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Eishockey: Eishockey-WM - Finnland, Schweden, Russland und Kanada favorisiert

Vieles ist neu bei der Eishockey-WM in Finnland und Schweden, so wird erstmals seit 1930 wieder in zwei Ländern gespielt. Auch der Modus wurde überarbeitet, um für mehr Spannung und Klarheit zu sorgen. Geblieben sind die üblichen Verdächtigen, die den Titel wohl unter sich ausmachen werden. 

In einem neuen Modus wird die 76. Eishockeyweltmeisterschaft in diesem Jahr ausgespielt. Die sechzehn Teilnehmer werden in zwei Gruppen zu je acht Mannschaften aufgeteilt, so sind jedem Team sieben Spiele garantiert. Durch das Streichen der Zwischenrunde wird viel Rechnerei gespart, vom ersten Spiel an ist klar, dass jeder Punkt zählt.

Ein weiterer Vorteil entsteht für die Fans, die zukünftig beim Ticketerwerb keine spekulativen Käufe mehr vornehmen müssen in der Hoffnung, dass ihre Mannschaft tatsächlich die Resultate erzielt, mit denen mit Blick auf Spielplan, Spielort und Austragungszeit kalkuliert wurde.

Die besten vier Mannschaften jeder Gruppe ziehen direkt ins Viertelfinale ein. Der Tabellenletzte jeder Gruppe steigt ab. Bei Punktgleichheit entscheidet letztendlich der direkte Vergleich über die endgültige Platzierung.

Gruppe Helsinki - Die Favoriten

In der Gruppe H spielen Finnland (Weltranglistenplatz 1), Kanada (5.), die USA (6.), die Schweiz (7.), die Slowakei (10.), Weißrussland (11.), Frankreich (14.) und Kasachstan (16.).

Anhand der Weltranglistenplatzierungen lässt sich auch einigermaßen genau nachvollziehen, was in diesem Jahr von den jeweiligen Teams zu erwarten ist. Titelverteidiger Finnland ist hinter Russland nach Medaillenanzahl das erfolgreichste Team der letzten sechs Jahre.

Fünfmal schaffte man es in dieser Zeit bis ins Halbfinale, alles andere als ein Ausbau dieser Erfolgsbilanz wäre für die Mannschaft von Jukka Jalonen eine Riesenenttäuschung. Der Kader besteht zum hauptsächlichen Teil aus Spielern, die in der KHL aktiv sind, mit einigen wenigen NHL-Einsprengseln, Goalie Kari Lehtonen (Dallas) sowie die Angreifer Mikko Koivu (Minnesota), Jussi Jokinen (Carolina) und Valtteri Filppula (Detroit) seien hier genannt.

Nachnominierungen aus der NHL möglich 

Für alle teilnehmenden Teams gilt jedoch: Im Laufe des Turniers kann beliebig nachnominiert werden, die Mannschaften können mit einem Minimalkader von 15 Spielern plus zwei Goalies in das Turnier einsteigen, je nach Verlauf der Playoffs in der NHL kann sich an der Mannschaftszusammenstellung gerade bei den Top-Nationen bis zum Finale noch einiges tun bis die komplette Mannschaftsstärke, 22 Spieler plus drei Goalies erreicht ist.

Kanada mit viel Offensiv-Power 

Zu den Schwergewichten der Gruppe ist wie jedes Jahr selbstredend auch Team Canada zu zählen. Und wie jedes Jahr steht der Headcoach, im aktuellen Fall Brent Sutter, vor der Aufgabe, aus den ausgeschiedenen Mannschaften der Playoffs in der NHL eine schlagkräftige Truppe zu formen. So holte man bei den Olympischen Spielen in Vancouver, als der NHL-Spielbetrieb für die Dauer des Turniers zwar ruhte, olympisches Gold, aber der letzte Titel bei einer Weltmeisterschaft liegt inzwischen schon fünf Jahre zurück.

So wie sich der Kader inzwischen präsentiert, könnte es für die Kanadier zu einem Sprung ganz oben auf dem Treppchen reichen. Vor allem die Offensive ist beachtlich. Da wird mangelnde Erfahrung schnell durch Klasse ausgeglichen. Mit Ryan Nugent-Hopkins und Jordan Eberle von den Oilers, John Tavares von den Islanders, Ryan Getzlaf und Corey Perry von den Ducks, dazu von den Blackhawks Patrick Sharp und Duncan Keith, um nur einige Namen zu nennen, läuft eine spielstarke Mannschaft in Helsinki auf.

In Gruppe H wird es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Finnland und Kanada hinauslaufen, die weiteren Viertelfinalkandidaten sind die Schweiz und die USA. Den Abstiegsplatz machen Kasachstan und Frankreich unter sich aus.

Gruppe Stockholm - Die Favoriten

Die Gruppe S besteht aus Schweden (2.), Russland (3.), Tschechien (4.), Deutschland (8.), Norwegen (9.), Dänemark (12.), Lettland (13.) und Italien (17.).

Auf internationaler Ebene sind die Tre Kronor im Prinzip das stabilste Team, seit der Weltmeisterschaft 2001 spielte die Mannschaft immer um Medaillen mit, sprich, stand Schweden bei jeder Weltmeisterschaft im Halbfinale. Eine solche Bilanz hat keine der anderen großen Mannschaften aufzuweisen.

Wie bei der anderen Gastgebernation Finnland rekrutiert sich die Mannschaft hauptsächlich aus KHL- und NHL-Akteuren, im Falle der schwedischen Auswahl überwiegt jedoch die Anzahl der Spieler, die in Nordamerika aktiv sind. Dabei entsteht eine interessante Mischung aus Routiniers mit Kapitän Daniel Alfredsson als Senior. Henrik Zetterberg, der bis zur Ernennung Alfredssons in Schweden als Kapitän gehandelt wurde, der aus Detroit den Sturmpartner Johan Franzén mitbringt.

Aus einer ganz anderen Generation ist Gabriel Landeskog dabei (Colorado), der den Kanadier Ryan Nugent-Hopkins in der abgelaufenen NHL-Saison knapp als erfolgreichster Rookie schlagen konnte. Ebenfalls nach der Vorbereitung zur Mannschaft stießen Spieler wie Jonathan Ericsson (Detroit), Loui Eriksson (Dallas) oder Victor Hedman (Tampa Bay).

Russland mit Superstar Malkin 

Nach zwei Titeln in den Jahren 2008 und 2009 sowie einem zweiten Platz bei der WM in Deutschland ging die Sbornaja bei der letzten WM leer aus, in der Slowakei reichte es für Russland nur zu einem enttäuschenden vierten Platz. Die Mannschaft des Rekordweltmeisters besteht zum größten Teil aus Spielern, die in der heimischen KHL aktiv sind.

Mit dem Team, gegen das die DEB-Auswahl im Rahmen der Euro Hockey Challenge und bei zwei Spielen mit dem "Top Team Sotschi" im Rahmen der Vorbereitung dreimal gewinnen konnte, wird die russische Auswahl nicht mehr viel gemein haben. Ergänzt wird die Sbornaja mit ein paar namhaften Spielern aus der NHL, an erster Stelle wären da Pavel Datsyuk (Detroit) und Yevgini Malkin (Pittsburg) zu nennen.

Auch in Gruppe B scheinen die ersten beiden Plätze an Russland und Schweden bereits vergeben. Interessant wird es dahinter, wo sich wohl Tschechien, Deutschland Norwegen und Dänemark um die beiden restlichen Viertelfinalplätze streiten werden, während Lettland und Italien den Absteiger unter sich ausmachen müssen.

Olaf Edig 

sportal.de / sportal

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