ziehen? Denn beim Turnier wurde deutlich, dass viele gute Distanzschützen verfügbar sind. So kam die Mannschaft auch kaum zu Offensiv-Rebounds, da außer Kaman kaum jemand in der Zone stand.

Dirk Bauermann: Sie haben schon recht und ich hatte mir gewünscht, dass wir den einen oder anderen Freiwurf mehr ziehen. Und Robin war der Einzige, der konsequent zum Korb gegangen ist, da Dirk und Chris, auch wenn sie korbnah begonnen haben, sich dazu entschieden haben, einen Mittel- oder Nahdistanzwurf zu nehmen. Dirk mit seinen Turn Around Jump Shots und Chris eher, nachdem er sich zum Korb gedreht hat mit dem Wurf aus der Distanz. In sofern war Robin der Einzige, der immer wieder und regelmäßig zum Korb gekommen ist. Robin Benzing und Harris, der diese Dynamik in hervorragender Weise hat, werden die Einzigen sein, die das leisten müssen. Die anderen sind eher Werfer. Aber diese Mischung ist eine gute Sache.

Hingegen musste Steffen Hamann viel Kritik in der Presse einstecken. Wie haben Sie seine Leistung gesehen und trauen Sie ihm zu, den Neuaufbau mitzumachen?

Dirk Bauermann: Ich würde es so sagen. Wenn man sich seine Statistik ansieht, vielleicht auch den einen oder anderen Fehler sehr ins Visier nehmen will, dann hätte er sich unterm Strich eine stärkere EM gewünscht. Was man aber wissen muss, ist, dass er sich komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Er hat sehr gut verteidigt und versucht, was für den Aufbauspieler am Schwierigsten überhaupt ist, mit zwei absoluten Leistungsträgern, die permanent den Ball fordern, zu spielen. Da hat er sich sehr in den Dienst der Mannschaft gestellt und seine Fähigkeiten, stark zum Korb zu ziehen, zu sehr hinten angestellt. Die andere Sache ist, dass er sich vor dem ersten Spiel einen Hexenschuss zugezogen hat. Das hat seinen Rhythmus kaputtgemacht. Vielleicht hätte man ihn gegen Israel auch nicht spielen lassen sollen, aber da ist man hinterher immer klüger. Vielleicht hätten wir es ohne ihn auch nicht gewonnen.

Wer sind die Spieler, die nun nachrücken werden. Bogdan Radosavljevic ist einer der jungen Garde, die genannt wurde.

Dirk Bauermann: Über Harris haben wir gesprochen und er gehört definitiv dazu. In der Generation danach sind es Niels Giffey, der in Connecticut spielt, Per Günther (Ulm), Patrick Heckmann (Boston), Mathis Mönninghoff (Gonzaga), Philipp Neumann (Bamberg), der ein interessanter Spieler auf der großen Position ist und Radosavljevic, über den Sie schon gesprochen haben – das sind die, die in der näheren Zukunft eine Rolle spielen und ihre Visitenkarte abgeben werden.

Für Sie und Dirk Nowitzki heißt es nun erst einmal Abschied nehmen. Was nehmen Sie persönlich aus den acht Jahren Nationalmannschaft mit?

Dirk Bauermann: Ich schaue mit viel Freude, innerer Genugtuung und auch Stolz auf die Jahre zurück. Die sportlichen Erfolge können sich sehen lassen - die erste Olympia-Teilnahme seit 16 Jahren, die Silbermedaille bei der EM 2005 und der fünfte Platz in Spanien bei der EM 2007. Wir haben in den letzten beiden Jahren eine neue Generation aufgebaut, die in Europa für eine Überraschung und vielleicht auch für Furore gesorgt hat. Gerade mit den Leistungen in Polen und in der Türkei bei der WM. Insgesamt haben wir im Jugendbereich viele Strukturen verändert und auf den Weg gebracht. Das hat dazu geführt, dass wir im letzten Sommer bei der U16 Achter geworden sind, bei der U18 Elfter und bei der U20 Fünfter. Das sind Platzierungen, die es in der Breite sonst so nicht gegeben hat. Dort wurde auch gute Arbeit geleistet. Ich war am Ende da auch federführend für verantwortlich.

Können Sie nachvollziehen, warum Sie nicht in einer Doppelfunktion für einen Neuaufbau arbeiten dürfen?

Dirk Bauermann: Also man muss zu dem Thema sagen, es ist schade, dass es dieses Verbot gibt. In vielen Ländern wie Italien und der Türkei ist es so, dass man dort einen Verein und eine Nationalmannschaft betreuen kann. Ich glaube, dass die Doppelfunktion in Deutschland problematisch ist. Es gibt immer wieder Anlass zur Kritik. Deshalb wird ein Bundestrainer, der sich in einer Doppelfunktion befindet, angreifbar. Es werden Dinge instrumentalisiert. Ein Beispiel: Wenn Schwethelm mitgenommen wird und ein Per Günther nicht, dann gibt es immer Leute, die sagen, dass es so ist, weil der Schwethelm nächstes Jahr in München spielt. Dazu kommen Schiedsrichterentscheidungen und dann heißt es bei umstrittenen Pfiffen, dass es daran liegt, das bei der Mannschaft, die bevorteilt wurde, der Bundestrainer arbeitet. Diese Instrumentalisierung ist einfach schade. In sofern kann ich verstehen, dass es Unbehagen gibt. Aber für die Jugendmannschaften ist das nicht förderlich. Wenn es bei dem A-Team ist, ok. Aber bitte nicht für die Jugend. Denn dort ist es sehr wichtig, dass gute Trainer Verantwortung übernehmen. Aber das geht ja auch nicht, denn dann wird von einem Rekrutierungsvorteil gesprochen. Da muss man sich mal entscheiden, was wichtig ist, die Entwicklung der Spieler, oder an den Haaren herbeigezogenen Dinge.

Sehen wir Sie denn irgendwann als Bundestrainer wieder?

Dirk Bauermann: Ich habe immer gesagt, dass es ein Traumjob für mich ist. Wir haben in den acht Jahren Dinge bewegt und ich denke, es war in Ordnung von mir. Diese Nationalmannschaft und auch die Jugend, das ist für mich eine Herzensangelegenheit. Der Basketball bedeutet mir sehr viel, und wenn ich wüsste, dass ich nie mehr Bundestrainer sein könnte, wäre ich sehr traurig. So bleibt die Hoffnung, dass es nochmal eine Zusammenarbeit gibt.

Das Interview führte Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(