Früher gewalttätig, heute grün?

9. Juli 2013, 11:40 Uhr

SS-Uniform am Körper, Hakenkreuz am Arm: Die Mitglieder der mongolischen Gruppe "Tsagaan Khass" verehren Adolf Hitler - und engagieren sich für den Umweltschutz in ihrer Heimat. Ein Deckmantel? Von Sabine Schaper

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Zur Begrüßung reißen sie den Arm in die Luft und rufen "Sieg Heil!", auf dem Ärmel prangt ein weißes Hakenkreuz: Es ist ihr Markenzeichen, nach ihm hat sich die mongolische Neonazi-Gruppe "Tsagaan Khass" benannt. Sie ist eine der vielen Vereinigungen neonazistischer Gesinnung im Land zwischen Russland und China, die sich vor allem dem Kampf gegen die Ausbeutung der Bodenschätze des Landes verschrieben haben.

"Tsagaan Khass" existiert seit den 1990er-Jahren. Die Gruppe ist vor allem für ihre antichinesische Haltung bekannt - in den vergangenen Jahren verfolgte sie unter anderem gemischtrassige Paare. Inzwischen hat sich der Schwerpunkt der Gruppe verlagert. Heute gibt sie an, sich für den Umweltschutz in ihrer Heimat zu engagieren und kämpft vor allem gegen ausländische Unternehmen, die in der Mongolei Gold, Kupfer, Kohle und Eisenerz fördern und die Umwelt verunreinigen.

Die Mongolei gilt als eines der zehn bodenstoffreichsten Länder der Welt, ist in dieser Hinsicht bisher aber nur wenig erschlossen. Das lockt Unternehmen aus den Nachbarländern an. "Früher ging es uns darum, Ausländer zu bekämpfen, aber wir haben gemerkt, dass das nicht effizient ist", beschreibt Ariunbold Altankhuum, Führer von "Tsagaan Khass", den Gesinnungswandel. "Also kämpfen wir jetzt nicht mehr gegen die Ausländer auf der Straße, sondern gegen die ausländischen Bergbauunternehmen."

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